Dein Verständnis von Ästhetik ist fest verbunden mit deiner Persönlichkeit.

Liebe Freunde der Fotografie,

wir werden uns schnell einig, dass dein persönliches Verständnis von Ästhetik die Summe deiner persönlichen Sicht- und Denkweise ist. Diese gelebte Lebensphilosophie, wird beeinflusst von deinem sozialen Umfeld, deinem Verständnis von „Kultiviertheit“, deinem Konsumverhalten, deinem Verständnis von Ethik den daraus abgeleiteten moralischen Vorstellungen. Unsere persönlichen pönalen Überzeugungen helfen und dabei zu erkennen, was wir als schön, hübsch, überflüssig oder hässlich erkennen und wie wir damit umgehen. Das Pönale im Zusammenhang mit unseren ethischen Vorstellungen ergeben unsere moralischen Vorstellungen.

Dies bedeutet:

Dein gelebtes, gezeigtes und geäußertes Verständnis von Ästhetik ist ein direkter Ausdruck deiner Persönlichkeit. Das was wir von dir sehen, hören und wahrnehmen entspricht deinem ästhetischen Empfinden, sowie deinem Verständnis von Moral und Ethik. Das was wir wahrnehmen ist deine eigene Lebensphilosophie, darüber hinaus lässt sie tiefe Blicke in deiner psychologischen Verfassung, deiner Selbstwahrnehmung, deinem Selbstverständnis kurz deinem „Ego“ zu.

Was ist Ästhetik

Viele verwechseln Ästhetik mit „der Lehre der Schönheit“. Die Lehre der Schönheit wird Kallistik genannt. Um überhaupt etwas als schön zuerkennen, benötigen wir die Ästhetik.
Die Ästhetik beschreibt die Lehre der sinnlichen Wahrnehmung, sie untersucht mit ihren Fragestellungen warum etwas schön, hübsch oder kitschig ist.  Die Ästhetik untersucht noch weitere Begriffe wie (ohne Anspruch aus Vollständigkeit):

Erhaben, interessant, attraktiv, ausdrucksstrak, fantasievoll, innovativ, komisch und spannend

Sowie

Hässlich, schrecklich, sinnlos, nutzlos und grauenvoll.

Ich gebe dir einen großen Rat, mache einen großen Bogen um Menschen, welche ihre persönlichen Vorstellungen von Ästhetik anderen vorschreiben. Sie neigen zu sehr wirren Vorstellungen von gut und böse, schön und hässlich, sowie menschlich und unmenschlich.

Zeige mir dein ästhetisches Verständnis und ich sage dir wer du bist?

Dein ästhetisches Verständnis und die Fotografie

Es sind nicht die Dinge dieser Welt, wie unsere Gesellschaft uns glaubhaft machen möchte. Entscheidend ist wie wertvoll du als Mensch und Fotograf auf Erden bist.

Es geht um die Einschätzung deines Wertes als Mensch in dieser Welt. Er entscheidet darüber ob du für eine Person oder für eine Gesellschaft als wichtig erkannt wirst oder nicht.

Es geht in einer Fotografie also nicht darum, was fotografiert worden ist. Sondern wie wir mit Hilfe unserem persönlichen Verständnis von Ästhetik darauf reagieren.

Fakt ist:

Zwei Menschen können in ein und derselben Fotografie nicht dasselbe sehen. Da jeder Mensch durch seine individuelle Ästhetik anders auf das gesehene reagiert.

Dies bedeutet:

Der Mensch sieht und reagiert auf die Dinge dieser Welt, nicht so wie sie sind, sondern ausschließlich so wie er selbst ist bzw. wie seine persönliche Lebensphilosophie zu den Dingen dieser Welt ist.

Was ist den Menschen in deinem Umfeld wichtig? Was bevorzugen sie und was lehnen sie ab? Wie äußern sie sich? Verhalten sie sich dabei kultiviert oder eher unkultiviert?

Wer bist du?

Wer bist du, was ist dein Charakter, wie sieht deine Persönlichkeit aus? Wie setzt du dein Verständnis von Ästhetik um? Entspricht die Umsetzung deinen ethischen Glaubensätzen und sind sie deiner Meinung nach moralisch? Verhältst du sich kultiviert genug, um deinen eigenen ästhetischen Empfindungen genüge zu tragen? Bevorzugst du eine kultivierte, elegante Art der Kritik oder benimmst du dich wie ein Troglodyt mit einer großen Keule? Zeige mir deine Fotografien, sage mir warum du sie gemacht hast, reagiere auf Ansprachen, Anregungen und Kritik. Lass uns dein Verhalten beobachten, wenn du etwas Unerwünschtes siehst.

Kurz:

Zeige uns:

  • deine Gedanken (Philosophie)
  • dein Verhalten und deine Persönlichkeit (Psychologie)
  • deine Fotografien, deine Kunst (dein Verständnis von Kultur)

Erkläre uns, warum gerade ein Verständnis von Kultur kultiviert werden sollte.

Gruß euer Herr Rausch