Weshalb wir nicht zu beliebt sein sollten

Wir Fotografen müsse schon mehr als blind und naiv sein, wenn wir daran glauben, dass wir anhand der Funktionsweise sozialer Netzwerke ein besonders relevanter Fotograf sein sollen, weil wir sehr viele „Likes“ bekommen und einen großen Tross von Followern haben.

Die Aussage, dass wir von innerhalb sozialer Netzwerke besonders oft gemocht werden und besonders viele Fans haben. Bedeutet in Wahrheit, dass wir in einem ganz besonders ausgeprägtem Maße Durchschnittlich sind.

Durchschnittlich sein bedeutet nicht besonders individuell sein = nicht besonders kreativ sein = nicht besonders talentiert zu sein = nichts Besonderes zu fotografieren = usw.

Nicht besonders zu sein, bedeutet kein Künstler zu sein!

 Es bedeutet auch, als besonders beliebter Fotograf, ist man ein besonders konformer und durchschnittlicher Fotograf.

Die Abbildungen und Positionen eines beliebten Fotografen, dienen als Kopievorlagen, für andere Fotografen. So wird der beliebte (aber durchschnittliche) Fotograf zum erstrebenswerten Vorbild für andere, bis sich letztlich alles in fotografischen Positionen angeglichen hat und sich eine konforme Masse (Einheitsbrei) gebildet hat.

Wer beliebt ist, wird schnell beliebig!

Schließlich wird der beliebte Fotograf nicht sonderlich besprochen. Er zeigt nichts besonderes, dass eine Besprechung bedürfte. Keine neuen Positionen, keine neuen Sichtweisen, keine Geschichten, keine abweichenden Meinungen, keine neuen Ideen.

Viele Fotografen passen sich aus Angst an, sie scheuen negative Kritiken oder Äußerungen, dieser auf Konformität und Wut gesteuerten Gesellschaft.

Das verkante Problem dabei ist:

Die sozialen Netzwerke sind für eine positive und konstruktive Diskussionskultur völlig ungeeignet.

Dies liegt an dem Auswahlsystem des Logarithmus der sozialen Netzwerke. Diese Auswahl unterstützt nicht die Findung eines Konsenses, sondern die Unterstützt der Bekämpfung des größtmöglichen gemeinsamen Teilers. Dies macht die Diskussionskultur der sozialen Netzwerke zu einer zersetzenden und zerstörerischen Kommunikation. Sie fördert die Ausgrenzung, dass Verbieten und Reglementieren. Es entstehen viele kleine Filterblasen-Interesse-Gruppen, die keine gemeinsamen Interessen besitzen und sich abwechselnd mit Affektwellen (Shitsorm und Hate-Speech) gegenseitig angreifen. Dies führt zu einer Teilung von Gesellschaften, welche nicht mehr in der Lage ist, durch das Mittel der lösungssuchenden Diskussion einer gemeinsamen Erweiterung der eigenen Lebensweise zu erreichen.

Das Fazit:

Wer sich als Fotograf entwickeln möchte. Fällt schnell negativ auf. Es wird korrigierend eingegriffen. Neue Ideen, Sichtweisen und Positionen, werden in sozialen Netzwerken nieder geschrien, unterdrückt, verschwiegen und diffamiert. Die sozialen Netzwerke des Internets sind der schlechteste Ort, für die persönliche Entwicklung.