Warum Arbeit?

Liebe Freunde der schöneren Fotografie,

einer der größten Kritikpunkte in unserem Leben ist:

„Wir arbeiten zu viel.“

Aber was bedeutet das? Ist es wünschenswert eher mehr oder weniger zu arbeiten? Warum arbeiten wir überhaupt?

Bevor wir beginnen, definiere ich mein Verständnis von Arbeit.Ich bin der Meinung „Arbeit“ ist kein schönes Wort, kein schöner Begriff ist. Arbeit hat nichts mit „Pathos“ oder „Ethos“ zu tun. Auch wenn unsere „Arbeiterklasse“ in Deutschland es völlig sieht und zu einer (Adorno würde sagen:) „pathischen“ Meinung bzw. Arbeit als Pathos versteht. Genaueres Nachfragen und Nachhacken offenbart darüber hinaus ein mehr und mehr psychotisches Verständnis von Arbeit. Gründe finden wir hierfür in den zum Teil sehr schlecht ausgebildeten und angelernten Mitmenschen, welche ihren Arbeitsplatz durch die Digitalisierung verlieren werden. Da ein Roboter diese einfachen und stupiden Tätigkeiten schneller, effizienter und länger durchhalten kann als jeder Menschen.

So kommt es, dass eine große Zahl von Menschen mit dem Wort „Arbeit“ etwas Ungewolltes, etwas Quälendes und zwingend Zermürbendes verbinden. Wir nennen unsere Arbeit auch Schuften, Plackerei oder Schindern. Viel zu selten sehen wir die Arbeit als eine Beschäftigung mit etwas, oder als eine Verrichtung von einzelnen Tätigkeiten, welche einem Selbst mit Freude und Sorglosigkeit erfüllen. Für die Mehrheit ist Arbeit eine mühsame Pflicht. Hier liegt auch der Grund weshalb ich mich weigere Aufträge von Mitmenschen aus Mecklenburg-Vorpommern anzunehmen. Hier sind die Menschen zwar willens und bereit dich mit Arbeit zu versorgen, jedoch fehlt der Mehrheit, welche Arbeiten vergibt, jegliche Fähigkeit die verrichteten Arbeiten überhaupt zu bezahlen.

In der Physik ist „Arbeit“ etwas völlig anderes. Hier ist Arbeit: Energie, welche durch Kräfte auf einen Körper übertragen werden.

Arbeit ist Energie

Der Begriff „Energie“ gefällt mir wesentlich besser. Uns wird auffallen, dass viele von uns, nach der Arbeit energielos sind. Während andere vor Energie strotzen, trotz der vielen Arbeit. Woran liegt das?

Insgesamt ist unter dem Begriff „Arbeit“ sehr viel mehr zu verstehen, als nur die Ermöglichung der Befüllung des Kühlschrankes und das Bezahlen von Rechnungen. Ich, für mein Teil, bin am glücklichsten, wenn ich mich mit meiner kreativen Arbeit als Fotograf oder Philosoph beschäftige. Dieser Teil meiner vielen verschiedenen Arbeiten erfüllt mich am meisten mit Freude, Glück und Zufriedenheit. Ich fülle meine „Energie“ auf, wenn ich mich mit meiner Fotografie, meinen Ideen und meinem Blog beschäftige. Dies liegt am Aktiven erschaffen von etwas und kein Stumpfes abarbeiten von Listen oder Tabellen darstellt.

Das „aktive Machen“ als Arbeit, in der Freizeit ist das Gegenteil von stumpf konsumierter Unterhaltung, welche eher betäubend (sedierend) und passiv auf einem einwirkt.

Ich möchte das Konsumieren an dieser Stelle nicht verurteilen. Das Konsumieren von Lebensmitteln ist für uns lebensnotwendig. Es ist nur wie mit allen anderen Dingen im Leben. Wir sollten uns mehr Gedanken machen was wir da konsumieren und warum? Am Ende zählt sogar das Maß des Konsumierens.

Arbeit ermöglicht uns erst das Konsumieren.

Viele von uns sind leider nach der Arbeit so ausgelaugt, platt und energielos, dass es schlichtweg egal wird, was wir konsumieren. Hauptsache der Akku wird irgendwie schnell gefüllt, ohne dafür die nötige Zeit aufzuwenden. Es bleibt mir ein Rätsel, warum wir gerade aus dem Grund der Effizienz einen großen Bogen um die Philosophie, der gesunden Ernährung, anspruchsvoller Literatur und Kunst machen. Mit Abstand die meisten von uns werden zur Arbeit gehen, um ihren Kühlschrank zu befüllen. In der Vergangenheit war die Arbeit auf dem Feld die einzige Möglichkeit, um an Lebensmittel zu kommen.

Wer von uns ist vom Hungertod, Obdachlosigkeit bedroht, wenn er seine Arbeit verliert?

