Das wesentliche deiner Fotografie

Hast du dir schon darüber Gedanken gemacht was das Wesentliche deiner Fotografie ist? Warum fotografierst du überhaupt?

Möchtest du dein Oma glücklich machen oder deine Mama? Möchtest du deine Instagram-Follower beeindrucken? Möchtest du die Welt verändern?

Kann es sein, dass du die Fotografie und ihre Fähigkeiten deutlich überschätzt?

Eine kleine Erinnerung:

Kein einziges Bild eines Kriegsfotografen hat es es geschafft einen Krieg zu beenden.

Eine Hilfe:


„Wenn du heute erfahren würdest, dass du nur noch eine Woche zu Leben hast. Was würdest du fotografieren und was nicht?“


Wir sollten uns alle darüber klar sein, dass wir alle auf den einen Tag zu steuern, an dem wir nie wieder etwas fotografieren werden.

Was würdest du auf diesen Fotografien hinterlassen?

Möchtest du deinen Instagram-Followern zeigen, dass du Fotografien gemacht hast, welche zwar immer gefallen gefunden haben. Allerdings niemals mehr Wertgeschätzt wurden als durch das vergeben eines „Likes“ möglich war. In dem Wissen, dass deine Fotografien nicht erhalten bleiben, weil es eigentlich egal ist, ob du oder irgendein anderer diese Fotografien hätte anfertigen können.

Was macht es mit dir, wenn all deine Fotografien beliebig austauschbarer Schrott sind, weil du dich immer nur schnöde darum gekümmert hast, dass du nicht blöde oder unangenehm auffällst. Mit dem Ergebnis, dass dein Account im Falle deines Ablebens einfach abgeschaltet wird und niemand wird es groß aufallen.


Wann hast du das letzte mal einfach deine Freunde fotografiert, weil der Moment in dem ihr euch befindet einfach unwiederbringlich schön ist? Ist für solche Momente Photoshop nötig?

Du hast die Möglichkeit, die schönsten Momente deines Lebens zu verewigen. Nutzt du diese Momente konsequent?

Wie sollen sich Menschen an dich erinnern und deine Persönlichkeit erinnern, wenn du Jahrelang immer nur genau den selben Mist produziert hast, den alle anderen auch produziert haben?

Wie soll man sich an dich erinnern, wenn du konsequent alles vermieden hast, etwas zu hinterlassen, dass nur du allein hättest machen können? Was ist, wenn andere die Erinnerungen an dich brauchen, wenn sie in einer traurigen Phase ihres Lebens einfach mal dein „crasy-shit“ benötigen, um mit wundervollen Gedanken an dich, wieder das Lachen zu lernen?

Mach dir klar, dass du nicht ewig jung, schön und knackig sein wirst!

Warum solltest du dies nicht festhalten dürfen? Weshalb sollen deine Enkel nicht das Recht haben zu erfahren, wie du in der Vergangenheit getickt hast?

Wir werden alle eines Tages sterben! Wir sollten aufhören, uns mit neuem Spielzeug zu versorgen! Wir sollten aufhören, mit unserem Streben nach noch mehr Geld zu verfolgen! Es ist alles dummer wertloser Scheiß!

Strebe danach ein guter Mensch zu werden. Strebe danach andere Menschen zu finden, welche sich gerne an dich erinnern. Strebe nach wundervollen unsterblichen Erinnerungen!

Dann bist du auf dem richtigen Weg ein unsterblicher Fotograf zu werden!


Gruß Herr Rausch

2 Gedanken zu “Das wesentliche deiner Fotografie

  1. Nun, das kann ich zumindest von mir nicht punktgenau sagen. Obwohl ich mir durchaus schon Gedanken dazu gemacht habe. Am ehesten noch photographiere ich, weil mir das photographieren ermöglich umherzuschweifen und zu entdecken. Dabei flatter ich meist wie ein Schmetterling vom Einen zum Anderen. Inzwischen weiß ich aber, dass ich mir deswegen keinen kopf machen muss. Andere finden ihr Thema und sind glücklich damit. Ich bleib wahrscheinlich beim Suchen und geb mich damit zufrieden. Ganz ausgeschlossen ist es aber nicht, dass ich eines Tages etwas finden könnte bei dem ich bleibe .

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    • Das ist auch gar nicht Schlimm. Ich denke sogar, dass es das Gesunde ist. Denn das Leben unterliegt einer ständigen Veränderung. Schließlich werden wir Menschen täglich ein Tag älter und unsere gemachten Erfahrungen zeigen, dass wir ab einem gewissen Alter keine Kinderbücher mehr aufmerksam lesen, sondern uns anspruchsvollere Literatur packt. Diese Weiterentwicklung geht tatsächlich immer nur in eine Richtung und lässt sich nicht umkehren. In der Fotografie ist dies genauso. Ich bin fest davon überzeugt, dass solange du umherschweifst und entdeckst, bist du am Leben und lebst es auch. Gefährlich wird es wenn es zu festen und konservativen Überzeugungen kommt, welche mit einem fundamentalen Idealismus allen anderen aufgezwungen wird. Dann stirbt das Leben, welches sich in einer ständigen Änderung befindet. Als gedanklicher Ansatz: Änderungen sind Tradition und die Fotografie ist die Dokumentation der Änderungen des Lebens.

      Liebe Grüße Herr Rausch

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