Prolog: Das moderne kreative Problem

Inspiration, schöpferische Kraft, Kreativität, Begabung bzw. Talent sind nicht erst seit der Fotografie Kampfbegriffe sondern seit Anbeginn ihrer Existenz! Die Fronten haben sich über die Jahrhunderte immer mal wieder verschoben, haben sich angepasst und wechselten die Position. Zwischen diesen Fronten bildete sich ein Niemalsland. Welches ebenso begehrt wie umkämpft ist.

Und irgendwo hier in diesen zerbombten und umkämpften Stück Land stehen wir als Fotografen. Zwischen den Fronten! Man kann hier zwar nach Antworten auf die kreativen und künstlerischen Fragen der Fotografie suchen aber schnell wird man merken, dass man die Antworten nicht findet sondern nur auf die aktuelle Lage oberflächig eingeht. Natürlich ist es wichtig zu wissen wie unsere aktuelle kreative Lage ist aber wirklich Aufschluss darüber erhalten wir nur, wenn wir wissen wie sich diese entwickelt hat. Also fangen wir mit einer kleinen Bestandsaufnahme an.

Der aktuelle Stand der Dinge

Meiner Ansicht nach haben wir in unserer Zeit es mit 2 Konfliktparteien zu tun, die es schon etwas länger gibt:

Die eine Seite sieht in jedem Menschen einen Künstler. Die Kunst ist daher frei und unterliegt keiner spezifischen Form und keinen allgemein gültigen Regeln. Zu dieser Konfliktpartei zähle ich auch Joseph Beuys, da für ihn schon sowas alltägliches wie das Schälen eines Kohlrabies Kunst ist und damit mit der Mona Lisa gleichzusetzten sei. Schöpferische und kreative Kräfte sind für ihm in jeden Menschen vorhanden. Der Mensch müsse sich nur von auferlegten Zwängen und Regeln lösen, sich von der Idee einer gottgleichen kreativen Kraft los sagen und einfach loslegen! Die Kunst ist als reflektierter Selbstausdruck des eigenständigen freien Menschen zusehen.

Die Gegenseite sieht im Menschen aber keine natürliche zugrunde liegende kreative Begabung noch eine schöpferische Kraft. Er kann nichts als Selbstgerechtigkeit und Selbstzweck aus sich selbst schöpfen. Die Ansichten der Gegenseite mache den Künstler blind für die Schöpfungen und Leistungen Anderer, da er nur seine eigenen „Regel“ anerkennt und für richtig hält. Dies wiederum führe zu einer Ellenbogengesellschaft von in sich isolierten Künstlern. Die Kunst an sich verliert an Bedeutung und die Darstellung des Künstlers rückt in den Vordergrund. Kunst darf daher nicht dem Künstler untergeordnet sein sondern genau anders rum. Denn nur wer sich der Diktatur der Kunst unterwirft gebärt auch Kunst. Zu mindestens wenn man Jonathan Meese glauben schenkt.

Mein Fazit

Für mich ist kaum klar zu sagen welche der beiden Seite nun die Bessere ist. Am Ende haben beide Seite Argumente, die ich befürworte oder nicht. Was ich aber sagen kann ist, dass aus beiden Lagern rücksichtslos auf die andere Seite geschossen wird und im Niemalsland zwischen den beiden Parteien, in guter Deckung der heutige „Mainstream“ gebildet hat. Es bringt also nichts nur das jetzige Ergebnis dieses langen Krieges zu betrachten und darauf zu hoffen schlauer zu werden. Sondern wir müssen die Entwickelung verstehen. Zum einen die Entwicklungen, die dazu führten, dass wir die beiden alten verfeindeten Parteien haben und welche Umstände es brauchte, damit wir uns mit dem heutigen „Mainstream“ konfrontiert sehen.

Erst dann können wir uns ein Bild davon machen wann Kreativität zu einem Kampf geworden ist und was für ein Fotograf wir am Ende sind.

Mit freundlichsten Grüßen

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