Wie Schlaglöcher auf einem holprigen Waldweg

Immer wieder habe ich behauptet, dass unsere Bilder eng mit unserer Persönlichkeit verbunden sind! Es sind aber nicht nur unsere Bilder sonder auch die Art und Weise wie wir planen, wie wir unsere Fotos machen, was wir mit unseren Fotos machen – alles hat direkt mit uns zu tun! Alles sagt etwas über uns als Person aus. Auch das totale ausbleiben von Persönlichkeit in der Fotografie.

Unsere Persönlickeit beeinflusst unsere Fotografie sehr stark

Nicht nur unsere Persönlichkeit beeinflusst uns beim Fotografieren sondern wir als gesamte Person. Von körperlichen Wehwehchen bis hin unseren Abneigungen.Aber auch externe Einflüsse sollten wir nicht ganz vergessen. Als Beispiele führe ich gerne mal drei private Punkte an:

  1. Mein Wiedereinstieg in die Fotografie erflogte quasi unter der Anleitung von Herrn Rausch. Dies blieb aber nicht nur bei der reinen Fotografie sondern wandelte sich auch schnell zu einer kleinen kognitiven Verhaltenstherapie (mehr oder weniger unbewusst). Quasi rein in die Fotografie und weiter raus aus meiner Depression. Und nun die Frage: Wären meine Fotos die Selben wenn einer dieser Punkte nicht gewesen wäre?
  2. Seit ein paar Monaten nun trage ich eine Brille und sehe meine Umwelt nun endlich schärfer. Ich ärgere mich nach einer Fototour nun nicht mehr über unscharfe Bilder. Aber warum interessiert mich nun eine absichtliche Unschärfe in der Fotografie als Stilmittel?
  3. Meine Bilder werden entweder garnicht bearbeitet oder ich poliere die Helligkeit und den Kontrast nach nur um dann das ganze denn in Schwarz-Weiß umzuwandeln. Mehr brauche und will ich auch nicht. Und wenn man mich fragt lehne ich aktuell die Bearbeitung ab. Aktuell geht mir da zuviel Zeit und Nerven für drauf und das Ergebnis bekomme ich auch super mit den „kleinen“ kostenfreien Programmen hin.
Ein Bild für den Mainstream.

Am meisten sollten wir darauf achten den externen Einflüssen von anderen „Fotografen“ nicht all zuviel Spielraum zu geben. Die fremde Erwartungshaltung kann die Entwicklung des eigenen Blicks zum Stillstand bringen. Denn wenn wir nur versuchen fremde Erwartungen zu erfüllen werden wir nie über den blanken unkreativen Kopierprozess in der Fotografie hinaus kommen. Gleiches gilt übrigends im privaten Bereich. Rennt man dort nur den Erwartungen anderer hinterher nimmt die eigene Persönlichkeit und auch Psyche enormen Schaden. Kreativität und „Authentisch sein“ entspringen nicht einer Gleichschaltung mit dem fotografischen Mainstream sondern aus der Freiheit von Zwängen und Regeln. Denn die Kunst ist immer frei und daher sollten wir auch frei von fremden Erwartungen sein.

Wir sollten uns also bewusst machen:

1. Es wird immer wieder Dinge geben, die nicht vielleicht nicht (mehr) funktionieren
2. Es werden nie alle mit unseren Fotos oder unserer Art Fotos zu machen zufrieden sein
3. Wir können und sogar dürfen nicht von jedem gemocht werden!

Wir sollten uns daher nur an eine Sache anpassen: An uns selber! Wir sollten bei Zeiten Alternativen für fotografische Probleme suchen, improvisieren und frei improvisieren! Und ja, dies ist kein einfacher Weg sondern ein matschiger Weg mit Schlaglöchern in denen wir oft genung feststecken werden. Die Kunst ist nur, diese Weg selber zu gehen.

Fehlende Technick ist auch nur eine Ausrede!

Es gibt einen guten Grund warum ich hier nicht über Kameras oder sonstigen Technickkram schreibe! Denn eine 10.000 Euro Kamera macht die gleichen Wegwerfbilder wie eine 150 Euro Kamera wenn der Mensch dahinter nur ein charakterliches Abziehbild ist. Technick ersetzt weder die Persönlichkeit noch ersetzt sie gewisse Grundtechnicken oder ein Grundwissen, die/das man als Fotograf wissen/kennen/umsetzen muss. Selbst als Hobbyfotograf muss man ein gewisses Maß an Grundwissen haben. Wer sich voll und ganz hinter den Automatikprogrammen seiner Kamera versteckt zeigt nur eins, das fehlende Interesse an der Fotografie und ihrer Grundlagen.

Nikon f90x. Mehr Technik ist nur Ablenkung!

Anstatt sich gleich zu fragen mit welcher Kamera ein Bild gemacht wurde sollten wir uns lieber mit der Warum-Kette beschäftigen: Warum wurde das fotografiert, warum wurde das so fotografiert und warum nicht anders? Wenn wir anfangen so zu fragen oder zu denken verändern wir nicht nur die Wahrnehmung der Bilder die wir sehen sondern auch unsere Wahrnehmung der eigenen Fotografie. Das blanke Bild rutscht in den Hintergrund und unser Fokus geht auf die Persönlichkeit der Fotografie und des Fotografens. Wir fangen an neue Wege, kreative Ideen und neue Chancen für uns zu finden. Nurso machen wir unseren Weg frei für den eigenen Blick. Unsere Bilder fallen dann in der Masse auf. Und nur so entstehen Bilder zu denen wir 100 prozentig stehen können und die nicht jedem gefallen!

Dieser Weg ist keine glatte Überholspur…

… aber dafür ein matschiger Waldweg voller Schlaglöcher in denen wir zum Glück auch mal stecken bleiben und lernen wie wir trotzdem weiter kommen. Wir fliegen auf die Fresse, stehen wieder auf, wischen den Schlamm vom Objektiv und gehen unseren Weg weiter. Je weiter wir auf diesen Weg kommen umso mehr werden wir unsere Entwicklung und die Ergebnisse wertschätzen.

Oder seht ihr es anders? Seit ihr bequem und passt euch der breiten Masse an nur um doch noch den letzten Betrachter nicht zur Kritik zu verhelfen?Wollt ihr von jeden gemocht werden? Ich bin mal so frech und fordere eine DIskussion hier in der Kommentarspalte! Oder wollt ihr warten bis hier der Mainstream antwortet? Dann wartet ihr aber vergebens!

Mit freundlichsten Grüßen

4 Gedanken zu “Wie Schlaglöcher auf einem holprigen Waldweg

      • natürlich ist er nicht gerade, Kurve um Kurve, hoch und runter ist dieser Weg. wie er für dich wäre? das kann dir keiner sagen. da tolle ist. es ist ja mein weg und den bestreite ich ganz alleine. Du und andere können daneben mitlaufen, auf ihrem eigenen Weg . Und dabei können wir eine Menge Spaß haben. Und müssen auch Spaß haben. Den mit Spaß ziehen wir den Nachbarn aus dem Dreck, wenn er mal gestolpert ist.

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