Voraussetzungen der Fotografie

  1. Die Fotografie steht untrennbar in Abhängigkeit mit einer Kamera und Licht. Hierbei ist es irrelevant ob diese mechanisch, chemisch oder digital funktioniert. Einzig die Kamera und das Licht dienen zur Realisierung eines bestimmten Bildes oder einer Absicht.

  2. Aus dem unmittelbaren Zwang zur Nutzung einer Kamera folgt, dass der schöpferische Prozess, bei der Realisierung einer Fotografie abgeschlossen sein muss.

    Dies bedeutet:

    Die Erkenntnisprozesse, die gestalterischen und kreativen Arbeiten, müssen in dem Moment abgeschlossen sein, in dem der Auslöser der Kamera betätigt wird. Im Vergleich zur Malerei verschiebt sich der kreative und schöpferische Prozess zeitlich nach „vorn“. Denn ein Maler ist in der Lage, während er an seiner Komposition des Bildes arbeitet, ständig in das Bild einzugreifen und zu verändern. Er kann noch während er am Bild arbeitet, neue Ideen, neue Inspirationen in sein Werk einfließen lassen.

    Viele meinen an dieser Stelle, dass Photoshop und andere digitale Programme, welche der Nachbearbeitung dienen, den Fähigkeiten eines Malers gleichkommen würde. Leichtfertig wird übersehen, dass es sich, um eine Nachbearbeitung handelt. Sämtliche fotografischen Bildinhalte, welche nach bearbeitet werden, wurden vorher fotografiert. Selbst ein Freistellen der Bildinhalte und in neuen Beziehungen mit anderen Bildinhalten bringen, kommt nicht mal in die Nähe, der Arbeit eines Malers.

  3. Durch die direkte Unmittelbarkeit, welche uns vor allem die digitale Fotografie bietet, entstehen ohne Wartezeit und zeitliche Verluste, direkt und sofort Bilddokumente mit einer Information einer räumlich und zeitlich begrenzten Wirklichkeit.

  4. Die Fotografie ist an das real existierende Objekt gebunden.
    Wir können nicht fotografieren, was nicht existiert.

Fazit:

Aus denn genannten Voraussetzungen der Fotografie ergibt sich, dass die Eigenschaften der Fotografie der Übermittlung von Informationen dienen. Das Erschaffen der Information steht in festem Zusammenhang mit einer Kamera, welche mit Hilfe vom Fotografen vorgenommene Einstellungen nutzt, um ein Bild mit einem Informationsinhalt zu erstellen. Die Direktheit und die Kamera führen zur irrtümlichen Vorstellung, dass eine Fotografie einen Objektiven-Charakter besitzt, welche durch seine schnelle Verfügbarkeit einen vermeintlichen Wahrheitsgehalt erlangt. Hier liegt auch der Grund, weshalb die Fotografie eine große Wirksamkeit in der Masse besitzt. Auch das allseits Beliebte retuschieren ist damit erklärt. Schließlich dient die fertige Fotografie als Beweismittel mit der Aussage: „So war es wirklich!“

Liebe Grüße Herr Rausch