Was möchtest du fotografisch kultivieren?

Liebe Freunde meines Blogs,

das Schöne an unserem Leben, ist dieser Fakt:

Nichts in unserem Leben ist vorherbestimmt!

Jeder Mensch besitzt die Fähigkeit, sein Leben selber zu beeinflussen und damit seine Zukunft zu verändern. Eine kleine heutige Entscheidung beeinflusst unsere zukünftige Lebenskultur. Extreme Änderungen im Leben sind dafür nicht nötig. Es reichen kleine Schritte! Wir könnten uns zum Beispiel, für eine andere oder lange untergegangene Kultur interessieren. Das Interesse und die Beschäftigung mit einer anderen Kultur beeinflusst unsere Gedanken somit auch unsere Sichtweisen, welche sich sofort auf unsere Lebenswelt auswirken. Die Konsequenz in der Beschäftigung mit anderen Kulturen ist eine Transformation in einen Kosmopoliten, als Fotograf ist dieses Ansinnen ein nicht zu unterschätzendes Ziel.

Was ist überhaupt „Kultur“?

Merkwürdigerweise, dachte ich beim Yoghurt essen darüber nach. Eine neue Yoghurtkultur wird angesetzt, indem etwas von einer älteren Yoghurtkultur hinzugefügt wird.

Dies bedeutet:

Keine neue Kultur, ohne Einfluss einer alten Kultur.

Dies ist, bei uns Menschen sehr ähnlich. Wir benötigen alte vergangene und vorhandene soziale und kulturelle Strukturen, um letztlich eine neue „Kolonie“ und damit eine Kultur erschaffen zu können. Dabei werden mögliche Nachteile der alten Kulturen vernachlässigt und die schönen Teile der alten Kulturen in einer neuen integriert. Hierbei entsteht eine neue, buntere und schönere Kultur.

Das Wort „Kultur“ kommt aus dem Latein. Es beschreibt in etwa „eine vom Menschen gemacht Gestaltung“. Es leitet sich ab vom Wort „cultura“, es bedeutet „Ackerbau, Pflege (von Geist und Körper) sowie Bearbeitung“.

Wenn wir das Wort „Kultur“ enger fassen, dann ist es ein System von Regeln und Normen, Gewohnheiten, welche das Zusammenleben von Menschen in ihrem Verhalten zueinander anleitet.

Im Duden finden zum Begriff „Kultur“:

  • den Ausdruck menschlicher Höherentwicklung
  • Die Gesamtheit der künstlerisch gestalteten Leistung einer Gemeinschaft
  • Die Hinterlassenschaft einer bestimmten Gemeinschaft auf einem bestimmten Gebiet, während einer bestimmten Epoche, in Form ihrer charakteristischen geistigen, künstlerischen und gestaltenden Leistung
  • Verfeinerung einer Kulturtechnik:  Kultiviertheit einer menschlichen Betätigung, Äußerung und Hervorbringung

Kurzgefasst:

Für mich persönlich ist Kultur:

Etwas, dass wir Menschen pflegen, erhalten und bewahren, um unseren Geist zu pflegen. Wer sich als Mensch mit seiner Kultur und der Verfeinerung seiner Kultiviertheit beschäftigt, wird zwangsläufig ein kultivierter Mensch.

Hieraus ergeben sich folgende Fragen:

Wie leben wir unsere Kultur im Bezug auf die zukünftige Kultivierung in unserem Land, unserer Stadt und in unserer Fotografie?

  • Welche Teile vergangener Kulturen könnten wir in eine neue Kulturform übernehmen, im Bezug auf unser Land, unsere Stadt und unsere Fotografie?
  • Ganz gleich, was dein Verständnis von Kultur ist. Was schätzt du besonders an deiner Kultur? Welchen Teil davon möchtest du unbedingt weitergeben?

Unsere westlich geprägten Kulturen werden und wurden beeinflusst von Religion, Eltern, Schulen, unserer Arbeit, unseren sozialökonomischen Strukturen, in die wir ungefragt hineingeboren wurden.

Wir Europäer haben viele Kulturen kommen und gehen sehen. Einer der erfolgreichsten Ideen europäischer Kulturtechniken (sie ist sogar älter als das Christentum), fand vor ca. 2300 Jahren ihren Anfang in der griechischen Polis.  Diese Idee entwickelten wir, mit zeitweiligen Pausen, ständig weiter bis hin zu unserer heutigen uns bekannten Demokratie. Derzeit scheint es jedoch so, dass eine der größten Errungenschaft der Europäer (den Humanismus und die Demokratie), sehr wahrscheinlich nicht weiterentwickelt und in eine zukünftige Kultur übernommen wird. Denn die digitalisierte Gesellschaft ist nicht sehr begeistert von Demokratie und Humanismus und es sind sichtbare Bewegungen und Handlungen, welche sich um die Abschaffung der Kulturtechnik „Demokratie“ bemühen.

