Die Freiheit des Fotografen

Liebe Freunde der schöneren Fotografie,

wie frei ist der Fotograf, in seiner Arbeit und in der Gesellschaft?

Das sich das Kreativitätsdispostiv unserer Zeit auch auf den Fotografen auswirkt liegt auf der Hand.
Die ständige Suche des Dispositiven, dem Ungenügen, dem Mangel und dem Fehler im Anderen beschreibt das Kreativitätsdispositiv, von dem ich spreche. Bei einem Fotografen, führt dieses Dispositiv, nicht selten zu einer nie endenden Suche, nach dem eigenen Stil und einer ständigen und nie endenden Erneuerung der eigenen Persönlichkeit. Mit dem Ziel sich selbst und seine Fotografie immer wieder neu zu erfinden. Im Grunde ist diese Suche ein Fass ohne Boden. Die Gesellschaft, die Wirtschaft, Antagonisten, Bekannte, Freunde und die Familie, haben letztlich auch kein Interesse daran, dass diese Suche jemals aufhört. Denn auf diese Weise verlieren sie Einfluss auf den zu manipulierenden Fotografen.

Ihr glücklichen Augen, Was je ihr gesehn, Es sei wie es wolle, Es war doch so schön!

Die schmerzhafte Wahrheit

Einzig und allein die Wirtschaft setzt darauf, dass du deine Suche und deine Versuche als Fotograf nicht aus Frust einstellst.

Alle anderen sind oder währen eher erleichtert, wenn du es als Fotograf endlich einsiehst, dass du einfach nicht gut genug bist und den Mist endlich sein lässt. Denn es hat wirklich niemand in deiner Umgebung vor, dich ernsthaft für deine Arbeit als Fotograf zu entlohnen, zu belohnen oder gar ernst zunehmen.

Wenn dem so sein sollte, dann können andere dies zuerst machen.

Denn nach den Aussagen deiner Freunde, Bekannte und Familienmitglieder ist es so, dass hier, jetzt und in der Vergangenheit, reichte es nicht reichte, um dich als Fotografen ernst zu nehmen.

Warum sollten sie es in Zukunft tun?

Für die Mehrheit ist es am Besten, wenn sich aus persönlicher Bequemlichkeit nämlich rein gar nichts ändert. Es bedeutet große Unannehmlichkeiten, wenn sich dein Freundes- und Bekanntenkreis und deine Familie plötzlich und unerwartet darauf einstellen müssten, dich als Fotografen tatsächlich ernst zunehmen. Es würde ein verlassen der Komfortzone bedeuten und einen nicht lösbaren Widerspruch im Weltbild deines sozialen Umfeldes. Hier finden wir auch einen der Gründe, weshalb gerade im altbekannten sozialen Umfeld innerhalb kürzester Zeit sehr große negative Kräfte entstehen und zielgerichtet auf den degoutanten und „abgehobenen“ Fotografen losgelassen werden. Mit dem Ziel in wieder in seine vorgefertigte Schublade des Spinners oder des Nerds mit aller Gewalt rein zu prügeln.

Die Wirtschaft allerdings produziert dir gerne immer wieder neue Produkte, in denen deine mangelnde >>Kreativität<< quasi verbaut wurde. Ist dein Umfeld anschließend immer noch mit dir unzufrieden, dann lag es in jedem Fall nur am falschen Produkt und nicht an dir.

Wie du es auch drehst, der Kunde ist König!

Selbst dann, wenn es kein Kunde ist, weil er dich gar nicht bezahlen möchte und will. Denn die „großen Fürsten und legendären Könige“ bezahlen nicht selten allein mit ihrer Dankbarkeit, ihrer kurzweiligen Aufmerksamkeit deiner niedere und unwichtigen Persönlichkeit.

Die verbotenen Aufgaben des Fotografen

Es war mal die Aufgabe des Fotografen, etwas zu dokumentieren, festzuhalten, zu inszenieren, zu erzählen. Ein Fotograf wurde als sprudelnde Quelle von Kreativität gesehen, der nicht allein durch seine Werke auffiel, sondern auch durch seine schöpferische Tätigkeit, durch seinen Charakter und Handlungen, er galt als Vorbild und Anreger, er war Inspirationsquelle für andere Personen und wurde deswegen geschätzt.

