Ein Plädoyer für mehr Trolle und Hater in der Fotografie

Liebe Fotofreunde,

heute ein Essay über „Hater“, „Herrscher der Fotografie“, „Trolle“ und die echten „Foto-Fürsten“.

Ich werde den Versuch einer „Psychoanalyse“ wagen und diese zu Unrecht unbeliebte Gruppierung ins richtige Licht rücken. Es kann tatsächlich sein, dass ich völlig falsch liege, deswegen teile meine Gedanken, um sie zu überprüfen.

Warum entwertet diese Gruppe von Menschen alles und jeden in ihrem Umkreis?

Meine Theorie:

Hater, Herrscher, Fürsten und Trolle entwerten ihre Umwelt und ihre Mitmenschen, damit sie sich machtvoll fühlen.

Wir müssen nicht davon auszugehen, dass sie ein niedriges Selbstwertgefühl besitzen.
Dieser Personenkreis leidet an einem anderen Problem:

Sie leiden an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung.

Es bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese Menschen einen zu niedrigen Selbstwert haben oder einen zu hohen. Diese Personen haben generell Schwierigkeiten, im verorten ihres Selbstwertes, entweder ist er zu hoch oder zu niedrig, aber nie passend.

Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, besitzen im Bezug zu sich selbst, jedoch immer einen zu geringen Selbstwert. Dabei sind sie nicht in der Lage, aus sich selbst heraus einen Selbstwert zu generieren, dies macht sie komplett abhängig von ihrem Umfeld. Deshalb sind sie gezwungen, ihre Umwelt und ihre Mitmenschen abzuwerten, um ihren eigenen zu niedrig gefühlten Selbstwert zu erhöhen. Dies macht sie nicht sonderlich beliebt. Sie manipulieren und streiten gerne, werden zu Querulanten und echten „Queens des Dramas“. Sie lieben es, anderen Menschen Vorschriften zu machen und nutzen die Freundlichkeit des Gegenübers als offensichtlichen Schwächen aus.

Erfreue dich, wenn du von diesen Menschen offen angegriffen wirst.

Bestimme deinen Erfolg an der Zahl der Angriffe dieser Menschen!

Sollte es tatsächlich sein, dass du gar nicht in den Fokus dieser Menschen kommst, ist es sehr wahrscheinlich, dass dein Leben, deine Fotografien zum Sterben langweilig sind und wirklich rein gar nichts bei anderen Menschen auslöst.

Durchschnittliche und konforme Fotografen erregen keine Interessen bei diesen Menschen.

Warum?

Durchschnittliche Fotografen berühren absolut keine Toleranzgrenzen. Ihre Fotografien sind weder besonders gut oder besonders schlecht. Ehrlich gesagt ist es egal, ob wir uns ihre Fotografien und Aussagen dazu ansehen, sie lösen absolut gar nichts in einem aus. Wir würden es nicht mal vermissen, wenn wir die durchschnittlichen Fotografien in Zukunft nicht mehr sehen, da es uns tatsächlich egal ist.

Ich nenne diese Art der Fotografie: Palliative Fotografie!

Wenn du als Fotograf rezipiert werden möchtest, solltest du alles andere, als sedierend oder langweilig sein. Wenn du als Fotograf besprochen werden möchtest, solltest du Fotografien erschaffen, welche auch besprochen werden.

Nutze die Freiheit des Internets!

An dieser Stelle werden einige wenige beginnen zu stöhnen. Denn das Internet, ist die größte Befreiung der Menschheit. Wir haben rund um die Uhr Zugang zum kompletten Wissen der Menschheit. Gleichzeitig haben wir die Möglichkeit unser Wissen im Internet uneingeschränkt zu veröffentlichen und mit der ganzen Welt zu teilen. Natürlich möchte eine kleine Gruppe von Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen nicht, dass du etwas tust, was nicht in ihre beschränkte Sichtweise dieser Welt passt. Natürlich wird diese Minderheit versuchen, dass sie die alleinige Macht und Deutungshoheit, über dich, deine Veröffentlichungen und dir zu Verfügung gestellten Informationen hat. Dieser Minderheit ist nur noch nicht aufgefallen, dass sie dazu keine Macht besitzt. Sie können dir das Leben schwer machen, aber verhindern können sie gar nichts.