Heute sieht es ein wenig anders aus. Wir arbeiten nicht mehr allein für unseren Kühlschrank. Ein kleiner Teil von uns in Mecklenburg-Vorpommern wird arbeiten gehen, um Geld zu „verdienen“. Ich sage extra bei uns in Mecklenburg-Vorpommern, da nirgendwo anders in der Bundesrepublik Deutschland die Löhne seit 20 Jahren die niedrigsten sind, bei gleichzeitig längster Arbeitszeit im vergleich zu allen anderen Bundesländern. (Quelle: Landesamt für Statistik Seite 62)

Geld bewirkt Macht, Status, Einfluss und Freiheit. Allerdings wird sehr oft übersehen, dass gerade „das Verdienen“ nicht selbstbestimmt ist, es liegt komplett in den Entscheidungen eines anderen und ist somit fremdbestimmt. Dies bedeutet, dass ein Kunde, ein Teamleiter, ein Chef oder ein Vorgesetzter darüber bestimmt und entscheidet, ob du dich genug verdient gemacht hast, um dir auch mehr Geld zu geben, immer häufiger macht es ein Computer.

Wie sehen hier eure selbst gemachten Erfahrungen aus?

Insgesamt ist nichts gegen den Wunsch mehr Macht, Einfluss oder Freiheit einzuwenden, aber ist dies tatsächlich nur durch Arbeit und Geld zu erreichen? Natürlich ist unsere „Arbeit“ ein kleines Puzzleteil, welches zur Bildung unserer Persönlichkeit gehört. Die Arbeit vermittelt uns einen sozialen Status und ordnet uns in die jeweilige gesellschaftliche Schicht ein. Die Mehrheit von uns wird vermutlich Arbeiten, um Geld zu verdienen! Geld ist in unseren modernen Gesellschaften das Mittel, um unsere immer größer werdenden Wünsche und Begierden zu erfüllen.

Aber warum arbeitest DU und wofür?

(Mache es zu deiner ganz persönlichen Frage!) Schließlich verkaufen wir durch „Arbeit“ einen Teil unserer Lebenszeit, Lebensenergie, unsere Leidenschaft und unseren Fokus der Aufmerksamkeit. Gerade der Verkauf unserer Aufmerksamkeit und „Energie“ macht es uns schwer, woanders nach schöneren Formen der Arbeit zu suchen. Anschließend geben wir das verdiente Geld aus für:

  • Fast Food
  • Café „To-Go“
  • Fertigessen
  • billige Kleidung
  • irgendwelche Autos

All diese Dinge zwingen uns dazu noch mehr zu arbeiten.

Genau hier liegt der Punkt, wo es nach meiner Meinung anfängt, falsch zu laufen. Wir nutzen unser Einkommen als eine Art „Punktesystem“, wir setzen dieses System ein, um unseren Selbstwert zu definieren und uns in unserer Gesellschaft zu verorten. Diese Vorgehensweise fördert „Arschlöcher“. Dieses System fördert nämlich die Skrupellosigkeit und kriminelle Energien, welche darauf setzt dich und deine Arbeitsleistung schamlos auszunutzen, um selbst steinreich zu werden. Einer sozialen Verantwortung gegenüber Angestellten, dem Staat und der Natur muss man auf diese Weise nicht nachgehen.

Nutzen wir Geld wie „Goldstücke“ in einem Computerspiel, dann ist es fast wie im richtigen Leben. Wir nutzen diese „Goldstücke“, für mehr Waffen und mehr Gegenstände, um unseren Charakter zu verbessern.

Die Frage ist:

Macht uns das Durchspielen eines Spieles mit genug „Goldstücken“, Waffen, Gegenständen, Leben und Ausrüstung zu wahren glücklichen Menschen im realen Leben?

Vielleicht ist es die Art deiner Arbeit, welche deinen Selbstwert formen sollten und nicht dein Einkommen?

Hebammen verdienen erschreckend wenig Geld und können kaum von ihrem Einkommen leben, trotzdem haben sie einen unsagbar schönen und wichtigen Beruf.

Ehrlich gesagt habe ich keine endgültige Antwort zum Thema „Arbeit und Geld“. Die Digitalisierung unserer Gesellschaft wird die Begriffe „Arbeit“ und „Einkommen“ zu einer neuen Begriffsfindung zwingen.
Deshalb breche ich an dieser Stelle ab, mit der Bitte folgende Fragen zu beantworten:

  • Warum arbeite ich?
  • Wie viel Geld benötige ich im Verhältnis zu meinen Wünschen und Begierden?
  • Was bedeutet Geld für dich in philosophische Sicht?
  • Welche Art von Arbeit gibt dir einen Selbstwert und einen Sinn in deinem Leben? (Warum übst du diese Tätigkeit nicht aus?)
  • Welche Art von Arbeit würde deine Ziele im Leben unterstützen?

Liebe Grüße Herr Rausch

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