Das Manifest des Fotografen

Fotografiere einfach!
Sei sorglos und leidenschaftlich. 

So bekommst du alle „Hater“ und Antagonisten deiner Fotografie in den Griff.

Sie werden sich als Erste abwenden. Dies tun sie zwar nicht ganz ohne Protest, aber du kannst mit den wunderbaren Blockierfunktionen, welche das Internet für dich bereit hält, ein wenig nachhelfen.

Warum solltest du jemandem die Macht geben, ohne sinnvolle Gegenleistung über deine Fotografie zu entscheiden?

Das Internet ist unendlich groß, auf dieser Erdkugel leben 7.442 Mrd. Menschen (Stand: 2016, Tendenz stark steigend) und du sollst auf 10 Personen hören, welche deine Sicht auf diese Welt nicht mögen? 
Du sollst auf 10 Personen hören, welche sich selbst dazu ermächtigt haben, deine Fotografie in „gut“ und „schlecht“ zu teilen? 
Sei ehrlich zu dir selbst und höre dir ihre Kritik an und trenne dich knallhart, wenn sie dich nicht weiterbringt. 

  • Trenne dich, wenn die Kritik nur Beleidigungen und Wutausbrüche enthält. 
  • Trenne dich, wenn die Aussage im Kern nur ein „DU NICHT!“ enthält.

Erinnere dich daran, dass es deine Leidenschaft ist, dass es deine Lebensfreude ist, welche du mit anderen teilen möchtest. Fotografie ist eine Mischung aus Spaß am Leben, Erinnerungen und Kunst.

Die ganze Welt ist deine Leinwand! 

Niemand hat das Recht, dir vorzuschreiben, was, wie und wo du zu fotografieren hast. Sonst ermächtigst du andere, über dein Leben zu bestimmen. Lass dies niemals zu!

Deine Kamera ist dein Werkzeug, mit dieser teilst du deine eigenen Sichtweisen mit anderen. Es wird immer Menschen geben, welche deine Sichtweisen, deinen Lebensstil, deine Ziele, deine Wünsche mit unendlicher Energie hassen und verabscheuen. Sie verachten dich für deinen Mut, es anders zu machen, sie verabscheuen deine Version von deinem Leben, weil du nicht in ihre kleine Welt passt.

Ignoriere diese Menschen!

Du bist viele Jahre ohne ihre „Tipps“ ausgekommen. Warum sollte sich dies jetzt ändern? Diskussionen sind zum größten Teil kraftraubend und man fühlt sich danach elendig. Ignoriere diese Menschen einfach und schließe sie aus deinem Leben und deiner Fotografie aus!

Halte dich nicht zu sehr an deinen Fans fest!

Sie sind eigentlich viel gefährlicher als deine Hater! Denn nur ein kleiner Teil deiner „Fans“ wird es mögen, wenn du dich fotografisch veränderst. Sonst bewegst du dich schnell in einem immer kleiner werdenden Feld deiner Fotografie, nur um diese verdammten „Likes“ zu behalten. Wenn du dich weiterentwickelst, eine andere Art der Fotografie ausprobierst, dann werden viele dieser Fans dich auf einmal verlassen. Du brauchst dafür nur vom Hobbyfotografen zum Fach des bezahlten, professionellen Fotografen wechseln. Gehe eher davon aus, dass viele dich mögen, weil du „gratis“ gearbeitet hast und nicht, weil du so schöne Fotos gemacht hast.

Du bist gezwungen, deine Fans in zwei Lager zu teilen.

Das eine Lager besteht aus den richtigen Groupies, den Verrückten, es besteht aus Menschen, welche dir weiterhelfen, dich inspirieren und dir die Möglichkeit geben, dich zu entwickeln. Das zweite Lager mag einfach nur deine Fotografien, sie haben gar kein Interesse an dir und deiner Person. Sie wünschen auch keine Experimente, die wollen einfach nur stumpf berieselt werden. Aber einen Wert über den „Like“ hinaus wirst du von diesen Menschen nicht erwarten können. Sie wollen gar nicht, dass du oder dein Leben sich verändern. Sie wollen, dass alles so bleibt, wie es ist. Leider ist das Leben jedoch eine beständige Veränderung und bereits der gestrige Tag ist nicht wie der heutige. Am sinnvollsten ist es, dass du dem Tag, an dem sich letztendlich nichts mehr verändern kann, mit größtmöglicher Ehrfurcht begegnest. Bis dahin musst du aber alles tun, um wirklich soviel wie nur irgend möglich zu leben.

Lass dich nicht durch Selbstzweifel zensieren!

Die einzige Person, welche du fast täglich beeindrucken musst, bist du selbst! Die größten Probleme, welche uns Fotografen hindern, sind unsere eigenen Selbstzweifel.

Vergiss nie:

Du machst alle Entscheidungen!

Du entscheidest, was fotografiert wird, wie es fotografiert wird und warum! Frage niemals vorher jemand anderen! Gehe niemals Kompromisse mit anderen ein, wenn du fotografierst. Lass die Bilder in deinem Kopf raus und spiele mit den fotografischen Dämonen!

Zweifele nicht an deiner Arbeitsweise, an deiner Präsentation, deiner Auswahl der Bilder oder irgendwas anderem. Es ist deine Fotografie, die du zeigen möchtest. Dann zeige sie, verdammt noch mal!