Diese Minderheit hält sich für eine große Mehrheit, da sie einen entscheidenden Faktor übersieht:

Die absolute Mehrheit der Menschen, surft einfach durch das Netz und möchte einfach nur Informationen konsumieren. Diese Mehrheit, will gar nicht kommentieren, bewerten oder etwas „kunstvolles“ erhalten. Sie möchten sich einfach nur informieren. Der geringste Teil dieser Menschen, will aktiv etwas erhalten und würde sich auch nicht für etwas einsetzen. Sie suchen einfach nur Informationen oder Unterhaltung.

Die Tatsache, dass Trolle, Hater, Herrscher und Fürsten, als einzige, ihre Kommentare hinterlassen, lässt schnell den Eindruck entstehen, dass sie die Mehrheit im Internet stellen.

Mache den selbst Test und beantworte dir selbst diese Frage:

Wenn du einen Beitrag bei Facebook gelesen hast, wie sieht dein geteilter Beitrag tendenziell eher aus?

  • A: Ich liebe diesen Beitrag und möchte, ihn euch zeigen.

  • B: Dies ist nicht zu akzeptieren, lasst es uns bekämpfen.
  • Falls dich der Beitrag überhaupt nicht interessiert, wie reagierst du dann?

Hier liegt einer der Gründe, warum uns das Internet eine verzerrte Realität zeigt. Das Internet ist gar nicht in der Lage die Wahrheit zu zeigen, denn es ist virtuell. Virtuelles ist nicht evident existent. Dies bedeutet auch, dass die durchschnittliche Person tendenziell gar nichts teilt und nicht mal einen Kommentar hinterlässt.

Wenn du ein guter Fotograf sein möchtest, dann musst du auch für deine Standpunkte einstehen. Dies bedeutet, du musst dich auch angreifen lassen und für deinen Standpunkt kämpfen. 

Natürlich bedeutet es auch, dass du von Menschen „verurteilt“ oder „gehasst“ wirst. Hierbei darfst du niemals vergessen, dass nur ein Richter im Gericht Urteile spricht, welche auf Rechtsprechung beruhen. Kein Hater, kein Foto-Fürst, kein Troll ist dazu in der Lage. Sie können dir gar nichts verbieten.

Als guter und freier Fotograf, bist du, somit auch ein Krieger, der die Grenzen überschreitet und in das Deutungs-Territorium anderer eindringt. Hab keine scheu und zeige anderen Menschen, wie menschlich, offen, tolerant und verständnisvoll ein echter Troll auf dich reagiert.

Bleibe freundlich und souverän. So wirst du das unerträglich unmenschliche Verhalten der Trolle offen auf den Tisch legen.

Es ist OK, wenn du von unbekannten verurteilt wirst, weil sie einer Gruppe angehören, welche deine Themen nicht mag. Es ist aber schlauer seinen persönlichen Erfolg daran zu bemessen, wie sehr du gehasst, unterdrückt und angegriffen wirst. Als „Everybodies Darling“ wirst du nämlich ausgenutzt, im Preis und deinem Selbstwert gedrückt. Du bist eine Marionette der Massen, die es versucht allen Recht zu machen ohne Aussicht auf Erfolg. Deine Follower und Fans, helfen dir zum größten Teil nämlich einen absoluten scheiß weiter, wenn es schwierig wird.

Dies macht den gefühlten Erfolg für die Hater sogar noch größer. Lasse dich davon nicht abschrecken. Wir sind nicht auf die Welt gekommen, um unser Hobby, unsere Leidenschaft oder unsere Freizeit mit dem Erfüllen von Erwartungen an andere verbringen, diese anderen werden niemals zufrieden sein. Sie werden immer einen Beweis finden, welcher als Begründung dient, warum es diesmal wieder nicht ausreichte.
Außerdem stellst du schon genug Zeit deines Lebens zur freien Verfügung für andere. In deinem Job oder Arbeit. Der entscheidende Unterschied liegt darin:

Das Erfüllen von Erwartungen Dritter in deinem Job oder deiner Arbeit, wird entlohnt!

Warum sollten wir es dann in unserer Freizeit anders sein? Es ist deine freie Lebenszeit! Welche Rechte räumst du Dritten über die Verfügung deiner Freizeit ein? Wo steht geschrieben, dass du deine Freizeit anderen gratis zur Verfügung stellen sollst, um deren Erwartungen und Wünsche zu erfüllen?

Auf Grund dieser Gedanken, bin ich mit großer Sicherheit, der meist gehasste Fotograf, Philosoph und Flaneur in meiner Heimatstadt Schwerin. Erst vor kurzem habe wich wieder von einem sogenannten Freund zu hören bekommen, dass ich entsetzlich hartnäckig bin und mich unbedingt anpassen solle, damit es mir genauso schlecht wie allen anderen geht.

