Der große Charaktertest

Wie steht es, um die Persönlichkeit eines Fotografen? Sollten Fotografen unterwürfig oder stark sein? Sollte ein Fotograf selbstbewusst und reflektiert sein? Sollte ein Fotograf seine Interessen, Meinungen und Ansichten, wie ein Fürst durchsetzt?

Wo liegt das Mittelmaß?

T. Adorno ging mit der „F-Skala“ diesen Fragen, um der autoritären Persönlichkeit auf den Grund. Ich war so frei und es mir erlaubt diese Fragen neu zu sortieren und für uns Fotografen anzupassen.

„Es existieren nur zwei Kategorien von Fotografen: Die Guten und die Schlechten.“

Ist dies richtig oder falsch?

Die Anleitung

Es gibt keine „richtigen“ oder „falschen“ Fotos.

Es gibt nur Fotos und ihre Meinung.

Nehme einen Zettel und einen Stift zur Hand und bewerte die folgenden Aussagen auf eine Skala von 1 bis 6.

1= überhaupt nicht zutreffend, 2=unzutreffend, 3=wenig unzutreffend, 4=wenig zutreffend, 5=zutreffend, 6= voll zutreffend

Die Aussagen

  1. Respekt gegenüber erfahrenen Fotografen ist etwas, dass den jungen Fotografen heute fehlt.
  2. Wer als Fotograf schlechte Manieren oder eine blöde Art hat, darf sich nicht wundern, wenn er keinen Erfolg hat.
  3. Wenn Fotografen sich weniger Gedanken, um die Fotografie machen und einfach ihren Job machen, würde es ihnen besser gehen.
  4. Instagram und Facebook Fotografen mit vielen Followern, sind für die Gesellschaft viel wichtigere Mitglieder, als gelernte oder freischaffende Fotografen.
  5. Lehre und Studium haben ihre Bedeutung in der Fotografie, aber angeborenes Talent ist entscheidend.
  6. Jeder erfolgreiche Fotograf lebt in dem Glauben im Besitz eines angeborenen Talentes zu sein, dieses Talent dürfen wir niemals anzweifeln.
  7. Es gehört dazu, dass junge Fotografen manchmal rebellische Ideen haben; wenn sie erwachsen und erfolgreich werden möchten, sollten sie dies überwinden.
  8. Fotografen benötigen keine Ausbildung und kein Wissen, über Kunst und Kultur. Erfolgreiche Fotografen benötigten klare, einfache Regeln, die jeder ohne große Probleme übernehmen kann.
  9. Kein gesunder, normaler und anständiger Fotograf, würde einen anderen befreundeten Fotografen absichtlich kränken.  
  10. Wichtige Lehren im Leben, müssen wir stets mit großen Leiden bezahlen.  
  11. Straftaten wie Verletzung des Persönlichkeitsrechtes oder des Urheberrechtes oder Verstöße gegen die DSGVO müssten härter bestraft werden.
     
  12. Schlechte oder talentlose Fotografen können erfolgreich sein, wenn sie genug Willenskraft haben.  
  13. Es gibt nichts Schlimmeres, wenn ein Fotograf, keine Dankbarkeit, kein Mitgefühl und kein Verständnis für seine Kunden aufbringt.  
  14. Die meisten Probleme der Fotografie wären gelöst, wenn wir die Preisdrücker, Knipser und kriminellen Fotografen los werden würden.  
  15. Ganz gleich was die männlichen Fotografen auch sagen oder wie sie sich verhalten, männliche Fotografen sind nur aus einem einzigen Grund an die Aktfotografie interessiert.  
  16. Ein Fotograf beschäftigt sich nicht mit Problemen oder Sorgen der Fotografie, er sollte nicht weiter darüber nachdenken, reden oder hinterfragen, er soll sich lieber einfache und schöne Motive suchen und sein Publikum unterhalten.  
  17. Fotografen kann man in zwei Klassen unterteilen: In Gute und Schlechte.  
  18. Die meisten Fotografen erkennen nicht, in welchem Ausmaß sie von dritten manipuliert werden, da er ausschließlich zur Unterhaltung von anderen fotografiert.  
  19. Schlechte Fotos wird es immer geben. In der Fotografie ist das so.  
  20. Eine Ausbildung oder ein Studium als Fotograf, ist heute wertlos.

Die Auswertung

Addiere bitte die Ergebnisse und Teile durch 20.

