Weshalb „soziale“ Netzwerke im Internet schlecht für uns und unsere Gesellschaft sind

Die sogenannten „sozialen Netzwerke des Internets sind pures Gift für dein Ego, deine Fotografie, deine Kreativität, deine Individualität, deine geistige Gesundheit und deine Interessen. Sie sind das schlechteste was unseren sozialen Gesellschaften passieren konnte.

„Soziale“ Beziehungen in den „sozialen“ Netzwerken im Internet basieren auf Veröffentlichungen intimer Details aus deinem Leben, während du die Deutungen (das Framing) widerspruchslos Dritten überlassen musst, darüber hinaus stehst du in einem immerwährenden Konkurrenzkampf und Vergleich mit deinen besten und liebsten Freunden. Die „sozialen“ Netzwerke im Internet basieren unteranderem auf einem immerwährenden Vergleich mit anderen Menschen im Internet, bei dem es nicht vorgesehen ist, dass jemals ein Gewinner festgestellt wird.

Es bedeutet:

Für die Logarithmen der Netzwerke, sowie für deine eigenen Freunde bist du sehr viel weniger als Fotograf wert, wenn du auf deiner „Fan-Seite“ nur 5 Follower verzeichnen kannst. Schließlich existieren andere Fotografen, welche 50 Follower haben und deswegen besser sein müssen. Dieser andere Fotograf wird verglichen mit anderen Fotografen, welche 500 Follower besitzen, dieser werden verglichen mit Fotografen die 5000 Follower verzeichnen. Diese werden wiederum verglichen welche 50000 Follower haben und so weiter und so weiter.

Der Vergleich über Follower und Likes verkommt so zur modernen Form des „Schwanzvergleiches“. Früher waren es Autos, sexuelle Beziehungen oder die Trinkfestigkeit.

Auffällig ist bei diesen Vergleichen, dass der Fokus grundsätzlich auf das Ab/ bzw. Ent/-werten abzielt. Es beschreibt schließlich den leichtesten und schnellsten Weg, sein eigenes schwaches Ego aufzuwerten, ohne es selbst je „besser“ machen zu müssen. So entsteht ein Umfeld ohne jegliche Zukunftsaussichten, ohne Utopie, ohne Würde und ohne Wert.

Das Problem der sozialen Netzwerke

Sie sind komplett abhängig von euren Veröffentlichungen, Teilungen und Kommentaren. Hierbei haben die Logarithmen der „sozialen“ Netzwerke genau erkannt, dass es wesentlich länger dauert, bis ein Mensch sich aus dem Zustand der wütenden Erregung beruhigt, als dass ein Mensch in seinem Glück verweilt. Es ist für uns alle selbst leicht nachvollziehbar, wenn wir an unser wunderbares sommerliches Lieblingseis denken und es umgeben von wunderbaren Freunden völlig frei genießen. Ist dieses Eis aufgegessen und haben diese Phase des Glücks genossen, erfreuen wir uns an die Möglichkeiten uns eventuell ein neues zu holen oder es auch zu lassen.

Als Mensch wissen wir: Glück ist vergänglich.

Leider funktionieren die „sozialen Netzwerke auf eine völlig andere perverse Weise.

 Die „sozialen“ Netzwerke sorgen dafür, dass dir deine Kugel Eis, noch vor dem Genuss, auf den Boden fallen und dich dabei mit kalt-cremigen Flecken besudelst. Solch ein Erlebnis, kann einen viele Stunden beschäftigen und mit Gram versorgen.

Wir kennen es, wenn wir sagen: „Wir sind heute Morgen mit dem falschen Fuß aufgestanden.“
Es steht für irgendeine kleine Kleinigkeit, welche uns legitimiert den restlichen Tag schlechte Laune zu haben, weil der Kaffee nicht heiß genug war.

Da die Logarithmen der „sozialen“ Netzwerke erkannt haben, dass es wesentlich leichter ist „schlechte“ Laune zu erzeugen, welche als Bonus auch noch wesentlich länger anhält. Ist es im Interesse der „sozialen“ Netzwerke möglichst schlechte Laune zu erzeugen. Denn schlechte Laune bedeuten für die „sozialen“ Netzwerke für einen längeren Zeitraum mehr erzeugten Traffic als „gute“ Laune. Dies bedeutet, dass die „sozialen“ Netzwerke im höchsten Maße toxisch sind, denn sie verdienen an ihrer Werbung durch den erhöhten Traffic wesentlich mehr und länger Geld, als wenn du glücklich wärest.

Die Konsequenzen

Sind für unsere Gesellschaften verheerend.