Was bleib jedoch davon übrig?

Gott sei dank, sind diese Zeiten endlich vorbei!

Der zeitgenössische Fotograf, seine Arbeit, sein Wesen, sein Charakter, seine Anregungen und Inspirationen sind wertlose Konsumprodukte geworden, welche in jedem Falle zwingend sensationell günstig und mindestens gratis sein müssen! Dabei geht es mehr um Marketingstrategien und Marketing-Merkmale, es geht um den Verkauf und Absatz von fertigen und leichten Fotorezepten und Gadgets. Am schönsten ist es, wenn in den Produkten die nötige Kreativität eingebaut wurde. Fotografen, welche sich als Förderer und Entwickler einer individuellen, selbstentwickelten Kreativität sehen, um verschüttete, unentdeckte oder falsch verstandene Kreativität zu entwickeln, werden ausgesondert, unterdrückt, und tabuisiert. Dies liegt an der Weigerung des Einsehens, dass Fotografie nicht mit angeborenen Talenten und Genen zu tun hat.

Die ungeschulte Masse ist sich ihres Unwissens nicht bewusst und fühlt sich schnell provoziert, angegriffen und unter Druck gesetzt.

Sie ist genötigt diese „neue“ unbekannte Kreativität schnellst möglich, als ungenügend und unkreativ zu deklarieren, da sie einen bedrohlichen und unbekannten Eindruck macht. Die ungeschulte Masse beruft sich hierbei, auf eine angeborene Gabe, nur sie sei in der Lage „echte“ Kreativität, auf dem ersten Blick zu erkennen. Es ist ihre besondere Gabe, welche sie dazu legitimiert, über andere Fotografen zu urteilen und diese frei, nach eigenen Wünschen zu behandeln und unter Umständen sogar kurzweilig mit wohlwollen zu belohnen.

So seh ich in allen, Die ewige Zier Und wie mir’s gefallen Gefall ich auch mir.

Die Ungeschulten, sind weder Sinnstifter, noch Weltschöpfer

Sie sind keine Fotografen, keine Philosophen, keine Intellektuellen, sie sind nicht mal ernsthaft an irgendetwas interessiert. Sie sind nicht in der Lage irgendeine Person durch ihre Legitimierung zum Fotografen zu machen, sie können keinen dazu Ausbilden oder dahin motivieren. Ihr alleiniges Ziel ist die Ab- bzw. Entwertung von allem, was diese ungebildete Masse umgibt. So entwertet sich letztlich selbst.

Das Dilemma des Fotografen

Ist es, dass von ihm erwartet wird, dass er ein fotografisches Werk erschafft, dass auf den Betrachter inspirierend wirken soll und vielleicht sogar kreative Kräfte freisetzen soll, dies setzt allerdings genug Kenntnisse des Betrachters, in den Themen der Fotografie voraus, um erstens Kreativität in einem Foto zu erkennen und zweitens, diese auch wertschätzen zu können. Hier ist der Fotograf genötigt, sich der Gunst und unendliche Gnade seiner „Exzellenz“ des Betrachters unterzuordnen und sich in seiner Freiheit einzuschränken, um im geistigen und vorstellbaren Horizont seiner „Exzellenzen“ zu bleiben. Meist verlangen die hohen selbstgefälligen Betrachter eine schlichte, leichte Kost fotografischer Bildwerke und möchten sich nicht mit lästigen und tieferen Gedanken plagen, sie reagieren sonst schnell mit Wut und Ärger, dies ist jedem Fotografen mittlerweile bewusst. Einzig und allein die beruhigenden Konsumprodukte mit sedierender Wirkung, welche leicht und schnell zu kopieren sind, werden freudig angenommen. Der Sinn dieser Produkte ist es, denjenigen, der gerne selbst kreativ wäre, die Angst zu nehmen, er sei nicht „kreativ“ genug.

Die Aufgabe des modernen Fotografen der Gegenwart

Seine Aufgabe ist es Dinge zu produzieren, welche in uns ein Gefühl auslösen, dass wir jederzeit selbst vergleichbar kreativ werden könnten, wenn wir es nur wollten. Seine wichtigste Aufgabe ist es in dem Betrachter in eine Stimmung zu versetzen, die ein “Ich könnte dies auch, wenn ich nur wollte“, auslöst.

