Über die Wirkung der Fotografie

Liebe Freunde der schöneren Fotografie,

die Fotografie gewinnt erst ihre volle Wirkungskraft, wenn wir sie, uns in ihrer Ganzheit betrachten.

Dies bedeutet die Fotografie, in ihrer Vielschichtigkeit, ihrer Individualität, in ihrer Verschiedenheit der Meinungen, Ansichten und letztlich Abbildungen auch anzuerkennen.

Ein Fotograf oder eine Fotografie wird nicht besser, wenn er andere Sichtweisen, Meinungen und Abbildungen unterdrücken oder verbieten möchte.

Die Fotografie funktioniert nicht, wenn wir ihr nur zwei Kategorien zugestehen. Ein „Die ist nichts!“ oder ein „Weg damit!“ sind nur ein Ausdruck eines übergroßen und engstirnigen Egos, ohne Sachverstand. Diese Subjekte suchen ausschließlich das Negative und begründen es mit ihrer Blasiertheit, dass sie ungefragt für die Menschheit sprechen dürfen. Auffällig ist es, dass diese Subjekte niemals „das Schöne“ finden, welche sie dann, in einer vergleichbaren besonderen Weise hervorheben, wie sie die Kunst der Herablassung betreiben. Es sind selbsternannte „Herrscher“ über „Gut und Böse“, welche sich in einen großen Widerspruch zu sich selbst begeben, indem sie ihre eigene aufgeblasene Weltansichten, über die anderer Menschen stellen und dabei andere in ihrer Freiheit unterdrücken.

Freiheit ist für solche Tyrannen oder Fototerroristen ein paradoxer Begriff

Dessen Deutungshoheit, allein der Herrscher frei verfügen darf.

Es sind Antagonisten der freien Fotografie

Freunde, Bekannte und Familie, werden schnell mit Hilfe des Kreativitätsdispositiv und dem Kreativitätsimperativ zu Antagonisten des Fotografen. Ihre Triebkraft ist die Forderung der „totalen Rücksichtnahme“ und ihre blinde Unterwürfigkeit in ihrer eigenen Konformität. Sie bemerken gar nicht, dass sie die Individualisierung anderer Menschen aufhalten, unterbinden und verhindern. Ein Zulassen von Vielschichtigkeit, Vielfältigkeit und die Suche nach individuellen Lösungen, ist diesen Menschen völlig unbekannt. Alles soll so bleiben, wie es war, das Leben stellt für diese Antagonisten eine einzige Wiederholung aller Erlebnisse bis zum letzten Tage dar.

Die Tatsache, das Menschen, auch Fotografen idiosynkratische Wesen sind, schafft die Tatsache, dass ihre Sichtweisen und Abbildungen unterschiedlich und mit einer Individualität versehen worden sind.

Wer soll nun das Vorrecht, als Vordenker, Meinungsmacher oder „Bestimmer“ bekommen, was wir in Texten und Fotografien zu sehen haben? Ermächtigen wir uns selbst dazu und reicht eine einfache auf Vorurteilen gebildete  Meinung, dafür aus?

Seien wir ehrlich zu uns selbst!

Wie oft begeben wir uns selber in die Position des guten Freundes? Wie oft begeben wir uns in die Position des Antagonisten und suchen den größtmöglichen Mangel, den gröbsten Fehler oder irgendein anderes Ungenügen, um mit einer Selbstgefälligkeit auf den Mangel hinweisen zu können, um sich selber möglichst nicht weiter mit etwas zu beschäftigen?

Dieses Ausleben des Dispositives unserer Zeit vernichtet und entwertet den individuellen Menschen zunehmend. Die Folge dieses bedenkenlosen Auslebens, sind Menschen, welche wieder in streng geordneten gesellschaftlichen Klassen und Schubladen denken und Menschen unterschiedliche Wertigkeiten geben. Die Geschichte versuchte alle Menschen gleich zu machen, das Dispositiv unserer Zeit hält alle Menschen in einem Gefühl des „nicht gleich genug“-Seins. Die Tendenz sich über andere Menschen hinwegzusetzen, welche nicht einem X beliebigen Aspekt genüge tragen, zerstört das Individuelle, das Besondere und wird von der Allgemeinheit geschluckt. Hierfür werden mystische und besondere Gründe herangezogen, um eine Individualisierung aufzuhalten.

Es gilt:

„Bei uns war das immer schon so!“. 

So entsteht ein Paradoxon von Freiheit, welches das Individuum nur in sehr engen und fremd gesetzten Grenzen zulässt und nur innerhalb dessen als frei zu bezeichnen ist. Diese eingehegte Freiheit, wird umso fragwürdiger und gefährlicher, je größer die individuelle Abweichung des Eingehegten ist. Denn Abweichungen werden mit großer Brutalität und Gewalt bekämpft, es beginnt erst mit dem Hinweis der „totalen Rücksichtnahme“ und dem Hinweis eines Ungenügens, fruchtet die Ermahnung nicht, wird man schnell aus sozialen Gruppen ausgeschlossen und erst zugesprochene „Talente“ werden im Nachhinein wieder abgesprochen.

Aber die Welt ist nun mal so, dies müssen wir ohne murren hinnehmen!

Liebe Grüße Herr Rausch

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