Nur du allein  kannst über deine Fotografien und Arbeiten entscheiden! Sonst niemand!

Verbiege dich niemals! Bleib standhaft!

Natürlich will jeder Fotograf „interessant“ sein. Gerade aus diesem Grund darfst du nicht einknicken und musst standhaft bleiben. Fotografiere, was du willst, wie du es willst und soviel du willst! Wir leben in der Zeit der digitalen Fotografie, dies bedeutet, dass du ganz beruhigt später entscheiden kannst, was du behältst und was du begräbst.

Fotografiere wie ein Kind!

Kinder machen genau ein einziges Foto von dem, was sie sehen, sie halten sich nicht lange mit Winkel, Kompositionen und Technik auf. Klick… fertig! Das wars.

Wir als Erwachsene tun uns ein wenig schwerer, wir neigen sehr leicht dazu, während der Fotografie an anderes zu denken. Wir vergleichen uns mit anderen, haben die Erwartung, dass andere uns für eine Fotografie bewundern werden. Wir schauen uns selbst ständig über die Schulter, in der Angst, ein „schlechtes“ Foto zu machen und sind abhängig von der Zustimmung anderer.

Sei skeptisch gegenüber den sozialen Medien!

Soziale Medien reduzieren dich auf Zahlen: Likes, Kommentare und Follower. Die Kommentare und Reaktionen werden schnell zu einem Zuschauersport. Es ist unerlässlich, dass du dich auf deine Arbeit als Fotograf und deine Fotografie konzentrierst. Niemandem außer dir selbst sollte es möglich sein, deinen Fokus auf das Wesentliche zu verschieben. Kümmere dich nicht um andere Fotografen links und rechts von dir, lass dich von den Fotografen inspirieren, die vor dir sind. Verbiege dich niemals und verausgabe dich in keinem Fall, damit du Fotografien für andere machst. Erst recht nicht, wenn solch Personen eine ganz andere Version von „Schönheit und Wahrheit“ besitzen als du selbst. Wenn du ein Künstler sein möchtest, musst du dir selbst treu sein und dich auf deine eigene Perspektive konzentrieren. 

Joseph von Beuys hat dafür gesorgt, dass jeder Mensch ein Künstler ist.

Dies bedeutet, dass du in dem Augenblick, in welchem du fotografierst, ein Künstler bist, weil du diese Welt schöner machen möchtest. Wenn jemand anfängt, dir erklären zu wollen, was er in deinem Leben für „schön“ hielte, Dann kannst du mit höchster Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass er ein riesiges Arschloch ist.

Denn wer, außer du selbst, bestimmt in deinem eigenen Leben über Schönheit? 

Wer, außer du selbst, bestimmt über deine eigenen Ansprüche oder dein Selbstbewusstsein? Gib niemals die Macht an unbekannte User in sozialen Netzwerken ab.

Ignoriere alle Kritiker!

Sie hassen dich für deine Fotografie, sie verurteilen dich für deinen eigenen Weg und sie verabscheuen andere Sichtweisen, welche nicht ihre eigenen sind. Viele vergessen, dass jeder ein Kritiker sein kann. Und man muss dafür auch überhaupt nichts können. Sich hinsetzen und einen „Kommentar“ oder eine „Kritik“ verfassen, reicht heutzutage vollkommen, um ein Kritiker zu sein. Es ist unheimlich leicht. Als Kritiker geht man keine Risiken ein, man muss nicht mal fotografieren können, man muss sich nicht mit der Fotografie beschäftigt haben und man riskiert nicht „seine Haut“, um etwas zu kritisieren. Man muss nicht einmal Rücksicht auf den Fotografen nehmen, seinen Werdegang, sein Studium, seine Ausbildung… Man kann dies alles ignorieren. Und einen Kritiker interessiert es in keinster Weise, unter welchen Umständen dein Foto zustande gekommen ist.

Wie erfahre ich, ob meine Fotografie gut ist?

Es gibt einen zuverlässigen Weg, dies herauszufinden.Schaue dir deine Bilder an und frage dich folgendes: „Wäre ich selbst an diesem Bild interessiert, wenn jemand anderes dieses Foto gemacht hat?“

Du kannst auch auf dein Bauchgefühl vertrauen oder auf deine Instinkte, indem du ergründest, ob dein Bild eine starke Emotion auslöst: Angst, Ekel, Freude, Hoffnung, Liebe, Trauer, Glück oder vielleicht etwas anderes.

Beantworte dir selbst die Frage: „Was erregt diese Fotografie in mir?“

Am Ende müssen dir deine Fotografien gefallen. Menschen, welche dich mögen, unterstützen und fördern wollen, werden deine Fotos verstehen, weil sie sich für dich interessieren. So gibst du deinem Publikum die Chance, DICH zu finden. Der Vorteil ist, dass du niemanden finden musst, welchen du beeindrucken musst oder sollst.

Wichtig ist dabei, dass du dir, deiner Kunst, deiner Fotografie bis zum Ende treu bleiben kannst. Und die richtig Guten unter uns werden immer angegriffen, angezweifelt und kritisiert. Das gehört einfach dazu.

Du musst also nicht jedem gefallen!

Viele Grüße Herr Rausch

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