Fotografieren wir zu schnell?

Wenn unser Leben mittlerweile eins mit Sicherheit ist, dann ist es schnell! Größtenteils sogar hektisch! Die Geschwindigkeit mit der wir durch den Alltag fegen war vor ein paar Jahrzehnten noch unvorstellbar. Dies gilt nicht nur für den „normalen“ Alltag sondern auch für den digitalen und auch für den technischen Bereich! Die Weiterentwicklung der Technik macht es möglich. Genau dies können wir auch in der Fotografie beobachten. Es liegen mittlerweile Welten zwischen dem analogen Fotografieren und dem heutigen digitalen Rumgeknipsen… oh Entschuldigung ich meinte Fotografieren.

Manchmal sollte man sich die Zeit nehmen.

Was macht diese Entwicklung mit der Fotografie?

Die erste Fotografie der Welt war eine Langzeitbelichtung über mehrere Stunden. Bevor überhaupt daran gedachte wurde den Auslöser zu betätigen musste hier vom Wetter über die Zusammensetzung der Chemikalien bis hin zum festen Stand der Kamera alles vorbereitet und bedacht werden. Sobald der Auslöser dann getätigt wurden ist konnte man in Ruhe einkaufen gehen, ein gutes Buch lesen, an den Strandfahren oder oder oder. Hauptsache die Kamera wurde in Ruhe gelassen. Denn das nächste Bild war nicht nur teuer sondern dauerte auch wieder mehrere Stunden.

Bei den ersten analogen Kleinbildkameras bzw. Spiegelreflexkameras war das Fotografieren dann schon etwas schneller. Musste man hier doch nur noch manuell die Belichtung Messen, die Belichtungsdauer dann einstellen, und abdrücken. Ggf. davor noch das Stativ aufbauen und ausrichten. Die Zeit hat man sich auch genommen, da hier jedes Foto Geld gekostet hat, denn erst musste man den Film kaufen und ihn dann noch zum Entwickeln abgeben.

Und wie sieht es heute aus? Unsere Kameras übernehmen alles! Von den Messungen bis hin zum Farbschema. Wir können ohne große Gedanken abdrücken. Und dies wieder und wieder und wieder. Was einst der Fotofilm war ist heute die SD-Karte oder gleich direkt die Cloud! Unsere Bilder sind direkt digital und landen auf irgendeinen Speichermedium. Das kostet im schlimmsten Fall einmal Geld und danach nie wieder. Sie landen im digitalen Nirvana im Wust von jahrzehntelanger Fotoorgien. Dazu kommt noch, dass Fotografieren nun nicht mehr den Besitzern einer reinen Kamera vorenthalten ist sondern jedes Handy mittlerweile vorzeigbare Fotos produziert. Die Exklusivität der Fotografie und aus des Fotografen ist somit gestorben. Jeder ist mittlerweile in der Lage ein Foto zu machen was qualitativ kaum von den heutigen digitalen Kameras zu unterscheiden ist.

Technik macht keinen guten Fotografen

Die Schnelligkeit des Alltags.

Eine Kamera ist eine Kamera ist eine Kamera ist ein Haufen Plastik und Drähte. Die Technik macht keinen Unterschied zwischen einen guten und einen schlechten Fotografen. Der Haufen Plastik zwischen unseren Händen ist ein austauschbares Werkzeug! Denn die Meisten haben vergessen, dass die Technik nicht das ersetzt was hinter der Kamera passiert und hetzen von einem Bild zum nächsten. Ohne sich auch nur die Zeit zu nehmen die Situation auszuloten. Wer meine Blogs gelesen hat weiß, dass man sich immer etwas Zeit nehmen muss. Nicht nur in der Planung sondern auch Vorort.

Stellen wir uns einfach mal folgende Frage: Was sprich für einen guten Fotografen? Wenn er tausende Fotos bei einem Shooting macht und danach stundenlang vor dem PC verschwindet und dann mit 5 Fotos auftaucht? Oder wenn er vielleicht nur hundert Fotos macht und diese dann sogar ohne Nachbearbeitung vorzeigbar sind? Wer von beiden vertraut mehr auf den Zufall und wer vertraut hier mehr auf seine Vorbereitung?

Aber zurück zum „sich Zeit nehmen“! Was mich angeht endet die eine oder andere Fototour beim Cafe meiner Wahl und die Kamera steckt noch in den tiefen meines Rucksacks. Ich genieße einfach dann den Tag, das Wetter oder einfach meinen Kaffee und lade meine Akkus auf. Oder ihr findet mich irgend beim Blog schreiben. Manchmal muss man sich einfach die Zeit nehmen und sich um sich selbst kümmern anstatt mit voller Gewalt sich zu Bildern zwingen. Die werden dann eh nur Mist.

Mit freundlichsten Grüßen

2 Gedanken zu “Fotografieren wir zu schnell?

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