Die „neue Straßenfotografie“

Wer beschäftigt sich, aus Angst, lieber nicht mit dem Thema „Street-Fotografie“?

Ist es die Angst Regeln zu brechen, die Angst vor dem Gesetz, die Angst vor anderen Menschen und ihren Gedanken, die Angst vor anderen Fotografen.

Es sind diese geschürten Ängste von Tyrannen, Diktatoren, Geschmacks- und Sittenwächtern, die Philistern und Spießbürgern. Ich meine jene, welche gerne und oft nach Regeln schreien, wenn es um Fotografie geht. Ich meine jene, die jeglichen Fortschritt und jegliche Veränderung negieren.

Ich meine all die Troglodyten, die sich an Regeln klammern, welche in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkrieges erschaffen wurden und bis heute immer wieder propagiert werden. 

  • Du sollst dein Foto nicht beschneiden.
  • Du sollst kein Weitwinkelobjektiv benutzen.
  • Du sollst in Schwarz-Weiß fotografieren
  • Du sollst die „Szene“ nicht stören.
  • Du sollst eine kompakte, leichte und leise Kamera nutzen.
  • Du sollst keine Portraits machen, sonst ist es kein Street.
  • Du sollst niemals um Erlaubnis bitten, sonst ist es nicht ehrlich und verfälscht.

Es sind nur einige Regeln, welche durch Henri Cartier Bresson propagiert wurden. Diese Regeln sind schon alt, sie funktionieren nur, wenn wir noch genau dieselbe Gesellschaft vorfinden würden, welche seiner Zeit existiert hatte.

Nun verändert sich unsere Gesellschaft ständig und damit verändern sich auch die Regeln. Zum Beispiel dürfen seit kurzem endlich auch gleichgeschlechtliche Paare den Bund der Ehe begehen und es gibt konservative Idioten, welche dies als den Untergang der Gesellschaft verstehen. Ich hingegen finde es viel zu überfällig für unsere moderne Gesellschaft.

Ich finde es verdammt noch mal schön, dass die Zeit Änderungen mit sich bringt. Ich finde es schön, wenn wir uns weiter und weiter befreien von veralteten Regeln.

Wußtet ihr eigentlich, dass man an der Fotografie sehen kann wie frei wir mittlerweile sind?

Die Fotografie, ihre Fotografien und ihre Fotografen zeigen einen ziemlich guten Durchschnitt, wie frei unsere Gesellschaft tatsächlich ist.

Und wenn wir ehrlich sind dann leben wir in einer wunderbaren freien Gesellschaft! Es herrscht Demokratie und keine Diktatur. Jeder von uns darf schön finden, was er will! Und er darf es sogar fotografieren!

Nur leider scheint es ab und zu Menschen zu geben, welche diese Tatsache gerne verschweigen. Sie verwandeln sich schnell zu Tyrannen der Fotografie.

„Sie erwarten von dir, dass du genauso fotografierst, wie sie es selbst tun würden (aber nicht können), dafür können sie wünschen und fordern, denn dies sind ihre einzigen Stärken. Sie erwarten von dir, dass du die Dinge dieser Welt ganz genauso siehst, wie sie! Denn schließlich ist ihre Art der Sichtweise, die einzig richtige Sichtweise.“

Das kannst du jetzt schlucken oder einfach abstreiten! Denn du bist anders!

DU BIST NÄMLICH EINZIGARTIG!
Und das ist dein gutes Recht!

Diese Tyrannen haben nämlich ein großes Problem mit Diversität, mit Individualismus und mit dem Individuum. Aus diesem Grund ist es absoluter Blödsinn, irgendwelche Regeln stumpfsinnig zu befolgen. Du kannst sie nach Sinnhaftigkeit hinterfragen und zur Not einfach missachten.

Wenn ich mich an die Regeln dieser Diktatoren meiner eigenen Vergangenheit gehalten hätte, wäre ich jetzt nicht mehr hier. Dann hätte mich die Depression und der „Burnout“ tatsächlich ausgelöscht und von dieser Erdoberfläche gefegt.

Da hätte ich nämlich mal etwas Toleranz gegenüber intoleranten Menschen zeigen sollen.

Diese Probleme kennen wir aus der Fotografie und der Kunst!

  • Wie können wir uns dazu herablassen etwas als „entartet“ oder „unkunst“ zu deklarieren?
  • Wie können wir uns dazu herablassen eine Fotografie als „unerwünscht“ oder „falsch“ zu benennen?

Unsere ureigene Geschichte in Deutschland hält gleich zwei Systeme bereit, bei denen andere Sichtweisen nicht erwünscht waren. Und diese Geschichten zeigen auch was es mit den Menschen gemacht hat, sie zeigt was es mit unserer Gesellschaft gemacht hat.

Wie können wir verlangen, dass andere Fotografen Bilder machen, welche uns ständig und immer gefallen?

Was ermächtigt uns dazu von anderen Fotografen zu verlangen, dass sie die Dinge dieser Welt ganz genauso sehen ich es wünsche?

Wir benötigen dringend mehr FOTOTOLERANZ!

Mein Ansatz:

Habe deine eigene starke Meinung und Sichtweise! Fotografiere deine „Street´s“ so wie du es für richtig hältst! Erschaffe deine eigenen Regeln, folge deinen eigenen Regeln. Beuge und breche sie! Aber zwinge niemals andere dazu nach deinen Regeln zu funktionieren!

Allerdings musst du sehr hartnäckig sein! Denn man wird dich angreifen und versuchen dich konform und langweilig hinzubekommen. Das ist der Preis den du als Künstler bezahlen musst. Dafür erlaubst du allen anderen, so zu fotografieren, wie sie es wünschen. Und sie können und dürfen es sogar schön finden! Lass dich aber nicht von deinem persönlichen Weg abbringen. 

Diktiere deine eigenen Fotografien, sei aufgeschlossen und tolerant, denn es gibt immer Menschen, welche einfach nur Plastikblumen sehen wollen.

Bleibe freundlich, interessiere dich dafür was, wie und warum sie etwas fotografieren, ignoriere die Diktatoren der Fotografie. Such dir stattdessen richtige Fotografen… schau dir alte Meister an! Werde niemals ein Sklave oder Untertan von jemandem.

Gruß

Herr Rausch

3 Gedanken zu “Die „neue Straßenfotografie“

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