Suche nicht den Ruhm als Fotograf

Liebe Freunde der schöneren Fotografie,

ich halte nicht viel von den Fotografen, welche allesmögliche versuchen, um andere von ihrem turbulenten, frivolen und lasziven Leben zu überzeugen. Schließlich müssen diese Fotografen täglich große Mühen und geistige Anstrengungen vollbringen, um ihre eher langweiligen, wertlosen und sinnlosen Lebensumstände wirkungsvoll zu kaschieren.

Ein wahrhaftiger Fotograf wird dieses turbulente und frivole mitunter lasziven Leben aushalten, jedoch wird er dieses Leben niemals ausdrücklich suchen.

Die Entscheidung für den wahrhaftigen Fotografen ist die Entscheidung zur Fotografie selbst. Es ist nicht die Selbstdarstellung als Fotograf, ohne jedoch ein Fotograf zu sein.

Ein wahrhaftig großer Fotograf ist ein Getriebener, jemand der sich stets um die Belange der Fotografie vollumfänglich kümmert, einer der oft und gerne über seine Arbeiten und über sein Schaffen nachdenkt und reflektiert. Ohne jemals richtig zur Ruhe kommen zu wollen. Es ist der offen sichtbare Unterschied zu Fotografen, welche sich für den „Selbstdarsteller“-Modus befinden und sich Fotografen nennen ohne Fotografen zu sein. Denn ein Darsteller, ein „Fake“-Fotograf kümmert sich ohne Publikum, um rein gar nichts.

Viele dieser Fotografen leiden an einen merkwürdig anmutenden Aktionismus, sie werfen Nebelkerzen, um sich nicht mit den Belangen der Fotografie auseinandersetzen zu müssen. Sie ziehen es vor sich als Fotografen darzustellen (ähnlich wie Schauspieler, die in eine Rolle schlüpfen), um sich in den sozialen Netzwerken (ihre Bühne) zu präsentieren und zu verkaufen. Nicht zu selten berufen sie sich dabei auf ein spezielles und bisher unbekanntes Foto-Gen, welches sie besonders fotogen macht. Das verkannte Problem dieser „Fakes“ ist, dass diese besonderen Fotografen in große Schwierigkeiten kommen, wenn sich die Bedingungen ihres Auftritts ändern. Innerhalb kurzer Zeit verwandeln sich diese strahlenden und gesegneten Fotografen in lebenden Giftschleudern.

Die Fake-Fotografen

Ja, natürlich ist der Fotograf, mit den meisten „Likes“ und Follower in den sozialen Netzwerken der beliebteste und der augenscheinlich bessere. Es ist vergleichbar mit Herrn Trump, schließlich können sich die vielen Millionen US-Amerikaner nicht irren, deshalb ist Herr Trump auch der „meiste“ Politiker dieser Welt. Leichtfertig wird die Tatsache übersehen, dass es auch in der Fotografie andere Ansätze gibt, welche mindestens genauso bemerkenswert sind, jedoch nicht so viele „Likes“ und Follower vereinigen oder sammeln können.

Es ist gar nicht schlecht selbst zu wissen, weshalb wir den einen Politiker oder den anderen Fotografen überhaupt bewundern.

Bleiben wir bei der Fotografie:

  • Aus welchen Gründen fotografieren die „Fake“-Fotografen, dass was sie fotografieren?
  • Präsentieren diese Fotografen ihre Fotografien genauso in ihrem privaten Bereich, wie in der Öffentlichkeit?
  • Woher kommt dieser Unterschied?
  • Wem nützt es?

Liebe Grüße Herr Rausch