Zum Beispiel werden Hochzeitsfotografien mit weniger als 100 Likes schnell zu wertlosen, schlechten und langweiligen Hochzeiten, als Hochzeitsfotografien mit 10000 Likes. Schnell wird der eigentliche Grund für eine Hochzeit relativiert und nicht selten sogar völlig entwertet. Der eigentliche Grund einer Hochzeit verkommt zu einem vergleichbaren Konsumgut wie der Vergleich von Armbanduhren von Casio und Rolex. Uns allen sollte dabei völlig klar sein, dass sich nicht jeder eine 100000 Euro Hochzeit leisten kann und will. Schließlich geht es auch nicht um den Wert der Hochzeit, es geht nicht um Likes von Fotos für eine Hochzeit, es geht um so etwas wie Liebe. Es ist egal wie teuer die Hochzeit ist, es ist egal wie viele Likes die Hochzeitsfotografien bringen, der eigentliche Grund einer Hochzeit sollte ein anderer sein. Vielleicht stehe ich mit meiner Meinung auch allein. Es kann ja sein, dass ich mich Irre.

Der gefährliche Augenblick

Wir erkennen den gefährlichen Augenblick der sozialen Netzwerke des Internets, in dem Moment, wenn wir uns die Frage stellen:

„Welches Foto, welchen Beitrag wäre in diesem Moment geeignet, um andere dazu zu bewegen, dass ich „Likes“ ernte?“

Es ist genau der Augenblick, an dem du dir selbst nicht mehr ausreichst. Es ist der Augenblick, an dem deine besten Freunde, deine Lieblingsmenschen und deine Familie nicht mehr ausreichen. Es ist der Augenblick, an dem du deinen Selbstwert an Dritte verschenkst und auf ihre Legitimierung warten musst, um etwas ausreichend spannend oder interessant zu finden. Allerdings nur bis zum nächst böswilligem Kommentar, welche mit erstaunlicher Präzision auch kommen wird.

Soziale Netzwerke verändern unsere Kultur auf subversive Weise

Es sind abhängig machende Plattformen im Internet, bei denen es darum geht, dass du endlich auch mal ein Stück vom Glück sehen kannst. Du musst nur ein möglichst „hippen“ Lebensstil führen, das war es.
Die „sozialen“ Netzwerke schaffen es sehr leicht und schnell, dich auf subtile und subversive Weise, wie ein Hund zu dressieren, damit du in Zukunft ein Leben führst das auf die Maximierung von „Likes“ und „Followern“ basiert. Hierbei spielt es überhaupt keine Rolle, welche Tätigkeit du ausübst, wenn dir die Tätigkeit keine „Likes“ bringt, wirst du es freiwillig lassen. Schließlich will man sich nicht als Looser präsentieren.

  • Wir beginnen plötzlich einen möglichst aktiven Urlaub an irgendeinem exotischen Ort.
    Der uns eine Menge Geld kostet, einige nehmen dafür einen Kredit auf, mit dem Ziel „Selfies“ zu machen. Nur damit wir anderen zeigen, wie aktiv und exotisch wir doch sind.
    Nicht wenige sind getrieben von der Hoffnung, dass sie einen Urlaubstrend auslösen und wir ihnen zu all diesen exotischen Ort folgen, um auch fürchterlich aktiv zu sein und dies mit „Selfies“ zu beweisen. Die Folgen dieser Ziele sind in vielen „geheimen Tipps“, der Instagram-Reise-Fotografie offen zu sehen. Irgendwie ist man an diesen Orten nicht mehr allein, sie sind auch nicht mehr exotisch und der Massenwochendendtourismus hinterlässt Berge von Müll und bringt die Bewohner der betroffenen Ziele an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.

  • Nicht zu selten beginnen wir gerne zu berichten und zu präsentieren was wir uns gekauft haben.
    „Seht her was ich gekauft habe!“, heißt es oft in den „sozialen“ Netzwerken. Der Job der Influencer wurde geboren, die uns mit Produktinformationen versorgen, welche wir während der Werbepause im TV wegschalten oder übersehen, weil wir auf Toilette müssen. Wir unterstützen auf versteckte Weise die Massenkonsumkultur. Aber die Steffi auf ihrem YouTube Kanal, würde niemals bezahlte Werbung in ihren Beiträgen verstecken und uns verschweigen, dass sie dafür bezahlt wird. Schließlich sind gerade Influencer die großen Vorbilder, mit lupenreinem Gewissen und würden sich niemals einfallen lassen, mit Youtube-Videos ein Einkommen zu generieren. Jetzt man ehrlich zwischen uns Pastorentöchtern: Wenn du dir die Produkte deines Influencers besorgst, dann tut es doch deinem Selbstwertgefühl gut. Schließlich sind sie von einem bekannten, glaubwürdigen und vorbildlichen Influencer.

In Wahrheit setzten wir unser Konsumverhalten dafür ein, um einen gewissen gesellschaftlichen Status zu erlangen, um uns von anderen als Besser abzusetzen und unser Ego zu füttern. Wir haben auch überhaupt keine Probleme damit, wenn unser Leben auf Kosten anderer gelebt wird.

