Was ist eine Anmaßung

Ausgehend von der psychologischen Aussage:

„Das was Paul über Paula sagt, hat mehr mit Paul zu tun als mit Paula.“

Kommen wir zu deiner Betitelung des „Kompliziert“ seins. Diese Aussagen stammen nicht selten von Menschen, welche sich nicht oder ungenügend mit Kunst, Philosophie und Fotografie auseinandersetzen. Für diese Menschen ist es einfach zu kompliziert. Sie maßen sich also an, dir zu sagen, dass du schwierig bist, weil sie selbst keine Ahnung haben. Damit dies keinem auffällt, wird mit dem Finger auf dich gezeigt und jedwede Diskussion wird mit allen Mitteln verhindert. 

Ich wiederhole:

Eine Person, welche im Besitz eines anderen „Wissens“ ist, ist der Meinung, dass du kompliziert bist.

Seit wann entscheidet der Dümmere? Wann haben wir es zugelassen, dass sich Unwissende, ungebildete und unkultivierte Menschen sich so etwas Anmaßen dürfen? Liegt es daran, dass der Klügere nachgibt, bis er schließlich der Dumme ist?

Ist es eine Anmaßung sich nicht beleidigen zu lassen?

Ist eine Anmaßung, ohne eigene Sachkenntnis andere zu beleidigen oder zu entwerten?

In ähnlicher Form wird es dir auch als Fotograf, Künstler und Philosoph passieren.

Wenn eine Person ihrer eigenen Leidenschaft oder Vision folgt, wird es immer Menschen geben, welche dies nicht gut heißen können und wollen. Warum ist das so?

Es existieren tatsächlich nicht wenig Menschen, welche „Arbeit“ mit großer Mühe und großen Qualen verbinden, sie möchten sehen und spüren, wie sehr du dich abrackerst, dich plagst und schinderst. Sie erkennen keine Arbeit, wenn sie dich mit Freude, Leidenschaft und Glück erfüllt. In diesem Fall wird der Begriff Arbeit abgestritten und durch den Begriff „Hobby“ ersetzt.

Nicht selten sind es Menschen, die in einem sehr eng gezogenem Korsett von Lebensweisen leben. „Ihnen wurde auch niemals erlaubt, zu tun und zu lassen, was sie wollen!“ und deshalb, darfst du selbst auch nicht deine eigene Freiheit nutzen.

Wo kämen wir dahin?

Versuche dich durch deine Leidenschaft zu definieren und nicht über deinen Job!

Albert Einstein war Angestellter im Patentamt, Franz Kafka war Großhändler für Mode-Accessoires, Vivian Maier war Kindermädchen, Spinoza hat Objektive hergestellt, Seneca war ein Kredithai. Keiner der genannten Personen sind für die Ausübung ihres Berufes zu besonderem Ruhme gelangt. Sie haben sich ihr Einkommen verdient mit Hilfe einer festen Arbeit, um ihre Miete zu bezahlen und ein geregeltes Einkommen zu haben. Allesamt waren nicht sonderlich interessiert an ihrem Arbeitsplatz und sie machten ihren Job gerade so gut, dass sie nicht gefeuert wurden. In ihrer Freizeit gingen sie ihrer Leidenschaft nach und wurden dadurch bis über ihren Tod hinaus berühmt.

Wenn deine Leidenschaft die Fotografie ist, dann darfst du dich auch Fotograf nennen. Zögere nicht dich Autor, Philosoph, Künstler oder Musiker zu nennen.

Fühle dich niemals gezwungen, dich durch deinen Job zu definieren

Als Beispiel:

„Guten Tag, ich bin xxx. Ich bin Fotograf und bin nebenbei tätig für einen Stromkonzern im Bereich des Kundenservice.“

Das Framing wird in diesem Fall umgedreht. Hierdurch erhältst du eine Legitimierung, dich den größeren Teil deiner freien Tageszeit auch mit der Fotografie zu beschäftigen. Ist das nicht genial!