Mich beunruhigt es ein wenig, aber die Mehrheit möchte keine demokratische Entscheidungsfindung mehr, welche auf den Werten des Humanismus beruhen. Ich setzte auf die undemokratische Entscheidungsgewalt einer KI, welche aus rein logischen und kalten Gründen darüber entscheidet, ob, wann und wie ein Mensch definiert wird. Natürlich wird diese KI in den USA entwickelt und von dort auch gesteuert. Wenn schon ohne Demokratie, dann diese Form.

Ich bin aber gegen die Kultivierung des Sozialdarwinismus, sie endete schon nachweislich in einem Desaster. Dies soll aber nicht weiter zum Thema werden. 

Derzeit können wir gerade sehr genau sehen, wie sich alt bewährte Kulturtechniken einem starken Wandel unterziehen bzw. gerade abgeschafft werden. Die bekannte „Arbeitskultur“ hat in der Zeit der Digitalisierung keine Chance auf Überleben.

Um eine Kultur zu verändern oder zu zerstören, benötigt man nicht viel

Wir erinnern uns alle, wie die widerlichen Menschen der PEGIDA jeden Montag auf einem Marktplatz rumgepöbelt haben. Heute haben wir die AFD im Bundestag und unsere Regierung lässt offiziell Menschen ertrinken, damit diese unmenschlichen und kulturlosen AFD-Troglodyten endlich aufhören zu schreien. Ich vermute allerdings, dass diese AFD-Troglodyten nicht zufriedengestellt werden können. Unsere Gesellschaft kennt den Zustand der „Zufriedenstellung“ nicht mehr. Schließlich muss alles ständig im immerwährenden Wachstum sein und bei nächsten mal muss es viel größer, besser und effizienter sein.

Aus diesem Grund ist es unsere ständige und immerwährende Aufgabe unsere Kultur, unsere Regeln, Normen und Werte einer ständigen Prüfung zu unterziehen. Erhaltenswertes zu erkennen, damit zu erhalten und Abscheuliches auszusortieren und nicht weiter zu kultivieren.

Wir sind keine Gefangenen in einem Gefängnis! Wir sind freie Menschen!

Solange die Freiheit der Gedanken zugelassen ist, können wir alle Werte, Normen und Regeln ändern und diskutieren. In meiner Heimatstadt ist es mittlerweile so weit, dass der Begriff der freien Fotografie mittlerweile sehr eingeschränkt ist. Es ist eher ein sehr begrenzter Begriff von Freiheit. Die Fotografie wird quasi erdrückt durch den Zwang der Konformität. Die Ablehnung der Diskussionkultur, sowie der Kritikkultur erstickt jedes Individuelle im Keim. Kreativität ist zwar erwünscht, wird aber im Falle von zu großer (und damit unzulässiger) Kreativität sofort torpediert, schließlich möchte sich kein Betrachter schlecht fühlen und sich mit dem Gedanken plagen, dass er selbst weniger kreativ sei, als ein anderer. Dieser Kreislauf erstickt die individuellen Sichtweisen und Gedanken. Hauptsache alle haben Spaß und fühlen sich nicht zurück gesetzt. 

Mein Rat an dich:

Umgehe in Zukunft Menschen und Personen, die auf „Zucht und Ordung“ pochen, welche darauf bestehen ihre „Ruhe“ haben zu wollen. Verzichte auf Menschen und Personen, welche dich daran erinnern, dass du aus der Rolle fällst und du dich allen anderen bedingungslos unterzuordnen hast.

Höre: ihre Drohungen, ihre Verbote und undiskutierbaren Dogmen an und entlarve sie als unmenschlich, demokratiefeindlich und gefährlich.

Gerade dieser Personenkreis verlangt ein stillschweigendes Befolgen ihrer Regeln, um ihr „wohlwollen“ bekunden zu können. Sie machen dich zu einem unfreien Sklaven deiner selbst. Letztendlich wirst du ihre, Wünsche, Befehle und Begierden niemals erfüllen können. Es ist auch gar nicht vorgesehen, du sollst dich schließlich allein zum Affen machen.

Ich habe ein paar sehr persönliche Fragen an dich

Es bleibt dir überlassen, ob du sie öffentlich oder in einem privaten Gespräch beantworten möchtest. Sei bitte ehrlich zu dir selbst bei der Beantwortung:

  • Welche Kulturform ist ideal für dich? Existiert sie bereits? Würdest du deswegen umziehen?
  • Es gibt viele verschiedene kulturelle Normen und Werte in anderen Kulturen. Welche würdest du gerne in deiner Heimat implementieren?
  • Beschreibe deine zukünftige ideale Kultur (Utopie), in der du Leben könntest, wie lange wärest du in dieser Utopie glücklich? Warum?
  • Kannst du deine eigene Kultur erschaffen?
  • Glaubst du daran, dass du dein eigenes Leben und deine eigene Kultur verändern kannst? Warum?

Gruß

Herr Rausch

Für den Kaffee

Auch „Fotografen-Diesel“ genannt

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