Hierbei ist auf den folgenden Punkt mit besonderer Wichtigkeit zu achten:

  • Ohne sich groß für Fotografie interessieren zu müssen oder etwas zu erlernen.

Die Fotografie wird so zu einer beliebigen nebenbei Beschäftigung, um der Zurschaustellung der großen eigenen „Kreativität“ willen. Es reicht völlig hyperaktiv Bildchen zu produzieren, um Kreativität nachzuweisen, ohne sich eingehend mit etwas zu beschäftigen, ohne den ermüdenden Part des Erlernens oder Trainierens, ohne das Ziel sich irgendwo weiterzubilden, weder in Technik, Sichtweisen oder Persönlichkeit. Allein die richtige Auswahl des trendigen Fotofilters, die Selbstdarstellung in höchst sozialen Netzwerken, durch eine vorgefertigte Marketingstrategie, der übertriebene Einsatz von Lightroom und Photoshop, reichen aus, um ein „erfolgreicher“, „angesehener“ und „ernstzunehmender“ Fotograf zu werden. Dem anschließend seine Follower zu Füßen liegen. Auf diese Weise wird der Fotograf zum Kopierer von erprobten und erfolgreichen Rezepten, im Gegenzug bewerten wir die Fähigkeiten des Kopierens und nicht der Kreativität des Fotografen.

Aber wen sollte so etwas heute noch stören?

Die Folgen der „Marketing-Hipster“

Sie werden für ihre Fotografien nicht sonderlich belohnt, aber sie verkaufen ihre „kreativen“ Filter und Marketingrezepte, um den unterentwickelten Fotografen weiterzubilden. Ich wiederhole es gerne nochmal:

Wir definieren den zeitgenössischen Fotografen nicht mehr, über seine Bilder, sondern darüber wie gut er es schafft fertige Rezepte zu kopieren und diese als neue Rezeptur zu verkaufen, ohne dabei wirklich kreativ oder fotografisches Wissen zu haben und zu benötigen.

Auf diese Weise wird der Fotograf zum Händler von Konsumprodukten, er könnte auch Teebeutel anpreisen, die fotografische Kreativität versprechen. Wir erkennen eine kleine Paradoxie und Ironie, denn so können wir kreativ wirken, ohne kreativ zu sein, indem wir den Kreativitätsbedürftigen mit fertigen und schnellen Rezepten versorgen, die genug Kreativität versprechen.

Wie sonst, wollen wir die gewaltige Bilderflut im Internet begründen?

Soll sie etwas bestimmtes Veranschaulichen, Bewirken oder Vermitteln? Ist es das Auslösen des Impulses, sich mit der Fotografie eingehend zu beschäftigen? Ist es die tiefe Entfachung des Wunsches, sich in Werkbetrachtungen zu schulen, um etwas Sinnstiftendes zu äußern?

Auf diese Weise legt der Fotograf sein Verständnis von Fotografie, Kreativität und Kommunikation offen sichtbar, für Alle auf den Tisch. Er zeigt sein ästhetisches Verständnis von freier Fotografie, gleichzeitig zeigt sich dieses Verständnis seiner Betrachter und Fans auch offen, durch Reflektionen, Kritiken und Aussagen.

Der zeitgenössische Fotograf, hat seine kreativen Fähigkeiten nicht für sich allein zu nutzen

Er hat sich einer Kommodifizierung zu unterziehen, nicht indem er besondere Bildstrecken, besondere Sichtweisen oder wesentliche Fotografien erschafft, er hat seine Kreativität, für bedürftige Menschen einzusetzen, damit sie befreit von der Sorge leben können, eventuell nicht kreativ genug zu sein.

In der Vergangenheit lebte der Fotograf vom Rezipieren und Rezitieren und die damit verbundene Diskussion, um seine Werke. Er sorgte für eine möglichst vielschichtige Diskussion, welche ein Maximum an Konzentration, Fokus, Interesse und Hingabe des Betrachters voraussetzt, welche darüber hinaus an einer sinnstiftenden Diskussion interessiert ist.

