Das erfolgreiche Scheitern

Weshalb ist das Scheitern in unserer Gesellschaft sehr negativ konnotiert? Ist es nicht so, dass wir Menschen scheitern müssen, damit wir uns weiterentwickeln?

Die Realität beweist uns immer wieder, dass ein Meister öfter gescheitert ist als sein Schüler.

Woher stammt also die gesellschaftliche Abneigung des Scheiterns?

Vielleicht finden wir den Grund in der Abneigung der eigenen Weiterentwickelung. Schließlich geht mit dem Begehen eines Fehlers, mit dem Scheitern einer Idee, immer ein Lernprozess einher. Es ist eher selten, dass wir Menschen dieselben Fehler zweimal machen. Zugeben nicht immer ist der Lernprozess komplett schmerzfrei, manchmal fordert er sogar große Opfer.

Es ist jedoch eine Tatsache, dass der Mensch allein durch das Begehen von Fehlern lernt. Wir hätten sonst niemals das Laufen, das Sprechen oder Schreiben gelernt. Wir wären in der Bundesrepublik Deutschland, ohne die großen Verfehlungen der Vergangenheit, nicht auf die ersten fünf Artikel unseres Grundgesetzes gekommen. Wir hätten keine EU. Wir hätten keinen Mindestlohn. Wir hätten nicht mal die Möglichkeit, im Kleinbildformat zu fotografieren.

Wenn wir keine Fehler in der Vergangenheit gemacht hätten, wenn einige politische Ideen nicht gescheitert wären, dann hätten wir die uns heute bekannte Zivilisation und Kultur nicht.

Fazit:

Jegliche Art von Fortschritt beruht auf die Erfahrung durch den gemachten Fehler und führt zum Scheitern des Alten. Denn die gemachte Erfahrung wird, für die Neue bzw. die moderne Idee mit genutzt, um ein erneutes Scheitern zu vermeiden.

Dein Erfolg ist zum Scheitern verurteilt

Warnung: Menschen, welche keine Kritik vertragen, werden jetzt nicht auszuhaltende philosophische Setzungen ertragen müssen. Es liegt an ihrer strickten Weigerung sich weiter zu entwickeln. Deshalb verfallen sie auf diese Weise in einem Konservatismus, welcher noch nie von großen Änderungen und Überlegungen geprägt war. Diese Konservativen und rückwärts gewandte Lebensweisen fordert und fördert rituelles oder automatisiertes Verhalten. Sie ist ohne Rücksichtnahme auf die Änderungen des Lebens, an sich und im Laufe der Zeit. Sie fordert Schubladendenken, Inflexibilität, Unterordnung, sowie unterwürfige Verhaltensweisen.

Wir erkennen diese lebensfeindlichen Lebensphilosophien leicht an solchen Aussagen wie:

„Das ist so, es bleibt so und es wird sich niemals ändern. Du musst dich damit abfinden!“

Unter solchen Bedingungen, die ich gerne toxische Umwelt nenne, wird das Überleben, das Durchhalten schnell eine evidente Probe, um Erfolg bemessen zu können. Leicht und schnell fühlt sich ein Leben unter diesen Bedingungen an wie eine Folter oder endloses strampeln im Hamsterrad.

Warum tun wir uns das an?

Ein konservatives, toxische Umfeld sorgt in seinen Handlungen, Aussagen und Förderungen dafür, dass sich Dinge dieser Welt nicht ändern. Neues, Geändertes oder Unbekanntes wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft, verboten, eingeschränkt und ignoriert. Es sind genau die Verhaltensweisen, welche eine toxische Umwelt ausmachen.

Was bedeutet dies für den neuen Fotografen?

