Was haben wir Fotografen von Kommunikationspsychologie?

Liebe Freunde der schöneren Fotografie,

wir dürfen nicht vergessen, dass der Ausflug in die „Psychologie der Kommunikation“ eine Erweiterung zu den „Grundlagen des Marketings“ darstellt.

Vor einiger Zeit stellten wir in den „Grundlagen des Marketings“ fest das Marketing nichts anderes als Kommunikation ist. Prinzipiell ist es gleichgültig, ob ich eine Ware, eine Idee, eine Fotografie oder eine Botschaft anbiete, denn das Resultat des Anbietens wird immer eine Kommunikation sein. Gerade die Kommunikationspsychologie bietet hier gute und nicht nur uns Fotografen verwertbare Ansätze, denn sie berücksichtigt die Wahrnehmung, das Verhalten, die Emotionen, die sozialen Fähigkeiten, das soziale Umfeld und die jeweilige Situation der Beteiligten am Prozess der Kommunikation. Auf diese Weise erhalten wir nicht nur fundierte und wichtige Erkenntnisse, über unsere eigene Kommunikation und die Auswahl unserer Kommunikationspartner, sondern auch über das richtige Kommunikationsverhalten in der jeweiligen Situation. Das es unterschiede in der Kommunikation, dem Verhalten und der Situation gibt, ist leicht nachzuvollziehen, denn wir kommunizieren mit unseren Mitmenschen in den sozialen Netzwerken völlig anders, als in der überraschenden Situation eines Telefonates, bei dem der Art-Buyer oder der PR-Manager einer großen und renommierten Agentur anfragt, ob man sich treffen könne, um eine weitere Zusammenarbeit zu besprechen. Falls du hier auf deinen Facebook-Slang zurückgreifen solltest, liegt der Gedanke sehr nahe, dass es nicht zu einer Zusammenarbeit kommt.

Die Erkenntnisse, welche du im Zusammenhang mit der Kommunikationspsychologie machst, sind nicht nur wichtig für deine berufliche Entwicklung, sie sind auch sehr gut dafür geeignet sich im privaten Bereich weiterzuentwickeln, denn die Erkenntnisse helfen dir in Zukunft, bei der Auswahl deiner Kommunikationspartner. Hand aufs Herz! Wer kommuniziert gerne mit Menschen, welche unangemessen in ihrer Kommunikation und ihrem Verhalten sind? Wer kommuniziert gerne mit Menschen, welche sich nicht für deine Anliegen, deine Wünsche und deine Ziele interessieren?

Meine persönliche Erfahrung

Ich selbst muss zu diesem Artikel sagen, dass er mir im Zusammenhang mit den Fragen sehr weitergeholfen hat. Dieser Artikel brachte mir die schmerzhafte Erkenntnis und letztliche Gewissheit, dass ich viel zu lange, dafür sehr präzise und vor allem selbstverursacht mit den falschen Menschen kommunizierte und dies auch noch auf herrlich perfekt abgestimmten völlig falsch ausgesuchten Kommunikationswegen und Kommunikationsformen. Ich ahnte es, als ich meinen Blog „Herr Rausch Fotografie“ begann, nun ist es zu einer Gewissheit geworden, dass ich in der Vergangenheit mit Pfeifen kommunizierte. Diese Erkenntnis, war ein wenig schmerzhaft. Denn ich kommunizierte selbstgewählt und freiwillig mit diesen Pfeifen. Einige Wissen bereits, dass es in einer Depression und einem Burnout endete. Das schmerzhafte an diesen Erkenntnissen ist, dass ich es mir selbst und freigewählt angetan habe. Nun gut… Auf zu neuen Bausteinen, neuem Wissen, neuen Erkenntnissen aus gemachten Fehlern der Vergangenheit, um sich in Zukunft weiterzuentwickeln.

