Die „immer dabei Kamera“

Dieses zu schnelle Fotografieren… ein Problem welches seit einiger Zeit in unseren Alltag an gekommen ist und dabei nicht als Problem wahr genommen wird. Dank der modernen Handys geht dieser Einzug sogar noch reibungsloser. Aber ist die Fotografie mit unseren Handys Fluch oder kann es auch ein Segen sein?

Unsere Handys sind die meist genutzte Kamera der Welt

Diese kleinen Dinger sind wie bereits gesagt, die wohl am meisten genutzte Kamera der Welt! Weit weg von der Größe und dem Gewicht der „richtigen“ Kameras (was ist eigentlich eine richtige Kamera?) und sie sind um einiges unauffälliger! Und wer jetzt mit dem erhobenen Zeigefinger behauptet „Aber das ist keine richtige Fotografie!“ den möchte ich sagen: Genau das Selbe hat man bei der Einführung jeder neuen Generation von Kameras gesagt. Gerade gibt es diesen Disput auch zwischen den Lagern der spiegellosen und der spiegelbasierenden Kameras. Deswegen sage ich hier nochmal: Die Technik ist nicht wichtig sondern der Fotograf. Verabschiedet euch von der Exklusivität der Fotografie. Jedes 9 jährige Kind mit einem Smartphone ist ein Fotograf, wenn es will. Die Exklusivität der Fotografie ist Tod.

Das erste Bild welches ich mit meinen neuen Handy gemacht habe.

Unsere Smartphones sind Kamera, Labor und vieles mehr

Der größte Vorteil der Smartphones ist ihre „all in one“ Mentalität. Wo erst der Weg ins Fotolabor oder an den heimischen PC notwendig war, reicht nun das kleine Ding in der Tasche und eine App. Und von diesen Apps gibt es eine Menge. Von der App für die reine Kamerafunktion bis hin zu Bearbeitungsprogrammen ist alles da. Man kann sich also nach Herzenslust austoben.

Von einer schnellen fotografischen Skizze bis hin zu ganzen Fotoreihen ist alles möglich. Das was uns hier eingrenzt ist vielleicht die App, der Programmierer und wir selbst!

Die aufgezwungenen Grenzen

Hat man sich erstmal mit der App seiner Wahl eingearbeitet stoßen wir zu erst an die Kreativitätsgrenze des Entwicklers. Fehlende Filter, Regler und vieles mehr. Das ist an sich ja nicht schlimm, wenn da nicht der Verlust des eigenes Forscherdrangs wäre. Statt zu probieren wird zur Sicherheit gleich mal die nächste App geholt. Die dann auch wieder Grenzen hat. Dazu kommt auch noch, dass solche Apps zwar gerne mit neue Filtern und Co versorgt werden aber jedoch nur damit was gerade trendige ist und die meisten Downloads bringt. Hier verschwindet dann auch die Individualität und wird ersetzt durch Massenkonformität.

Beides zusammen ergibt dann genau das gegenteiligste Gegenteil des eigenen Blickes. Das Warten auf Update XY und das Meckern über die Unkreativität von Entwickler YZ werden zum Alltag. Trotzdem wird weiter gemacht wie bisher. Zur Not kauft man sich noch Presets vom Lieblingsfotografen. Herzlich willkommen in der schnellen Massenfotografie.

Der Entwicklungsprozess des Fotografen kommt zum Erliegen. Er wird auswechselbar. Er verlernt sogar das Lernen. Ist dies wirklich die Art wie wir unsere fotografische Entwicklung gestalten wollen?

Eine kleine Idee mal ebend in der Pause ausprobieren?

Der richtige Umgang damit ergibt erst Sinn!

Unsere Handys sind aber mit dem richtigen Umgang mehr Segen als Fluch. Als hochentwickelter Skizzenblog, Einstiegsmöglichkeit in die Fotografie oder um Bilder zu machen die mit sperrigen Kameras nicht möglich sind.

Am Ende bleibt also nur zu sagen: Die Handyfotografie ist neu, sie ist noch in der Entwicklung aber bereits mittendrin in unserer Gesellschaft. Qualitativ meckert man auf hohen Niveau. Den Unterschied machen wir als Fotograf mal wieder selber. Denn das Smartphone kann unsere Fantasie unterstützen und sie stärken. Es kann uns sogar neue Blickwinkel öffnen.

Mit freundlichsten Grüßen

3 Gedanken zu “Die „immer dabei Kamera“

  1. Grundsätzlich… gebe ich Dir Recht. Dennoch: Und das ist mein ureigenster Glaube: 🙂 WENN man dieses flache Miststyck erst auf einen sogenannten Gimbal schrauben muss um es einigermaßen zitterfrei zu bedienen, dann allein hat es für mich schon den Status der Exclusivität, weil immer dabei, schon wieder verloren. He, ich habe große Hände, diese kleinen Knöpfchen machen mich jedesmal fertich… Ich bin ja schon froh, dass ich meinen Ausschalter auch als Auslöser benutzen kann. DAS erspart mir schon einige Tobsuchtsanfälle. Und weil dem so ist, kommt es für mich nur als Skizzenblock infrage. Nicht mehr und nicht weniger… 🙂

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