10 Ratschläge, wie du als Fotograf berühmt wirst

Liebe Fotofreunde,

bevor wir anfangen und über „das Reich und Berühmt“ werden zu sprechen.

Sollten wir ein wenig nachdenken:

Ich habe festgestellt, dass viele (einschließlich mir selbst) gerne reich und berühmt wären. Es ist ein innerer Wunsch von uns allen reich und berühmt zu werden. Doch ist dieses Unterfangen nicht so einfach, denn sobald wir an der Stellschraube unseres Bekanntheitsgrades stellen, tauchen genauso viele Menschen auf, welche dir als Fotograf, in stundenlangen Monologen, genau erklären weshalb gerade DU, als Fotograf nicht berühmt sein darfst.
Dies lässt die Vermutung zu, dass wir uns das Reich und Berühmt sein, für uns selbst wünschen, aber wir verwehren es unseren Mitmenschen. Wenn eine andere Person, als du selbst, reich und berühmt ist oder wird, dann wird es sofort zu einer sehr schlechten und negativen Eigenschaft umgedeutet.

Warum wird das Reich und Berühmt sein (bei anderen Menschen), als etwas Negatives gesehen und dargestellt?

Wer reich und berühmt und ruhmreich ist, wird nicht zu Unrecht als Vorbild anerkannt.

Meine eigenen Untersuchungen und Reaktionen auf meine Fragen in meinem Facebookaccount zeigen eine leichte Tendenz, dass Menschen wirklich alles sein möchten, aber ein Vorbild für andere Menschen möchte wirklich niemand sein.

Woran könnte dies liegen?

Meine Theorien dazu:

  • Menschen die nicht berühmt sind, werden schnell neidisch.

Es ist allerdings nicht so, dass sie der berühmten Person, den Ruhm nicht gönnen, sie würden viel lieber genauso berühmt sein und nicht so schrecklich unbekannt. Anstatt sich selbst, als unbekannte Person, darum zu bemühen, ein Vorbild für andere zu sein, indem wir selbst ein angenehmer Gesprächspartner werden, ein gern gesehener Gast, der weiß sich zu benehmen und seinem Gegenüber echtes Interesse zeigt.
Liegt der Fokus bei Unbekannten darauf die Aufmerksamkeit mit allen Mitteln sich zu lenken, indem sie sich aufspielen, wichtig tun, andere abwerten und diffamieren, sie versuchen durch Desinteresse (es soll „coolness“ und Unnahbarkeit ausstrahlen) ihre Umgebung zu manipulieren, um sich selber interessanter zu machen. Hierbei übersehen sie leicht, dass sie sich selbst zu einem ausgesprochenen unattraktiven Gesprächspartner machen, der keinerlei Signale ausstrahlt, dass er sich als Gast wohlfühlt und eher den Eindruck erweckt, dass die Stimmung besser wird, wenn er geht. Denn seine Gesprächsbeiträge sind nicht erheiternder Natur, sondern besteht meist nur aus dem sogenannten „Dröhnen“, Beleidigungen und böswilliges Geschwätz.

  • Ruhm und Berühmtheit werden mit Macht verwechselt  

Seit dem Sturz des Machtmonopoles der Kirche und der anschließenden Abschaffung des Absolutismus, sind Ruhm und Macht, durch die Demokratie getrennt worden. Wir alle bemerken häufig, dass Macht nicht mehr von berühmten und ruhmreichen Personen ausgeübt wird. Gerade die Digitalisierung ermöglichte eine Ermächtigung von nicht wenigen sehr zweifelhaften Menschen mit abstoßendem Verständnis von Menschlichkeit, Demokratie oder Kunst. 

  • Je berühmter du bist, desto einflussreicher bist du!

Um berühmt zu werden, solltest du also mindestens beliebt sein, weil man sich gerne mit dir umgibt, weil du dich kultiviert verhalten kannst und ein gutes benehmen an den Tag legst.

  • Das Problem des Ruhmes ist es, dass er einen verzerrt.

Nicht selten sind berühmte und ruhmreiche Personen an ihrem Ruhm zugrunde gegangen. Einige starben an Drogen, andere wurden Verbrecher oder begangen Suizid. Wer im Fokus der Masse steht, weil er ruhmreich ist, wird strenger überwacht, als alle anderen. Jeder noch so kleine Fehltritt, wird ausgebreitet und groß veröffentlicht. So wird der Berühmte ständig kontrolliert. Bei einigen ruhmreichen Menschen dauert es etwas länger, bis sie fallen, bei anderen geht es schnell, aber sie werden fallen. Es ist ein festes Gesetz, dass mit dem Ruhm verbunden ist. Die Klatsch und Tratsch Zeitschriften sind voll davon und bestimmen die Themen „des Pöbels“.

