Werde zum Beobachter

Egal in welchen Bereichen der Fotografie wir unterwegs sind, eine Sache haben wir alle gemeinsam: Wir stehen immer außen vor und sind im idealen Fall ein interessierter und aufmerksamer Beobachter. Dies ist ein weiteres Merkmal eines guten Fotografen.

Ich bin in der Streetfotografie unterwegs, deswegen soll sie uns hier als Beispiel dienen.

Wir haben uns also Gedanken gemacht und stehen am gewählten Ort. Aber was nun? Die Kamera erstmal in der Tasche lassen. Beobachtet den Platz und versucht euch einzuleben, oder anders gesagt: Findet das Gefühl für den Ort an dem ihr gerade seid!

Ohne Kaffee gibt es für mich kein Einleben!

Hierfür gibt es hilfreiche Gedanken, denen ihr nachgehen solltet:

  • Gibt es besondere Bereiche oder Abläufe an diesem Ort?
  • Wo und weshalb sammeln sich die Menschen hier?
  • Wie verhalten sie sich in diesen Bereichen?
  • Welchen Einfluss hat das Wetter, der Verkehr, die Uhrzeit etc.?

Dies sind nur einige der Fragen. Nehmt euch ruhig Zeit, um sie für euch zu beantworten und das am Besten jedes Mal bevor ihr los legt. Wandert dabei ruhig umher, wechselt die Position und den Blickwinkel. Je öfters ihr dies wiederholt umso mehr Details und Eigenheiten fallen euch auf.

Bringt eure Vorlieben und Sinne ins Spiel!

Sobald ihr euch „einlebt“ setzt euer Gehör, den Geruchssinn und alle anderen Sinne ein. Kommt irgendwo der Geruch von leckeren Essen her? Hört ihr Straßenmusiker oder seht Straßenkünstler, dann folgt diesen Reizen. Je aufmerksamer ihr eure Umgebung wahrnehmt umso mehr lebt ihr euch ein. Dies ist das Grundgerüst für gute Bilder.

Habt ihr euch eingelebt, solltet ihr eure Fantasie weiter nutzen. Das leckere Essen, welches ihr gerochen habt bietet dank eines Teleobjektives unendliche fotografische Möglichkeiten. Es muss nicht mal euer eigenes Essen sein.

Dies ist nur ein Beispiel von vielen, denn jeder von uns folgt anderen (individuellen) Reizen. Wichtig ist nur, dass ihr achtsam eure Umgebung mit all euren Sinnen wahrnehmt (seit quasi im Moment). Genauso wichtig ist es, dass ihr beim Fotografieren eure Fantasie nutzt.

Die Bilder, die dann entstehen, sind unverwechselbar und tragen eure eigene individuelle Handschrift.

Beobachtung, Sinneseindrücke und Fantasie sind mächtige Werkzeuge, die Jeder von uns hat. Wir müssen sie gegebenenfalls nur wieder erlernen und uns wagen sie einzusetzen.

Zum Abschluss habe ich ein Zitat für euch:

Es möge dir nicht lästig erscheinen, manchmal stehen zu bleiben und auf die Mauerflecken hinzusehen oder in die Asche im Feuer, in die Wolken oder in den Schlamm […]. Durch verworrene und unbestimmte Dinge wird nämlich der Geist zu neuen Erfindungen wach.

Leonardo da Vinci

Mit freundlichsten Grüßen

9 Gedanken zu “Werde zum Beobachter

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