Soziale Netzwerke manipulieren uns

Ich reagiere mittlerweile mit großer Skepsis, wenn mir jemand weiß machen möchte das er völlig frei und ohne Beeinflussung der sozialen Netzwerke im Internet lebt. In Wahrheit benötigst du heute nicht mal mehr einen Account, um von diesen Netzwerken beeinflusst zu werden. Schließlich sind genug andere Mitglied dieser virtuellen und sozialen Gesellschaft. Es ist genauso blödsinnig, sich dazu zu entscheiden, kein Bürger der Bundesrepublik zu sein, wenn du in der Bundesrepublik wohnst. Du ziehst als Eremit in den Wald und trotzdem, bleibst du umgeben von der Gesellschaft der Bundesrepublik. Es bedeutet, dass es unmöglich ist den sozialen Netzwerken im Internet zu entkommen. Unsere Gesellschaft funktioniert heute nicht mehr ohne Internet und genau dort befindet sich auch das „soziale“ Netzwerk.

Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass Likes, Follower und Benachrichtigungen aus den „sozialen“ Netzwerken direkt unser Leben, unsere Psyche und unseren Lebensstil beeinflussen. Selbst wenn du kein Mitglied bei Facebook bist.

Du denkst, dass es dich nicht betrifft. DU BIST FREI?

Dann versuche mal 30 Tage digital zu fasten. Du nutzt 30 Tage lang ganz einfach keinen Internet. Du gehst ihm 30 Tage lang konsequent aus dem Weg. Du nutzt kein WhatsApp, sondern ein Fax. Du schreibst keine E-Mail, sondern einen Brief. Du wirst feststellen, dass es einige Dinge in dieser Welt gibt, welche ohne das Internet nicht mehr funktionieren.

Aber du bist ja frei! Für dich stellt es tatsächlich kein Problem dar. Dann zieh es durch und erzähl mir davon!

Soziale Netzwerke manipulieren dich mehr als du denkst!

Sie manipulieren dich genau auf diese Weise, wie ihre Besitzer es wünschen.

Welchen anderen Grund hat es, dass ihre sozialen Standards nicht, von ihnen allein willkürlich und intransparent festgeschrieben werden?

Die Folgen für unsere Gesellschaft sind mittlerweile sicht- und spürbar geworden. Wir werden von selbstunsicheren und tyrannischen Fakes regiert. Sie stehen in kompletter Abhängigkeit von PR-Beratern und Meinungsmachern und den „sozialen“ Netzwerken. Die wahren Drahtzieher der Marionetten bleiben im Verborgenen. Es sind Egomanen welche gewissenlos die Möglichkeiten der „sozialen“ Netzwerke ausnutzen, um an die Macht der Manipulation zu kommen.

Die Folgen sind:

  • Sinkende Risikobereitschaft des Einzelnen
  • Etablierung einer „Mono-„Kultur
  • Ein Überangebot von Informationen, bei denen es immer schwerer wird „Fakes-News“ von echten Nachrichten zu unterscheiden.
  • Eine wachsende Angst unangenehm auszufallen.

Wer hat keine Angst vor dem berühmt berüchtigten Shitstorm? Dieser wird mit präziser Sicherheit und Vorhersagbarkeit ausgelöst, solltest du es wagen zu widersprechen oder gar individuell zu sein.

Was kannst du tun?

  • Nutze die „sozialen“ Netzwerke im Internet zu wenig wie irgendmöglich.

  • Verabschiede dich vom Gedanken, dass die „sozialen“ Netzwerke irgendetwas positives in deinem Leben beitragen werden.
  • Die wirklich unvergleichbaren, lukrativen, spannenden, interessanten, verrückten und kreativen Dinge im Leben, passieren im „Real-Life“ und nicht im Internet.

Ich selbst bin Fotograf und habe lange in dem Zirkus der „sozialen“ Netzwerke mitgespielt. Heute vermute ich, dass ich der dumme Affe war oder der Pausenclown. Ich befeuere keinen Instagram-Account und nutze Facebook nicht als Grundlage für meinen Selbstwert. „Likes“ und „Follower“ sind mir egal, wenn sie aus den „sozialen“ Netzwerken wie Facebook oder Instagram stammen. Sie sind weniger wert als der Dreck unter den Fingernägeln. Ich erinnere mich an rein gar nichts positives, dass mir all die sogenannten Freunde der Vergangenheit gebracht haben. Diese Einstellung verhakkf mir zu wesentlich mehr persönlicher Freiheit, denn ich bin nicht mehr abhängig von der oberflächlichen Meinung von Dritten. Dies erlaubt es mir eine klare und differenzierte Meinung zu haben, es erlaubt mir interessante und innovative Ideen zu haben, als Bonus kann ich mich von all dem konformen Mist individuell unterscheiden.

Es grüßt wie immer euer liebster Herr Rausch