Diese Ziele und Forderungen sind heute nicht mehr erreichbar, was mit dem Zerfall unserer Diskussionskultur, der Zunahme an Kurz- und Schnelllebigkeit, dem Gebot der totalen Rücksicht und den Dispositiven zu tun hat.

Eine gesellschaftliche Mehrheit findet und organisiert sich heute nur noch, wenn sie etwas Ablehnendes vorfindet.

Dies lässt sich schnell nachvollziehen, in der Ablehnung der Masse von Museen, Galerien und Kunst, in der Ablehnung von anspruchsvollen Texten, Fotostrecken und Theaterstücken oder Filmen. Die Masse verspürt, im Angesicht solcher Werke, eine unglaubliche Klarheit der Ablehnung, bei gleichzeitiger Bewusstwerdung eigener Ohnmacht, eigenen Unwissens, eigener Begrenztheit und klarem Desinteresse. Fotografen welche die eigenen Sichtweisen vertreten, kein Marketing-Rezept kopieren, ihre eigenen Arbeiten und sich selbst nicht „gratis“, als Konsumprodukt zur Verfügung stellen, gelten als Spielverderber und fallen dem egalitären, parasitären Verständnis von Fotografie zum Opfer.

Bist du reif genug für diese Fotografien?

Fotografie dient ausschließlich der eigenen Darstellung von Kreativität, ohne tieferen Sinn und Ernsthaftigkeit.

Die Forderung: „Fotografie, soll Spaß machen!“, wurde so zum Imperativ.
Auf diese Weise wird die Fotografie zum Spiegel unseres Lebens, sie zeigt uns kurzweilige Erlebnisse, welche geprägt wurden durch Oberflächlichkeit, schnellen Konsum, der totalen und parasitären Ausnutzung. Tiefgründige Fotografen, werden vom gesellschaftlichen Zwang des unterhalten Werdens ausgeschlossen, unterbunden und verhindert. Ein gesellschaftlicher Wandel, hin zum Nachhaltigen, Empathischen, Bedeutungsvollen, wird zunehmend verhindert und erschwert.

Sprich Erinnerung. Sprich!

Die befreiten freien Fotografen

Wirken an diesem Punkt, wie eine kleine unerwünschte Widerstandsgruppe, die genauso behandelt wird. Diese befreiten freien Fotografen, versuchen den unterprivilegiertem und bis zur Bewusstlosigkeit sedierten Troglodyten zu erreichen. Dabei ist die Freiheit, der befreiten freien Fotografen sehr umstritten. Sie setzen nicht auf Follower, nicht auf Beliebtheit, nicht auf Konformität und schon gar nicht auf schnelle Konsumierbarkeit, so erlangen die befreiten freien Fotografen eine Autonomie, welche die selbstherrliche Souveränität der ungebildeten, egalitären Masse herausfordert. Diese Klientel der Ungebildeten, sieht sich in der Macht der alleinigen Deutungs- und Meinungshoheit von „guter“ Fotografie beschränkt und bedroht. Schnell avancieren sie zu „Kulturhütern“ und sprechen jedem das moralische Recht ab, eine eigene Sichtweise zu haben, sie fordern vehement das Verbot für Fotografen welche sich, unkontrolliert und uneingeschränkt, im Internet zeigen und dabei der offiziellen Ansicht von Fotografie nicht entsprechen. Selbstverständlich tun diese „Kulturhüter“ dies alles im Namen der Meinungsfreiheit, der Demokratie und der Diversität.

Ihre Forderung:

“Fotografie, darf ausschließlich unterhaltend sein!“.

Ihre Meinung:

„Fotografie ist nicht der Ort, an dem wir, über Sichtweisen auf das Leben sprechen!“.

Diese Diskussion, wird natürlich mit mangelnder Ernsthaftigkeit und Beteiligung, um den kulturellen Sinn unserer Fotografie und der Fotografen geführt, dies entwertet diese Forderungen, bevor sie gestellt wurden. Der ungebildete Massenmensch steht heute für eine neue Einschränkung der Sichtweisen ein, für eine Einschränkung des Humanismus, für eine Einschränkung der Meinung und für eine Einschränkung des fotografierbaren, er fördert unfreie und konforme Massenfotografen, indem er enge Korridore des Erlaubten setzt, über dessen Grenzwerte allein der größte, stumpfeste und dümmste Troglodyt bestimmen darf. Unterstützt werden sie von Anerkennungsmaschinen wie Facebook und Instagram, welche den Fotografen im höchsten Maße abhängig und unfrei macht.