Weniger als 2 Punkte: Die hast zeigst keinerlei Anzeichen eines tyrannischen oder autoritären Fotografen. Du schreibst niemandem vor was, wie und warum er etwas zu fotografieren hat. Du würdest lieber selbst verboten oder zensiert werden wollen, bevor du dich an blödsinnige Regeln hältst.

2 bis 3 Punkte: Du bist ein gemäßigt liberaler Fotograf. Aber Vorsicht: Wenn die Fotografie weiter eingeschränkt wird, ist deine Position gefährdet und du wirst dich entscheiden müssen, ob du dich anpasst oder nicht.

3 bis 4,5 Punkte: Ab einem Wert von 3,5, bist du ein Freund von festen fotografischen Regeln. Du magst enge und klare Vorschriften und Regeln. Deine Sicht-/ und Denkweisen über die Fotografie, Fotografen und Fotos halten mit den Veränderungen der Fotografie und dem Leben nicht mehr mit. Du kopierst lieber fertige Fotorezepte, als dass du etwas Eigenes ausprobierst.

4,5 bis 5,5 Punkte:Du solltest dringend meinen Blog abonnieren und dich freiheitlichen Gedanken aussetzen. Es wird deinem Kreislauf guttun und du hast ein klares Feinbild in der Fotografie. Allerdings kann es negative Auswirkungen auf deine Tastatur, deinen Bildschirm und deiner Umwelt haben.

Ab 5,5 Punkte:Für dich existiert keine freie Fotografie und freie Kunst. Der Auftrag von Fotografie und Kunst liegt allein in einem von dir allein bestimmten Auftrag, alles andere ist ablehnenswert. Du würdest dich sogar im dritten Reich als „freier“ Fotograf wohlfühlen.

Die Erklärung

Die Aussagen sind an die heutige Zeit und an die Fotografie angepasst. Theodor Adorno entwickelte 1943 zusammen mit anderen Forschern der Soziologie die „F-Skala“. Mit diesen Tests wollte man herausfinden, wie sehr die Menschen einem autoritären Staat nachtrauern. Nach der Theorie von Adorno hängt unsere Fotografie vom geistigen Klima unserer Umgebung ab, in dem wir leben. Wir fotografieren und sehen nur was wir uns denken und erklären können. Kommt es zu einer Änderung des Klimas -durch Krisen, Stress, Krankheit, Entwertung des Humanismus, durch Digitalisierung -, sind wir vermutlich alle empfänglich für neue Ideologien, Sicht-/und Denkweisen. Aber nicht im gleichen Maße. Einige werden die „neuen“ Regeln sofort akzeptieren, andere werden noch warten, bis genug Fotografen an die fertigen und leichten Rezepte glauben, um sie dann, ohne weiteres Nachdenken nachzuahmen. Wieder andere werden niemals einem Trend folgen. Heute identifizieren wir neun Wesensmerkmale, die uns Hinweise geben, wie empfänglich wir für tyrannische und autoritäre Fotografen sind.

  1. Konventionalismus: das starre Festhalten an Moralvorstellungen in der Fotografie.
  2. Unterwürfigkeit und Hörigkeit: Die kritiklose Haltung gegenüber idealisierten Fotografen.
  3. Autoritäre Aggression: Bezeichnet das Ausschau halten von Fotografen, die etwas falsch machen. Man bewertet, urteilt, straft.
  4. Desinteresse: Ablehnende Haltung gegenüber fantasievollen, sehnsüchtigen, gefühlsbetonten und tiefgründigen Fotografien und Fotografen, welche eine längere Beschäftigung als 2 Sekunden benötigen.
  5. Selbstermächtigung: Der feste Glaube an ein mystisch vorherbestimmtes Talent.
  6. Macht denken und Kraftmeierei: Der Glaube, dass manche Fotografen mehr wert seien als andere. Und damit einhergehend eine Bewunderung für tyrannische und autoritäre Fotografen.
  7. Destruktivität und Zynismus: Schubladendenken, generalisierende Feindseligkeit, fehlende Empathie.
  8. Projektivität: Glaube an Verschwörungstheorien.
  9. Magnifizieren: übertriebenes Interesse an Bestrafungen, Verboten für Fotografien und Fotografen, die abgelehnt werden.


Wie dem auch sei. Betrachtet diesen Artikel mit vollem Ernst und habt Spaß am Leben, der Fotografie. Der Test ist so streng wissenschaftlich wie ihr es seid!

Es grüßt Herr Rausch