Die Rolle der sozialen Netzwerke

Heute sind es börsennotierte Unternehmen wie Facebook, Instagram, Twitter, YouTube und Google. Ihre Logarithmen bestimmen darüber, was wir wann zu sehen bekommen und in welchem Zusammenhang wir diese Informationen zu verstehen haben.
Kein einziger der Accounts in den erwähnten Netzwerken, gehört wirklich uns oder kann als unser Eigentum betrachtet werden.

Ein Logarithmus bestimmt, welche Informationen uns auf unserem Profil angezeigt werden. Damit der Logarithmus eine Auswahl treffen kann, wertet er sämtliche Daten aus, die von uns selbst und unseren Freunden und Bekannten zu Verfügung gestellt werden. Der Logarithmus bildet aus dir (einer in diesem Falle vermeidlich individuellen Person) einen mathematischen Durchschnitt. Es ist wichtig zu erkennen, dass es nicht deine fünf engsten Freunde und Bekannte sind, aus dem berechnet wird, sondern es sind sämtliche Daten, welche du und deine Freundesliste dem System zur Verfügung stellst. Anhand der Fülle von Daten, ist es für die Unternehmen keine große Problemstellung genau vorhersagen zu können, wie du als Person innerhalb des Netzwerkes auf ausgewählte Informationen reagierst.

Du repräsentierst exakt den Durschnitt alle deiner Freunde und Bekannten und damit auch den Durchschnitt deines sozialen Umfelds.

„Lehnt Einladungen bei Andersgesinnten und philosophisch Ungebildeten ab! Sollte es unumgänglich sein, sich mit solchen Menschen zu umgeben, dann nehmt niemals deren Benehmen für euch selbst an. Es sollte euch bewusst sein: Wer sich mit Ungebildeten umgibt und engen Kontakt mit ihnen pflegt, muss mindestens ebenso ungebildet sein.“

Zitat: (Kiesow, 2. Oktober 2017)

Der Logarithmus zeigt dir in deinem News Feed sehr genau deine durchschnittlichen Interessen an, sie bestehen in dem Fall aus einem bunten Mix deines Freundeskreises. Es erscheint als Information auf unseren Smartphones und Bildschirmen: Jutta hat x „geliket“, Bernd hat etwas kommentiert, Maria geht auf eine Veranstaltung, Jörg hat zeigt eine Fotografie, usw.

Die sozialen Netzwerke sind allerdings von erzeugtem Trafik abhängig. Sie sind abhängig davon, dass in kurzer Zeit sehr viele Menschen auf einen veröffentlichten Inhalt möglichst lange reagieren, damit die bezahlten Werbeanzeigen ein Einkommen für die Unternehmen generieren.

Hier machen sich die Netzwerke unsere Daten, Gruppen und Interessen zunutze, um den dringend benötigen Trafik zu erzeugen. Der Logarithmus platziert gezielt Inhalte und Informationen in Interessegruppen, welche absolut nicht in die Interessen der Gruppe passen. Denn die Betreiber der sozialen Netzwerke haben genau erkannt, dass der Mensch sehr viel mehr Zeit benötigt, um sich aus kognitiven Dissonanzen zu, die aus Unbehagen, Bedrohung, Angst und anderen negativen Gefühlen zu beruhigen, als aus den erfreulichen Dingen dieses Lebens.

Zwei Beispiele:

  • Wenn wir in der Sommerhitze ein Eis essen, dann Genießen wir dieses Ereignis. Haben wir das Eis komplett verspeist, erfreuen wir uns dieser Tatsache und gehen zur Tagesordnung über und widmen uns anderen Dingen des Lebens. Wir wissen, das Glück vergänglich ist.
  • Wenn uns allerdings das Eis, nach langem anstehen in der Sommerhitze runterfällt und sich unserem Genuss entzieht. Ist es für uns Menschen kein Problem, dass wir über einen längeren Zeitraum schlecht gelaunt sind. Wir benennen vergleichbare Situationen mit: „Wir sind mit dem falschen Bein aufgestanden!“ Insgesamt benötigen wir Menschen sehr viel weniger Reize, um uns den Tag zu versauen als zu versüßen. Eine Fotografie, eine Aussage, ein falscher Blick reichen aus, um uns für Tage in schlechte Laune zu versetzen.

Welche Inhalte werden von sozialen Netzwerken auf Grund unseres menschlichen Verhaltens gefördert?
Quelle: (Lanier, 2. Auflage)

Liebe Grüße Herr Rausch