Wie frei ist die Fotografie?

Das ultimative Ziel eines jeden Fotografen ist volle kreative Freiheit in seiner Fotografie.

Der Umstand, etwas zu kreieren, das anderen Menschen gefallen soll, hindert uns letztlich daran, überhaupt kreativ tätig zu werden. Diese Situation verschärft sich, wenn Dritte an der Produktion deiner Fotografie beteiligt sind. 

Fotografie soll nützlich sein.

Sie soll anderen einen Nutzen bringen, sie soll kommerziell nutzbar sein und mindestens ein gleichgültiges Wohlgefallen auslösen, so erhalten wir Fotografen die begehrten „Likes“ für unsere Beiträge und Fanpages. Die Anzahl der „Likes“ steht für den sichtbaren Beweis von Können, Ruhm, Erfolg, Einfluss und Einkommen.

Leider übersehen wir ein immer größer werdendes Problem.

Bei allem was wir als Fotograf tun, an dem andere Menschen, fremde Gelder oder sogenannte „berühmte“ Personen beteiligt sind, schränken wir uns in unserer Freiheit ein.

Der Grund hierfür liegt an den unerklärlich religiösen Glauben, dass wir entdeckt werden.

Die Wahrheit sieht anders aus.

  • Es wartet kein Label, kein Buchverlag, kein Vertrag, keine Galerie, kein Museum auf dich und deine Fotografien. 
  • Kein Mensch, keine Firma, kein Konzern, keine Agentur und kein Kurator, wird sich jemals für dich interessieren.

Niemand wird dir 50.000€ bezahlen, damit du dir endlich Zeit nimmst, um für den höchst exklusiven Kunden auch nur ein einziges Foto zu machen.

Das Geschäft läuft nämlich anders.

Die Menschen, Firmen, Konzerne, Agenturen und Kuratoren haben nämlich sehr konkrete und eigene Vorstellungen, über das, was, wie und wo sie ihre Produkte fotografisch darstellen lassen und wie sie festzuhalten sind. Sie beinhalten Vorgaben über Bildsprache, Arbeitsweise, der Ausrüstung, dem Lieferzeitpunkt und gehen bis in die kleinsten Details des Shootingsablaufes.
Für den größten Teil der Fotografen im „Big Business“ hat ihre Arbeit rein gar nichts mit kreativer Freiheit zu tun. Der allergeringste Teil nimmt sich diese Freiheit heraus, weil sie dann wissen, dass sie aus dem Geschäft sind.

Ähnlich verhält es sich mit dem Ruhm und Erfolg des Fotografen.

Je mehr Ruhm und Erfolg ein Fotograf hat, desto geringer wird sein Spielraum seiner kreativen Freiheit.

Dies steht im Zusammenhang mit seinen Fans, Followern, Kunden, Geschäftspartnern und Auftraggebern. Schließlich erhält der Fotograf seinen Rum und Erfolg, für eine ganz spezielle Art und Weise seiner Fotografie. Genau diese eine Art und Weise wird von seinen Fans, Followern, Kunden, Geschäftspartnern und Auftraggebern gefordert, gefördert und unterstützt. Ein Abweichen seines Outputs oder ein plötzlicher Wechsel des Portfolios wird seine Anhänger verschrecken und verärgern. Viele Anhänger werden den Fotografen unter großen Protest verlassen.

Diese Tatsachen lassen dich zu einem Sklaven deiner Anhänger werden.

Deine Freiheit befindet sich innerhalb enger Grenzsetzungen anderer Menschen und du bist trotz des Ruhmes und des Erfolges ein unfreier Mensch. Du kennst genau die Wünsche deiner Anhänger und hast aus diesem Grund eine Allergie gegen Weiterentwicklung und Experimenten gebildet. Im Endstadium wirst du ein Foto-Tyrann und greifst alles und jeden an, der nicht nach deinen festen Vorstellungen, dafür mit großer Freude und Enthusiasmus fotografiert.

Frage dich selbst:

  • Nutze ich meine volle persönliche Freiheit in an meinen Fotos?
  • Entwickle ich mich als Fotograf und Mensch weiter, nach meinen eigenen Wünschen und Ideen?
  • Bearbeite ich meine Fotografien ganz allein nach meinem eigenen Geschmack?
  • Veröffentliche ich meine Fotografie genau dort, wo es mir allein am liebsten ist?

Nur wenn du alle Fragen mit einem aufrichtigen „Ja“ beantworten kannst, bist du ein 100%ig freier Fotograf und genießt völlige kreative Freiheit.

Liebe Grüße Herr Rausch

Für den Kaffee

Auch "Fotografen-Diesel" genannt

€1,00

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