Der befreite freie Fotograf, widersetzt sich erfolgreich diesen Troglodyten.

Diese Troglodyten besitzen kein Wissen, kein Verständnis für Fotografie, keine Kultur und haben keinerlei Rechte, über die Zukunft der Fotografie, Kunst, Philosophie, Kultur, Ästhetik und Lebensweisen, um über deren zukünftigen Gestaltung Mitspracherechte einzuräumen. Ihre derzeitigen Versuche verfehlen jegliches Ziel, der Verbesserung unserer Gesellschaft, sie wirkend eher zersetzend und nervig. Diese Meinung, mag aus ganz persönlichen Erfahrungen hervorgegangen sein. Die Freiheit der Fotografie befasste sich seit ihrer Existenz, immer mit anderen Menschen, anderen Sichtweisen, anderen Kulturen, anderen Zeiten und anderen Gedanken, mit dem Ziel, sich persönlich und seine eigenen Erfahrungen zu erweitern.

Wenn wir Fotografen die Zukunft der Fotografie lieber egalitären, parasitären, empathielosen, zersetzenden und unsozialen Betrachtern überlassen wollen, verlieren wir unsere Meinungsfreiheit, unsere Kunstfreiheit, unsere Kultur, unser Mitgefühl und unsere Solidarität, für andere. Schon heute ist es so, dass wir gute Fotografen nicht an seiner Bildung, nicht an seiner Kultiviertheit, nicht an seinem Wissen, um die Fotografie, nicht an seinem Können erkennen, wir erkennen ihn allein an der Anzahl seiner Follower, ohne dabei auch nur ein Foto vorher gesehen haben zu müssen. Fotografen mit unbeliebten und anspruchsvollen Themen, kommen auf diese Weise nicht zur Sprache und werden nicht beachtet. Diese Vorgehensweise beschränkt die Vielfalt der Fotografie, sie fördert konforme und leicht kopierbare Rezepte, bei zeitgleicher Einschränkung von Sicht- und Denkweisen und damit Einschränkung der Meinungsfreiheit, welche jegliche tiefer gehende Beschäftigung mit der Fotografie vollautomatisch unterdrückt und filtert.

Natürlich dürfen sich diese „Marketing-Hipser“ auf den Wandel der Zeit berufen, ihr verhalten ist trotzdem höchst doppelmoralisch, denn sie bestehen auf ihr eigenes Recht der Meinungsfreiheit und beschränken jegliches Recht der freien Meinungsäußerung anderer, es wurde sogar zur gängigen Praxis. Dieses Verständnis von Rede-, Sicht- und Meinungsfreiheit, welche von unseren Influencern oder tonangebenden Fotografen vertreten wird verkommt somit zur Manipulation der Masse. Sie ist nicht anderes, als eine Machtübernahme, über die Freiheit anderer Fotografen, um die eigenen Standpunkte, wie ein Tyrann, Diktator und Despot zu vertreten. Die Einschränkung der Meinungsfreiheit von Fotografen und seinen Fotografien, ist nicht zu trennen von der Einschränkung der Meinungsfreiheit insgesamt. Hierbei handelt es sich nicht, um Zensur! Es ist die Forderung der totalen Rücksichtnahme auf den ungebildeten und kulturlosen Menschen. Wir kennen dieses Vorgehen aus vielen verschiedenen totalitären Systemen, welche die Zerstörung von Meinungen, Kunst und Texten verlangte. Sie verboten Ausstellungen, Schriften, Bilder und Fotografien, um die öffentliche Ruhe zu bewahren.

