Wir benötigen dringend weniger FAKE und falschen FAME in der Fotografie.

Liebe Fotofreunde,

bevor wir weiter machen, klären wir erstmal was FAKE ist.

FAKE ist es, wenn man sich durch Äußerungen oder durch bestimmte Mittel der Selbstdarstellung den Anschein verschafft von großer Wichtigkeit und Bedeutung zu sein.

Diese Menschen sind relativ leicht zu erkennen, da sie zu betont großspurigen, gewichtigen und übertriebenen Auftritten neigen, um Eindruck zu hinterlassen.

Diese Beschreibung finden wir im Duden unter „prätentiös“.

Im Klartext:

Eine prätentiöse Person ist ein FAKE, welche ihre innere Leere und ihre Inkompetenz durch bewusst aggressives, prahlerisches und herablassendes Handeln versuchen zu vertuschen und zu verstecken, um sich selbst als immens wichtig und kompetent (FAME) darzustellen.

Der moderne FAKE

Die zeitgenössische Version eines echten FAKES erkennen wir daran, dass sie sich besonders anmaßend, hochnäsig, abfällig, abschätzig, absprechend, abwertend, diskriminierend, geringschätzig, gleichgültig, ungnädig, herablassend, missbilligend, naserümpfend, respektlos und verächtlich gegenüber anderen Menschen verhält.

Moderne Faker können alles kritisieren, ohne die Absicht zu haben es jemals selbst besser zu machen oder ein Konstruktives weiterentwickelndes Element in ihren Äußerungen zu hinterlassen. Sie verstecken ihre Inkompetenz mit verweisen auf die Nichtzuständigkeit und begründen es mit Zeitmangel. Schließlich muss ein FAKE täglich die Welt erretten und darauf achten, dass seine Nichtkönnen auffliegt.

Warum sind viele Menschen viel lieber ein FAKE?

Nach meinen gemachten Erfahrungen in der Fotografie, Psychologie und Soziologie gehe ich von dieser These aus:

Menschen werden zum FAKE, weil sie versuchen ihre eigene Unsicherheit und ihr Unvermögen zu verschleiern, indem sie andere Menschen schikanieren und mobben.

Es ist schließlich Fakt, dass wir absolut gar nichts Können oder Beherrschen müssen, um eine vernichtende Kritik zu verfassen oder einen anderen Menschen zu schikanieren. Alles was wir dafür benötigen ist der Wille, dass es anderen schlecht geht, damit wir uns selbst besser fühlen. Das wars. Es soll sogar Existenzen geben, welche sich daran erfreuen, wenn sie sehen, dass es anderen schlecht geht. Nicht wenige machen sich einen Spaß daraus und genießen es die Leidenschaft anderer Menschen zu zerstören. Fake Menschen stehen im krassen Kontrast zu selbstsicheren Menschen, welche in sich Ruhen und ihren Selbstwert durch ihr sein zu bestimmen.

Der selbstsichere Mensch

Ein selbstsicherer Mensch hat es nicht nötig, sich am Klatsch und Tratsch zu beteiligen. Es ist für sie nicht bachvollziehbar, wenn sie bemerken, dass andere Menschen abgewertet werden mit Hilfe der Difamierung oder der Bedrohung.

Einem selbstsicheren Fotografen, würde es niemals einfallen andere Fotografen mit einer Schmähkritik zu versorgen, damit er seine Lust und seine Freude an der Fotografie verliert, um den mit der Kritik versorgten Fotografen dazu zu bewegen, dass er genau das tut was der selbstsichere Fotograf machen. Ein selbstsicherer Fotograf benötigt auch keine schwere und viel zu große exotische Ausrüstung, um seine Unfähigkeit in der Fotografie zu kaschieren.

Selbstsichere Fotografen holen das absolute Maximum aus der Ausrüstung raus, welche sie zur Verfügung haben und erfreuen sich daran, wenn andere mit denselben Mitteln noch mehr rausholen. In diesem Falle steckt nämlich sehr viel Inspiration, Willenskraft und Kreativität in der vollbrachten Arbeit.

Die Kultur der Abwertung

Wir haben erkannt, dass es wesentlich leichter ist etwas oder jemanden abzuwerten oder zu entwerten als die Erschaffung von einigermaßen Stichhaltigen „Holy-Shit“ mit vergleichbaren Mitteln.

Das Abwerten ist der jämmerliche Versuch einer Person, die soziale Leiter empor zu klettern, ohne selbst etwas dafür zu tun. Der erste kurze Augenblick vermag es eventuell, sich relativ gut im Verhältnis zu anderen zu fühlen. Das schlechte Gewissen bleibt und relativ schnell, wird sehr viel Energie aufgewendet das eigene Unvermögen zu kaschieren. So entstehen schnell tyrannische, diktatorische Verhaltens- und Sichtweisen, welche eine Änderung und Entwicklung des eigenen Lebens unmöglich machen.

Der menschliche Wunsch nach Wandel

Glücklicherweise ist es die Natur des gesunden Menschen in seinem Leben voran zu kommen und sich nicht mit dem „Status quo“ zufrieden zu geben. Es gilt folgende Formel:

Fortschritt bedeutet Leistung. Leistung bedeutet Erfolg. Erfolg bedeutet Neid.

Es ist gerade der Neid der Zurückgebliebenen, welche als effizienter Treibstoff für prätentiöse Verhaltensweisen genutzt wird. Niemand von uns gibt gerne offen und ehrlich zu, dass er einen unmodernen, rückständigen und konservativen Lebenswandel führt. Ethisch und moralisch ist man nicht mehr auf der Höhe der Zeit und man Pfeift auf viele Vorteile des Fortschritts, denn sie fordern die eigene Bereitschaft der Weiterentwicklung.

Hiermit ist es dann leicht erklärlich, weshalb es wesentlich leichter ist, jeglichen Wandel im laustarken, übertriebenen und prätentiösen Geschrei niederzuschmettern.

Was ist zu tun?

Als Erstes sollten wir bei uns selbst anfangen. Nicht schlecht ist es, sich von der fixen Idee zu verabschieden, dass irgendetwas am eigenen Leben besonders glanzvoll oder vorbildlich ist. Gesund ist es einzusehen, dass jeglicher Versuch etwas Glanzvolles, Vorbildliches oder Monumentales zu erschaffen, sehr viel schneller von konservativen Menschen als nutzlos, sinnlos und überflüssig deklariert zu wird, als dass es Interesse weckt. Listenreich ist es seine Kritiker einfach zu besseren Werken aufzufordern, welche einen selbst inspirieren. Schließlich lernen wir Fotografen selbst am schnellsten, wenn es andere vormachen. Der Kritiker wird in der Regel kläglich versagen, da er keine Zeit, keine Fähigkeiten und kein Interesse hat, irgendetwas besser zu machen. Er möchte dich einfach nur aufhalten.

Mit Sicherheit erkennst du so, die wirklich großen Fake-Fotografen, welche sich gerne hinter ihren Likes und Followern verstecken und sonst nichts auf der Kirsche haben.

Gruß Herr Rausch