Auf diese Weise bist du in der Lage dein Leben als Vollzeit-Fotograf zu führen, es ist eine der Grundvoraussetzungen, um eines Tages als Fotograf auch Geld zu verdienen. Solange du nämlich nur nebenbei fotografierst, wirst du auch nur als Hobbyfotograf behandelt und angesehen.

Spätestens hier werden einige opponieren!

Letztlich wird von nicht wenigen Menschen der „Erfolg“ am Einkommen bemessen!

Diese Sichtweise ist nicht vollends richtig, was sie auch nicht komplett falsch macht. Ich selbst habe knapp 20 Jahre als Elektroinstallateur gearbeitet. Dieser Bauberuf wird nicht besonders geschätzt. Wir finden dies auch in anderen Berufsgruppen, in der Altenpflege, im Krankenhaus, im Callcenter und in vielen anderen Berufszweigen auch. Das erzielte Einkommen ist nicht nur ein Ausdruck des beruflichen Erfolges, der größere Teil der Bedeutung von Einkommen ist auch ein Ausdruck von der Wertschätzung deiner Arbeit, durch deinen Chef, deinen Kunden, deiner Fans und Freunden.

Vincent van Gogh war zu Lebzeiten schon ein ausgezeichneter Maler. Er war bettelarm und zeitgleich extrem produktiv. Sein Bruder hielt ihn am Leben, damit er überhaupt über die Runden kam. Erst als Vincent van Gogh verstorben war, erntete er „Ruhm“ und „Erfolg“.

Ich bin fest davon überzeugt, dass er von Menschen umgeben war, welche Ihm diesen Erfolg zu Lebzeiten niemals gegönnt hätten und wirklich alles dran gesetzt haben, um dies effektiv zu verhindern. Denn er war von Menschen umgeben, welche ihn nicht wertschätzen wollten.

Mittlerweile sind wir ein wenig weiter, heute nennt man diese Menschen „toxische Menschen“, sie erzeugen ein „toxisches Umfeld“, um andere Mensch in ihrer Entwicklung zu hemmen, zu stoppen und unterdrücken.

In einem toxischen Umfeld gedeiht nichts!

In solch einem Umfeld ist es auch blödsinnig, sich über die eigene Vermarktung oder das eigene Marketing zu kümmern. Für ein toxisches Umfeld ist es ein Spaß, dich im Hamsterrad laufen zu sehen. Sie wollen sehen,wie du dich verausgabst und niemals am Ziel ankommst. Es ist sinnvoller und effektiver sich von diesen Menschen zu trennen. Sich zu erholen und mit neuen Freunden und Freuden zu starten. Alles andere ist Energieverschwendung und frisst an deiner Leidenschaft.

Die Schlussfolgerung meiner Gedanken:

  • Definiere dich selbst! Definiere selbst deinen Stil als Fotograf.
  • Definiere selbst deine Interessen.
  • Definiere selbst deine Ziele als Fotograf.

Definiere dich einfach selbst in allen Belangen des Lebens.

Habe eine eigene Meinung, eine eigene Stimme und eine eigene Sichtweise.

Wenn du es nicht selbst machst, dann werden andere es für dich machen. Ab diesem Augenblick werden andere Menschen über dich, deine Ziele, deinen Wert und deine Sichtweisen entscheiden, ohne dass du dazu befragt wirst. 

Nur wenn du dich selbst definierst, erkennst du deine Feinde, deine Antagonisten, Menschen welche sich vermeidlich „Freunde“ nennen, es allerdings gar nicht verdienen. Du wirst erkennen, wer sich an deiner Leidenschaft wie ein Vampir vergnügt und dich aussaugt, um sich dann ein neues Opfer zu suchen.

Sei mutig und nimm den Kampf deines selbstbestimmten Lebens ernst!

Eure Euer Herr Rausch