Möchtest du immer noch berühmt werden?

Insgesamt betrachtet existiert kein „richtig“ vorgegebener Weg, um an Ruhm und Ehre zu kommen.

Allerdings:

Wenn es echt und wahrhaftig sein soll, ist er sogar schwer und steinig und beinhaltet viele Kreuzungen, Wirrungen und Irrwege.  

Ich versuche euch gerne mein Rezept zu erklären. Natürlich freue ich mich auf alternative und vorbildliche Vorschläge!

  • Werde ein Vorbild für andere!
    Sei fleißiger als andere! Rede nicht mehr von „Ich bin der Meinung“ oder „Ich habe gehört, dass …“ oder ähnlichem. Ersetze dein Halbwissen mit echtem Wissen, setze dich hin und lerne. Lerne alles, über die Geschichte der Fotografie, lerne alles über die Philosophie und Ästhetik. Hinterlege deine Äußerungen und Meinungen mit „Ich habe von David Precht gelesen, er beschreibt die Ästhetik folgendermaßen …“ oder „Seneca ein römischer Philosoph erklärte es mit folgenden Worten …“.  
  • Deine Informationen sollten wesentlich sein!
    Es ist schön, wenn du gerne „Game of Thrones“ liest oder „Die Bild“. Das Wissen, welches dir in diesen Quellen vermittelt wird, hilft keinen Menschen, um seine Lebenssituation wesentlich zu verbessern. Wenn du Informationen weitergeben möchtest, frage dich selbst, ob es wirklich wesentlich und wichtig ist. Wem bereitest du ein besseres Leben, wenn du uns davon informierst, ob dein Kätzchen süß aussieht oder ob du, etwas in einen Liedtext interpretierst, was nicht vorhanden ist.

    Für wen sollen deine Aussagen nützlich sein? Und was sollen sie bewirken?  
  • Zensiere dich niemals selbst!
    Wenn du berühmt werden möchtest, müssen deine Fans genau wissen, wo du stehst. Wischiwaschi und Larifari Positionen oder gar unentschlossene Positionen riechen deine Fans noch bevor sie dich sehen. Du bist weg vom Fenster, bevor du überhaupt angefangen hast. Schließlich weiß niemand genau wofür du stehst und wofür nicht. Es ist ein zentraler Punkt, des Ruhmes. Selbstzensur führt zu Langweiligkeit. Langweiligkeit ist ein Kardinalfehler auf dem Weg zum Ruhm.

    Wer verdammt ist langweilig und berühmt?

    Wichtig ist, dass du liebenswürdig bleibst und nicht herablassend. Freundliche stoische Zurückhaltung ist, wenn man sie beherrscht, auch eine wundervolle Waffe.  
  • Lass deinen inneren Freak endlich raus!
    Dieser Punkt ist die Konsequenz aus dem 2. Punkt. Sobald du im Leben eine feste Position eingenommen hast und dich plötzlich anders kleidest, weil dir das „normale“ zu langweilig ist. Kommst du ins Gespräch und nicht ein anderer. Ich bin mittlerweile frei von Selbstzensur, ich trage meinen Bart wie ich es für richtig halte, ich sage, dass was ich für richtig halte und habe eine starke eigene Meinung, welche ich mit echtem Wissen hinterlegt habe.

    Dies gefällt nicht jedem, aber genau das ist das Ziel.  
  • Verstecke dich nicht!
    Wenn du etwas zu sagen hast, dann nenne deinen Namen. Ich bin Herr Rausch. Glaub mir, wenn du dich an diesen Artikel nicht erinnern kannst, aber an den Herrn Rausch wirst du dich erinnern.