Für dich als neuer Fotograf bedeutet es im Klartext, dass man dir das Leben selbst, sowie das Überleben, so schwer wie nur irgend möglich gestalten wird. Sämtliche Handlungen deines Umfeldes werden so ausgelegt sein, dass sie eher ein Hindernis für dich und deine Fotografie darstellen. Du wirst im Preis gedrückt und im Selbstwertgefühl. Deine Lebensweise, deine Sicht auf die Dinge dieser Welt ist völlig falsch, abwegig und provokant.

Das Hamsterrad des Fotografen

Die Lebensbedingungen eines neuen Fotografen lassen sich sogar mathematisch mit Hilfe einer Formel ausdrücken:

X1+X2+X3+X4+X5+X= gute Fotografie

Hier stellt die Variable X, für eine Bedingung, um als Fotograf erfolgreich zu sein. Leichtfertig wird übersehen, dass die Variable beliebig erweitert werden kann. Somit ist ein erreichen von „guter“ Fotografie gar nicht möglich.

Diese Formel beschreibt wunderbar das Hamsterrad, indem sich sehr viele Fotografen befinden.

Dies liegt an den zahlreichen Bedingungen, welche an neuen Fotografen gestellt werden. Es soll schnell, gut und günstig sein, schön wäre kreativ, imposant und einzigartig. Deine Technik ist selbstverständlich auf dem neuesten Stand und besonders lobenswert ist es, wenn du er sich in Form von Likes und Followern bezahlen lässt, damit andere für den Fotografen Werbung machen. Selbstverständlich darfst du nicht von deiner Arbeit als Fotograf leben, dafür müsstest du noch einiges mehr leisten, denn soo gut bist du als Fotograf nun wirklich nicht.

Was bringt es dir ein riesiges Portfolio zu besitzen, volle Auftragsbücher zu haben, als guter und erfolgreicher Fotograf zu gelten, wenn du von deiner Fotografie nicht leben kannst? Während du von irgendwelchen fremdbestimmten Bedingungen abhängig bist?

Fazit:

Dein Erfolg ist gar nicht vorgesehen, auf Grund des toxischen Umfeldes.

Wie definierst du Erfolg?

Diese Frage ist von größerer Bedeutung als sie auf dem ersten Blick erscheint.

Mittlerweile müsste es dir aufgefallen sein, dass du in einer konservativen und toxischen Gesellschaft gar keinen Erfolg haben kannst, darfst und sollst. Für einige besonders rückständigen Menschen, würde dein Erfolg das Ende unseres Planeten und zum Zusammenbruch unseres Universums führen. Jedenfalls stellen toxische Menschen es so dar. Das Drama dieser Menschen beginnt, wenn man dir die Butter auf deinem Pausenbrot gönnt.

Ändere deine Sichtweise auf das Scheitern

Bevor du dich nun als neuer Fotograf, den Allgemeinen und lauten Kanon, vom ausgebeuteten, schlecht bezahlten und ungeliebten Fotografen anschließt und beginnst mitzusingen. Solltest du wenigstens dafür sorgen, dass du fröhlich singst. Anschließend wirst aus diesem schlecht gelaunten Gesangsverein ausgeschlossen, aber wer umgibt sich freiwillig mit schlecht gelaunten Menschen.

Was ich damit sagen möchte:

Wenn du es einsieht, dass du gar nicht erfolgreich sein sollst, dann befreit es dich von sehr vielen Zwängen und Bedingungen, welche dir als neuer Fotograf auferlegt werden. Einige dieser Bedingungen sind Selbstmitleid, Selbstzweifel und Abhängigkeit.

Unter uns Pastorentöchtern:

Wenn es tatsächlich vorgesehen wäre, dass deine Freunde dir deinen Erfolg gönnen würden, weshalb Handeln sie komplett gegensätzlich und versuchen dir das Leben zu erschweren?
Sind es tatsächlich „gute“ Freunde, welche dir im Moment des Scheiterns bestätigen, dass sie es bereits gewusst haben, dass du scheiterst.
Weshalb haben sie nicht dabei geholfen, dass du Erfolg hast? Weshalb haben sie es nicht verhindert?
Schließlich wurden dir mit voller Absicht Informationen vorenthalten, damit du keinen Erfolg hast. Insgesamt ist dies eher die Vorgehensweise eines toxischen Menschen, aber nicht die eines Freundes.

