Versuche niemals, anderen zu gefallen oder mit deinen Bildern zu beeindrucken.

Wenn du als Fotograf unbedingt gefallen oder gar beeindrucken möchtest, versklavst du dich und deine Fotografie!

Weshalb es wichtig ist, dass dir deine eigenen Fotografien, als erstes selbst gefallen sollten.

Alles was beliebt ist, ist durchschnittlich oder schlecht!
Horaz

Eine These:

Wenn du bei der Masse ankommen möchtest, musst du massentauglich sein!
Die Masse leidet allerdings an einem schlechten und durchschnittlichen Geschmack.
Wenn wir Popularität, als Gradmesser für Massentauglichkeit nehmen, gehört McDonalds zu den besten Restaurants, Starbucks macht den besten Kaffee, Fotografien von Katzen, Blumen und Sonnenuntergängen, sind die besten Fotografien der Welt.

Wer hat uns eigentlich eingetrichtert, dass wir grundsätzlich andere Menschen mit unseren Fotografien beeindrucken sollen?

Meine These:

Uns wurde gelehrt „selbstlos“ zu sein. Individualität ist nur in sehr engen Grenzen erlaubt, sonst nennt die Masse es Egoismus.
Egoismus gilt in unserer Gesellschaft als verpönt. Daraus ergibt sich:

  • Kunst ist nur dann Kunst, wenn sie anderen Menschen gefällt und sie beeindruckt, nur dir selbst darf und soll sie nicht gefallen.

Daraus ergibt sich in der Fotografie folgende Schlussfolgerung:

  • Es ist nicht erlaubt Fotografien zu erstellen oder Texte zu schreiben, welche du selbst magst, aber andere Menschen nicht mögen.

Hinzu kommt, dass viele ein schräges Selbstwertgefühl besitzen und darauf angewiesen sind, dass sie von anderen Menschen viel Lob bekommen, damit sie ihren Selbstwert überhaupt finden.

Dabei ist es grundsätzlich nicht schlecht einen anderen Geschmack zu haben oder andere Interessen!

Hast du einen feinen und ausgewogenen Geschmack? Worauf beruht dieser? Hast du etwa eigene Interessen, auf was beruhen diese?

Über Geschmack können wir uns bekannterweise streiten.
Der Geschmack ist so verschieden, wie die Menschen und ihre Interessen selbst. Dein individueller Geschmack sagt etwas über deine Person und deine Lebensphilosophie aus.

Bist du angepasst oder tatsächlich so individuell, wie du dich darstellst? Ist dein Selbstwert stark genug, um deine eigenen Interessen durchzusetzen? Ist er stark genug, um einen eigenen Geschmack haben zu können? Wie unabhängig bist du wirklich?

Oberflächlich betrachtet kommen wir schnell zur Aussage:

  • Entweder man hat Geschmack oder man hat keinen Geschmack!
    (Darüber lässt ich bekanntlich nicht streiten.)
  • Entweder wir haben Interesse oder wir haben kein Interesse.
    (Darüber lässt sich sehr leicht streiten, obwohl es eng mit unserem Geschmack verbunden ist.)

Die entscheidende Frage ist:

Wer entscheidet letztlich, über deinen Geschmack und deine Interessen?

Was ist Geschmack überhaupt?

Dein Geschmack oder dein Stil ist untrennbar verknüpft mit deiner Lebensphilosophie, deiner Art und Weise wie du lebst, wie du über die Dinge des Lebens denkst und wie du dich ihnen gegenüber positionierst. Gewiss beeinflusst es auch deine Interessen.

Ich finde es sehr niedlich, wenn Fotografen von sich behaupten, dass sie ihren Stil gefunden haben.

Es bedeutet im Klartext:

Ich bin fertig mit meiner Weiterentwicklung als Mensch und Fotograf. Das war es dann! Das Leben, diese Welt und meine Freunde können sich gerne ändern. Ich nicht, ich bleibe bei meinem Stil, der meinem Geschmack entspricht.

Leider funktioniert das Leben nicht auf diese Weise

Gerne kannst du dich gegen alle Veränderungen dieser Welt stemmen. Du darfst schreien, stänkern, pöbeln und ablehnen. Diese Welt verändert sich trotzdem, ob du willst oder nicht. Denn diese Welt interessiert sich einen absoluten Scheiß für stillstand.

Leben bedeutet tägliche Änderungen

Gruß eurer geliebter Herr Rausch