    Ich wurde zu einem der berühmt berüchtigtesten Fotografen in der kulturell unterentwickelten Provinz Schwerin. Das war nicht mal schwer. Du musst nur Dinge machen, die sich konservative im Leben nicht zu trauen. Nimm die fotografischen Regeln, die moralischen Regeln, nimm einfach irgendwelche Regeln und Stelle sie auf den Prüfstand. Glaub mir, du bist schneller im Gespräch, als dir lieb ist. In Berlin wird dieses Unterfangen schwieriger umzusetzen sein, als in der kleinsten und unbekanntesten Landeshauptstadt der Bundesrepublik.  
  • Zeige Dich!
    Die Menschen möchten sehen, mit wem sie es da zu tun haben. Alle meine Freunde und Kritiker wissen sehr genau, wo sie mich finden, wenn sie mich aufsuchen wollen. Ich arbeite an diesem Blog an sehr öffentlichen Orten und auch meine Straßenfotografie mache ich nicht verdeckt.  
  • Beginne deinen eigenen Blog!
    Es reicht nicht eine starke Meinung zu haben! Du musst diese auch vertreten können, denn andere möchten sich auf deine Meinung berufen können. Dir selbst gibt es Gelegenheit, deine eigene Entwicklung zu kontrollieren und nach einiger Zeit, macht es wirklich Spaß zu bemerken, dass man selbst vor 2 Jahren einige Dinge noch anders sah als heute. Das schöne ist, du hast einen Bezugspunkt und kannst deine Weiterentwicklung dokumentieren.  
  • Sei mutig!
    Du solltest dir im Klaren sein, dass wenn du einen Standpunkt hast, auch eine Linie hast, eine klare Kante, dann wirst du automatisch auch bei einigen unbeliebt werden. Meist sind es Menschen, die dich gerne ausnutzen, ausbeuten und aufhalten möchten. Sie werden dich ganz offen angreifen. Hab keine Angst, sie können dir nichts nehmen, weil sie dir eh nie etwas geben wollten. Du bekommst nur ihre Aufmerksamkeit, dies tun sie ganz freiwillig. Ziehe also deine verrückten Ideen durch und sorge für Aufregung.  
  • Bearbeite „Tabuthemen“!
    Es ist eine Kunst im Leben sinnlose Tabuthemen zu erkennen. Auf meinen Arbeitsplatz ist es zum Beispiel ein großes Tabu im bei sein des Betriebsrates über Arbeitnehmerrechte zu sprechen. Es ist ein Tabu über „Arbeitskampf“ zu sprechen. Dies mögen Projektleitung und Betriebsrat nicht, schließlich seien alle Verträge von einem firmeneigenen Justiziar geprüft worden und abgesegnet. Unabhängige Prüfungen können vielleicht wegen des Datenschutzes und der Firmengeheimnisse nicht vorgenommen werden.
    Vielleicht passt die Street- Fotografie, das Recht auf Gleichberechtigung und Freizügigkeit der Frau, als Ansatzpunkt für eine fotografische Hinterfragung der gut bürgerlichen Gesellschaft. Du wirst dich wundern, aus welcher Richtung du angegriffen wirst. Es wird definitiv eine andere sein, als du es erwartest.  
  • Deine Fotografie sollte mit etwas damit zu tun haben, was du kultivieren möchtest.
    Ist es dein speziell ausgereifter Sinn für „Schönheit“? Dann weise es nach, vielleicht findest du Anhänger. Ist es dein besonderes Interesse an der Einschränkung anderer Menschen und ihren Sichtweisen, erkläre dich und uns, was genau an deinen Sichtweisen „besser“ ist und kultiviere sie. Solange es dich und die Menschheit in ihrer Kultur weiterentwickelt, ist eine Kultivierung sogar wichtig.

Als letzten Ratschlag gebe ich dir folgendes Zitat mit auf den Weg:

„Only the cream and the scum swim above.”

Profilerin Suzanne Grieger-Langer

Es bedeutet in etwa soviel wie:

„Nur der Rahm und der Abschaum schwimmen oben.“

Du allein hast es in der Hand ob du der Abschaum sein möchtest, welche abgeschöpft und entsorgt wird oder ob du der Rahm sein möchtest. Der Rahm wird auch abgeschöpft, der wesentliche Unterschied besteht darin, dass er weiterverarbeitet wird oder mindestens zum Verfeinern eingesetzt wird.

Als erstes solltest du dafür sorgen, dass wir dich mögen!

Als letzten Ratschlag habe ich:

Sei kein Verhinderer, kein Gebieter, kein Arschloch kein Nörgler und Spielverderber.

Erlasse keine Verbote, Gebote und fordere keine Regeln. Ermögliche mit deinem eigenen besonderen Wissen, dass es bei anderen Menschen voran geht.

Und jetzt gehe los und kultiviere dich, deine Umgebung, die Gesellschaft und die Welt. Zeige dich und deine Weltsicht des 21. Jahrhunderts und erfreue uns, mit deinen Zukunftsvisionen.

Es grüßt euch Herr Rausch