Diese Bezeichnungen gefallen mir! Ich bin gerne für einige entsetzlich und hartnäckig, starrsinnig und unerträglich.

Ich möchte lieber von den richtigen Menschen abgelehnt werden, als von den falschen Menschen gemocht.

Den größten Fehler, den wir im Leben machen können, ist es langweilig und konform zu sein.

Wie gelingt es weniger langweilig zu sein. 

Eine Idee wäre es interessant zu sein oder mutig, vielleicht auch provokant.
Es bedeutet letztlich, sich selbst nicht zu zensieren, seine eigene Meinung zu vertreten und sich dem Risiko des Angriffes auszusetzen. Ich hatte mal ein nettes Gespräch mit einer jungen Fotografin, welche mir Lehren erteilen wollte, was die „richtige“ und „offizielle“ Philosophie, Sicht-und Denkweise in Schwerin sei. Eine ca 15 Jahre jüngere Dame wollte mir vorschreiben, wie ich die Dinge dieser Welt zu sehen habe. Von Diversität, Individualität und Freiheit halte sie nur etwas, wenn es in sehr engen Grenzen geführt und von Leitplanken beschränkt ist. Diese Menschen leiden an Amathia, sie sind nicht zu dumm oder zu faul etwas zu erlernen, sie wollen schlichtweg nichts neues erlernen und ihren Horizont erweitern, weil er neue Sichtweisen auf das Leben ermöglichen würde.

Interessant, mutig und provokant zu sein bedeutet auch die Bereitschaft zur Weiterbildung. Es ist wichtig neue Kompetenzen zu erhalten und sich zu erweitern. Wir alle möchte schließlich auf unser erworbenes Wissen zurückgreifen.

Diese Punkte werden von konservativen Menschen nicht gerne gesehen, gehört und gelebt. Sie werden schließlich Menschen mit einem klaren Auftrag geboren, welcher von den Eltern erteilt wurde, diesem Ziel wird dann bis zum Lebensende gefolgt. Ab dem 30sten Lebensjahr hat man sich darauf einzustellen, dass die restlichen 50 Jahre eine Wiederholung des Vorjahres sind.

Es fühlt sich an wie lebendig begraben. Schließlich machen es alle so und damit muss es zwangläufig richtig sein. Hauptsache es ändert sich rein gar nichts. Niemand darf, soll und kann glücklicher, gesünder und erfolgreicher sein als der Durchschnitt. Es muss alles schon konform und gleichmäßig unglücklich sein.

Falls jemand auf die zu kommen sollte und dir ins Gesicht sagt, dass er dich nicht leiden kann, dass er dich hasst, dann respektiere dies. Denn er hat seine Meinung offen und ehrlich vertreten und dir wirklich wichtige Informationen geben können.

Dazu sind mit großem Abstand die wenigsten in der Lage. Ich vermute sie sind einfach zu feige oder zu faul. Wenn dann verstecken sie sich lieber hinter einem anonymen Internet Account und belegen dich aus scheinbarer Sicherheit mit allerlei Dinge. Diese stumpfem Pflöcke ignorieren einfach die Tatsache, dass es keine Sicherheiten im Internet gibt.

Aber sonst kannst du all die anonymen Hater, Trolle, Herrscher und Fürsten locker ignorieren. Nicht ein einziger dieser Menschen, wird dir mit ihren Informationen weiterhelfen wollen. Sie wollen dich nur aufhalten.

Das Ergebnis meiner Untersuchung:

  1. Je mehr Hater du hast, desto erfolgreicher bist du!

  2. Um erfolgreich zu sein, darfst du dich nicht selbst zensieren!

  3. Alle anonymen Hater, Trolle, Fürsten oder Herrscher sind kleingeistige Spinner. Lache über sie, denn sie lehnen die Fotografie ab, weil sie denken, dass sie die Welt zerstört.

Eine wichtige Regel: Diskutiere niemals!

  • Falls dir jemand persönlich ins Gesicht sagt, dass er dich nicht mag, dann respektiere dies. Da gehört mehr Mut zu, als man denkt.
  • Wenn du erfolgreich sein willst, musst Du der Macher sein!
    Es existiert keine „richtige“ oder „falsche“ Meinung von etwas, es existieren nur Meinung. Es existiert aber eine authentische und eine unauthentische Meinung. Authentisch wirst du nur, wenn wir es zu sehen und spüren bekommen.

Viel Spaß an der Fotografie und dem Leben

Euer Herr Rausch