Das Gebiet der Kommunikationspsychologie

Die Untersuchungsgebiete der Kommunikationspsychologie sind nicht allein für Psychologen interessant. Denn gerade die Kommunikationspsychologie bietet wertvolle Informationen, über unsere eigene Kommunikation mit unserer Umwelt. Denn unsere eigene Kommunikation, unsere eigene Wahrnehmung und unser Verhalten sind fest mit unserer Persönlichkeit verbunden. Falls du dich immer wieder über deine Gesprächspartner ärgerst, dann übersehen wir leicht, dass wir unsere Gesprächspartner anhand unserer eigenen Kommunikation, unser eigenes Verhalten und unserer eigenen Persönlichkeit selbst auswählen. Hast du eventuell Probleme, dich als Fotograf durchzusetzen? Hast du Probleme dein Wissen oder deine Erkenntnisse anderen mitzuteilen? Kommt deine Marketingstrategie, deine Idee, dein Produkt oder dein Wunsch bei anderen nicht an? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die Herausforderungen nicht in deinem Umfeld liegen, sondern in deiner Kommunikation mit deiner Umwelt. Sei dir im Klaren darüber, dass deine Kommunikation deine Umwelt, deine Freunde, deine Kunden und dich selbst erschafft. Denn Kommunikation ist weitaus komplexer als uns im ersten Augenblick auffällt. Den Grund finden wir in der Kommunikation selbst, denn sie wird von sehr vielen Faktoren beeinflusst.

Einflussfaktoren der Kommunikation

Für uns macht es einen großen Unterschied, ob wir im Büro, auf der Baustelle, im Kino oder beim Amt oder auf dem OP-Tisch mit anderen Menschen kommunizieren. Immer wieder müssen wir uns selbst der Situation anpassen, den Kommunikationspartner in seiner Expertise einschätzen, um eine für uns selbst sinnvolle Kommunikation führen zu können. Hierfür benötigen wir selbst ausreichende soziale und kommunikative Kompetenzen, sowie einen gewissen Grad an Wissen, um eine richtige Einschätzung der Situation überhaupt vornehmen zu können. Andernfalls wird es für uns selbst sehr schwierig unseren Kommunikationspartner überhaupt ernstnehmen zu können und die Kommunikation selbst in einen stimmigen bzw. angemessenen Kontext führen zu können, der eine für beide Seiten gewinnbringende Kommunikation erst ermöglicht.

Um den Unterschiedlichen Einflussfaktoren, sowie den Kommunikationsverhalten und den Ergebnissen kommunikativen Handelns besser auf die Spur zu kommen. Habe ich zum Schluss einige Fragen hinzugefügt.

Das Kommunikationsverhalten

Die Untersuchung des Kommunikationsverhaltens geben uns wichtige Informationen über unseren Kommunikationspartner im Bezug auf sein generelles Verhalten mit seinen Mitmenschen. Selbstverständlich sind wir nicht in der Lage das komplette Verhalten unseres Gegenübers zu erfassen und zu erklären. Denn mit unter gibt es zeitlich begrenzte Abweichungen im Verhalten, welche auch analysiert werden können. Dennoch sind wir in der Lage sichere Ergebnisse im Zusammenhang der fünf großen Persönlichkeitsmerkmale zu machen. Während einer Kommunikation mit unserem Kommunikationspartner erhalten wir immer genug Informationen über die Offenheit, das Selbstverständnis, die emotionale Stabilität, das soziale Verhalten und die Verlässlichkeit unseres Kommunikationspartners. Diese fünf Persönlichkeitsmerkmale sind zu einem großen Teil dafür verantwortlich, wie wir uns überhaupt im Bezug zu unserer Umwelt verhalten. Etwa 50% der Persönlichkeitsmerkmale sind im Erbgut verankert, während die weiteren 50% durch Kulturtechniken anerzogen werden. Das Interessante ist, dass sich diese Persönlichkeitsmerkmale im Laufe des Lebens nur geringfügig ändern und selbst bei starken zeitlich begrenzten Abweichungen eher stabil zu bezeichnen sind. Auffällig ist, dass es sehr schwer ist, dass sich voneinander stark abweichende Persönlichkeitsmerkmale sehr schwer tun miteinander zu kommunizieren. Denn diese Merkmale steuern nun mal unser Kommunikationsverhalten.

Ergebnisse und Folgen aus kommunikativem Handeln

Kommunikation findet grundsätzlich in einem Kontext statt. Dieser Kontext steht in Verbindung mit der hinterlassenen Wirkung bei den Beteiligten. So entsteht immer ein Eindruck der beteiligten Kommunikationspartner, über sein Gegenüber, dessen Botschaft im Bezug zum Thema und das aktiv beeinflusste Kommunikationsklima. Aus diesen gesammelten Eindrücken, werden anschließend die Ergebnisse und Folgen des kommunikativen Handelns der Beteiligten individuell bestimmt und in Verhalten und Botschaften angezeigt.