Wenn du dich dazu entscheidest, diesen toxischen Beziehungen zu entziehen, wird dein Unterfangen, sich als neuer Fotograf zu platzieren, mit jedem weiteren Scheitern von Erfolg gekrönt sein. Da du ein sicheres Mittel gefunden hast, dich von Menschen zu trennen, welche in keiner Weise an deinen Erfolg interessiert sind.

Fazit:

Die Kritik des toxischen Menschen wird so zu einem vorgesehenem Programm, welches keine neuen Informationen für dich bereithält. Sorgen musst du dir erst machen, wenn du nicht mehr von toxischen Menschen kritisierst wirst. Du bist dann langweiliger als die Anleitung der Steuererklärung.

Ändere deine Erwartungen

Du solltest dich daran gewöhnen, dass du als neuer Fotograf für wirklich alles hart kritisierst wirst.

Solltest du als neuer Fotograf etwas produzieren, dass nicht kritisiert wird, dann sind deine Arbeiten weder neu noch sind sie anregend, interessant oder bemerkenswert. Deine Arbeiten sind nichts weiter als langweilig, austauschbar und nichtssagend.

Ich glaube nicht, dass dies ein Ziel eines Fotografen sein sollte.

Ändere deinen Fokus

Anstatt es tagtäglich zu versuchen, den toxischen Menschen in deinem Umfeld, auf jegliche Art und Weise es recht zu machen. Solltest du den Fokus auf aussichtsreichere Dinge legen.

Du kannst und darfst tatsächlich selbst bestimmen, wofür du deine Lebenszeit, dein Einkommen und deine Leidenschaft ausgibst. Du kannst du völlig frei und selbstständig bestimmen, wofür du deine Lebenszeit, dein Einkommen, deine Interessen und Leidenschaften investierst oder eben nicht. Du kannst dich entscheiden ein Auto zu besitzen, du kannst dich entscheiden ein Studio oder Atelier zu mieten. Du kannst immer und immer wieder all deine Zeit für Menschen aufopfern, die es gar nicht vorgesehen haben dich jemals wertzuschätzen. Du kannst es auch lassen.

Ich habe keine Zeit mehr für negative Menschen. Es sei denn sie bezahlen mich fürstlich. Ich sehe es als Entschädigung.

Alles was du musst, ist Leben können. Das bedeutet Miete und Lebensmittel müssen bezahlt werden. Der Rest liegt in deiner freien Wahl. Wenn du verinnerlichst, dass dein toxisches Umfeld nichts anderes kann, als dich zu kritisieren, zu kränken, zu unterdrücken und zu unterwerfen, dann wird die geäußerte Kritik des toxischen Umfeldes wirkungslos. Alles was du dafür tun musst, ist einfach weitermachen und dafür absolut gar nichts erwarten, als die Kritik von Menschen, welche dich gar nicht unterstützten wollen und können. Das Schönste an dieser Einstellung ist, dass du voll in deiner Leidenschaft als Fotograf aufgehen kannst und in Zukunft deine Interessen, dein Einkommen und deine Freude völlig frei in die Motive der Fotografie zu stecken, welche du allein wünschst. Es ist nicht vorgesehen, dass sich toxische Mensch jemals an etwas erfreuen. Das genervte Stöhnen dieses Umfeldes wird so zum Gradmesser deines Erfolges. Unter Umständen kann es sein, dass Menschen auftauchen, welche dir einen gewissen Erfolg von Herzen gönnen. Messe ihre Aussagen an den damit verbundenen Handlungen und Verhaltensweisen und nicht an ihren Lippenbekenntnissen.

Liebe Grüße Herr Rausch