Dem Fotografen von Heute bleibt kein Raum mehr,

indem er sich frei und individuell entwickeln darf. Alles muss dem Ziel der Wirtschaftlichkeit, Effizienz und der Selbstlosigkeit dienlich sein. Gerade die Weigerung von fremdbestimmten Zielen und Forderungen, führen zu scharfen Sanktionen. Die Festlegung durch Dritte, was du als Fotograf selbstlos zu fotografieren hast, wurde zur Norm. Die Festlegung auf die Selbstlosigkeit der Motive des Fotografen, schließen einen produktiven Diskurs und ein Zugeständnis der eigenen Individualität förmlich aus. Wer möchte offen als Egoist oder Egozentrisch bezeichnet werden? Hier verdrehen sich die Motive des Betrachters auf den Fotografen, der Betrachter möchte, etwas konsumieren, dass der Fotograf liefern soll, damit der Fotograf nicht Egoistisch ist, macht er dies selbstverständlich gratis. Wer sich als Fotograf nicht kommodifiziert wird ausgeschlossen! Dies bedeutet das Ende der freien Fotografie und damit auch der geistigen Beschäftigung mit anderen Sicht- und Denkweisen. Die Einhegung des Fotografen, sich in jedem falle kommerziell nutzbar zu machen, um für andere einen erkennbaren Wert, in seiner Beschäftigung zu ermöglichen, macht den Fotografen selbst im höchsten Maße verletzlich, abhängig und unfrei. Der Profit und das Vergnügen haben in jedem Fall der Fälle immer die „Elendsgewinner“ und „Elendsförderer“. Die alleinige Forderung an den Fotografen, ausschließlich oberflächliche, seichte und austauschbare Bildchen zu liefern, macht ihn zum Diener des Kitsches.

Die Freiheit der Fotografen wird nicht an seinem ästhetischen Wert bemessen

Sondern was die Betrachter unter freier Fotografie verstehen. Die Betrachter können allerdings nicht ihr Verständnis von Freiheit in der Fotografie nicht einlösen, damit wird ihr eigenes Freiheitsrecht sinnlos und verzichtbar. Wenn ein Fotograf seinen absoluten Status des Beobachters und Dokumentaristen aufgibt, sich als Marketing-Hipster oder Influencer darstellt, wird schnell zur Marionette von politischen, sozialen oder unternehmerischen Zielen Dritter und lässt sich dafür nicht ohne eigenen nutzen missbrauchen. Wer als Fotograf seine Autonomie verrät, verrät die die Autonomie ihrerseits.

Dies bedeutet:

Eine Aufkündigung frei und unantastbar zu sein und damit wirklich jeden ungebildeten Menschen, eine Rechenschaft über das eigene Handeln abzulegen. 

Nur wenn ein Fotograf, sich in den Dienst der oberflächlichen, trivialen Unterhaltung stellt, nur wenn er das Gefühl vermittelt, mit seinen fertigen Rezepten, Fotofiltern oder Teebeuteln, einfache und schnelle instant Lösungen für „Kreativität“ anzubieten, welche sich vorzüglich als konsumierbares Produkt beworben werden können, nur wenn ein Fotograf sich möglichst tyrannisch, herrschsüchtig gibt, indem er andere Fotografen, in seinen Sichtweisen diskriminiert, unterdrückt und als undiskutierbar deklariert, ist heute ein freier und vorbildlicher Fotograf.

Mit diesen Einschränkungen hat der zeitgenössische Fotograf widerspruchslos zu leben!

Liebe Grüße Herr Rausch

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Ein Gedanke zu “Die Freiheit des Fotografen

  1. Das Erschreckende an diesen unfreien „Fotografen“ die der breiten Masse dienen ist, dass sie den wenigen wirklich freien Fotografen im Grunde nichts gegen setzen können. Und daher nicht befähigt sind sich auch nur ansatzweise frei über die Fotografie auszutauschen. Da sie einer richtigen und individuellen Weiterentwicklung gänzlich ablehnend gegenüber stehen. Daher werden sie auf langer Sicht in der breiten Masse untergehen. Eine Diskussion mit ihnen und der breiten Masse führt in keiner Weise zu irgendeinen produktiven Ergebnis.

    Von daher ist der Gedanke interessant wie man die wenigen freien Fotografen und an der Fotografie interessierten Menschen erreicht. Denn Einer alleine ist keine Gefahr. Aber mit mindestens 2 Mann kann man rebellieren.

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