Fragen zu den Einflussfaktoren der Kommunikation:

  • Mit wem wurde kommuniziert?
  • Wann wurde kommuniziert?
  • Wo wurde kommuniziert?
  • Wie war das Kommunikationsklima und hat es sich geändert während der Kommunikation?
  • Waren die Kommunikationspartner fokussiert oder unkonzentriert?
  • Wurde das Anliegen vom Kommunikationspartner erkannt und wahrgenommen?
  • Wurde das Anliegen des Kommunikationspartners erkannt und wahrgenommen?
  • Welche Anliegen waren es?
  • Was war der Anlass für die Kommunikation?
  • In welcher Beziehung stehen die Kommunikationspartner?
  • Wie war das persönliche Empfinden vor, während und nach der Kommunikation?
  • Was war das Thema der Kommunikation?
  • Wie war der Verlauf der Kommunikation?
  • In welchen Rahmen wurde kommuniziert?
  • Wie wurde kommuniziert?
  • Welche kommunikationsform wurde gewählt?
  • Welchen Eindruck mach ich auf meinen Kommunikationspartner?
  • Welchen Eindruck habe ich vom Kommunikationspartner?

Fragen zu dem Kommunikationsverhalten:

  • Für welches Verhalten ist mein Kommunikationspartner bekannt?
  • Wie hat sich mein Kommunikationspartner verhalten?
  • Waren die Botschaften präzise oder wage?
  • War der Kommunikationspartner introvertiert oder extrovertiert?
  • Waren die Botschaften abstrakt oder konkret?
  • Wie hat mein Kommunikationspartner mit mir kommuniziert?
  • Wurde diskutiert oder disputiert?
  • Wer begann die Kommunikation?
  • Wer beendete die Kommunikation?
  • Wie welche Emotionen hatte man während der Kommunikation?
  • Wie habe ich mich während der Kommunikation verhalten?
  • Wie hat sich mein Kommunikationspartner während der Kommunikation verhallten?
  • War der Kommunikationspartner offen und interessiert an einer Kommunikation?
  • War der Kommunikationspartner aktiv und begeistert beteiligt?
  • War der Kommunikationspartner entspannt und engagiert während der Kommunikation?
  • War der Kommunikationspartner verständnisvoll und kooperativ?
  • War der Kommunikationspartner bereitwillig und verantwortungsvoll?

Fragen zu Ergebnissen und Folgen kommunikativen Handelns:

  • Welchen Nutzen ziehe ich aus der Kommunikation?
  • Welchen Nutzen zieht der Kommunikationspartner aus der Kommunikation?
  • Welche Wirkung hat die Kommunikation auf mich?
  • Welche Wirkung hatte die Kommunikation auf meinen Kommunikationspartner?

(Selbstverständlich erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit der Fragen. Sollten welche Fehlen könnt ihr mir sehr gerne eine Nachricht senden.)

Liebe Grüße Herr Rausch

Für den Kaffee

Auch "Fotografen-Diesel" genannt

€1,00

3 Gedanken zu “Was haben wir Fotografen von Kommunikationspsychologie?

  1. hallo herr rausch, ich musste schmunzeln, als du schriebst: ich habe mit pfeifen kommuniziert. natürlich ist das eigentlich gar nicht witzig, aber ich habe nun mal eine bildhafte wahrnehmung, geschult auch durchs dichten und malen und da sah ich eben dich mit pfeifen kommunizieren. 🙂 ich freue mich für dich, dass du aus deiner depression herausgefunden hast, danach richtige entscheidungen getroffen hast für dich und deine richtung geändert hast. manchmal geht man falsche wege, spricht mit den falschen menschen, und muss erst bis ans ende dieser erfahrung gegangen sein, bis man erkennt. so hat doch jede erfahrung, auch wenn sie noch so übel ist, etwas gutes in und/oder an sich, was im nachhinein doch hilft, sich weiter zu entwickeln, weiter und mehr zu sehen, weiter zu gehen und überhaupt, ein größeres bewusstsein zu entwickeln, für das, was man möchte, wohin man möchte und wer man ist. danke für deine ausführliche beschreibung zum thema kommunikation. alles habe ich noch nicht gelesen, werde ich aber noch machen (für mich allein). ein schönes wochenende dir. liebe grüße aus berlin.

    Gefällt 1 Person

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.