Was ist an Ablehnung gut?

Was ist daran sinnvoll etwas zu hassen? Warum ist es nachahmenswert, Dinge und Handlungen zu befürworten, welche ablehnenswert sind? Was ist hilfreich an einer Kritik, welche allein auf die Zerstörung von etwas zielt?

Erster Vorschlag:

Behandle andere Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest.

Niemand von uns mag es, wenn er gehasst oder kritisiert wird.

Warum hassen und kritisieren wir andere?

Was ist der Grund dafür? Welche Ziele verfolgen wir in diesem Falle?

Nicht selten werden in den Fällen der Ablehnung nicht allgemein gültige oder evidente Maßstäbe herangezogen.
Begründungen einer Ablehnung werden in den meisten Fällen mit:
„Ich bin der Meinung…“ angeführt.
Danach folgt dann eine Abhandlung von pseudo Gründen, welche im moralischen oder ethischen Kontext des Kritikers stehen. Gerne wird übersehen, dass Moral und Ethik sehr subjektive und individuelle Maßstäbe sind, welche sich nicht mit den allgemeinen Gesetzten und Regeln der Gesellschaft vereinbaren lassen. Das eigene Ego wird nicht selten so sehr aufgeblasen, dass es sich erlaubt für die Gesellschaft zu sprechen, ohne dafür legitimiert worden zu sein.
Insgesamt sollten wir toleranter mit unseren Mitmenschen umgehen, ganz besonders mit besonders intoleranten Menschen.

Warum sprechen wir nicht mehr über das Tolerierbare?


Als wir Kinder waren, wurde uns mit auf den Weg gegeben, dass wir sehr viele Dinge in unserem Leben zu tolerieren haben, dass gehöre zum Erwachsen sein dazu.  Aber es scheint, bei Erwachsenen stirbt der Begriff der Toleranz ab. Erwachsene lassen sich gerne kontrollieren, auf Arbeit, zu Hause, in der Öffentlichkeit und sehr enge Toleranzgrenzen sorgen dafür, ob wir als „nützliches“ Mitglied der Gesellschaft oder „unnützliches“ Mitglied eingestuft werden. Der größte Teil der Menschen ist jedoch weder das eine noch das Andere. Sie befinden sich irgendwo dazwischen und möchten weder das Eine noch das Andere sein.
Sie wollen einfach gar nichts von beidem sein.
Deshalb ist es eine kleine Gruppe, welche über die Mehrheit entscheidet, was zu tolerieren sei. So wurde der Begriff „Toleranz“ mit größtmöglicher Konformität verwaschen. Für alle ist es leicht zu tolerieren, wenn du ein genauso nutzloses und sinnloses Leben führst, wie der größte Teil deiner Umgebung auch. Natürlich gibt es große Unterschiede zwischen den Begriffen „Toleranz“ und „Konformität“, dies ist mir völlig klar.

Aber leben wir diese Unterschiede oder sind es mittlerweile leere Worthülsen?

Die Überwachungsgesellschaft


Diese nimmt immer stärker zu und sorgt für immer mehr Konformität und unterbindet zunehmend individuelle Unterschiede. Wir sind auf dem Wege in eine super konforme Gesellschaft, in der individuelle Unterschiede als unmenschlich erkannt und bekämpft werden.

Eine Zunahme an Kontrolle führt zur Abnahme an Toleranz, dies führt wiederum zu einer Zunahme von Intoleranz, dies führt zu einer Zunahme von Kontrolle.

Dies ist fruchtbarer Boden für „Hater“ oder andere intolerante Menschen.

Warum sind Menschen überhaupt intolerant?

Ich vermag nicht bis ins kleinste Detail zu verstehen, warum Menschen intolerant sind. Aber ich weiß genug über die Psychologie, um zumindest zwei Kategorien zu erkennen, warum Menschen intolerant werden.

  1. Menschen werden intolerant, wenn sie sich bedroht fühlen.
    Nicht selten sind es Menschen mit geringem Selbstwert. Sie beurteilen ihre Wertschätzung für etwas, indem sie es mit ihrem Selbstwert vergleichen. Wenn dieser Menschen sehen, dass du erfolgreicher bist, als sie selbst, werden sie dich hassen, ablehnen und dir gegenüber sehr intolerant. Sie werden getrieben von der Hoffnung deine Gefühle zu verletzen und eine Wunde in deinen Selbstwert zu schlagen, damit sie sich selbst besser und wertvoller fühlen können.
  2. Menschen lehnen einen ab, weil man vermeintlich intolerant ist. Viele Menschen werden dich ablehnen, weil du eine andere und damit eigene Meinung hast. Sie lehnen deine Gedanken, dein Lebensstil, deine Sichtweisen und Ansichten ab, weil diese Menschen denken, dass nur sie allein im ultimativen Besitz des einzig „richtigen“ und „wahren“ Wahrheit sind, damit machen sich zu einem selbsternannten Richter über „gut“ und „böse“.

Diese Menschen sind nicht in der Lage zu verstehen, dass Wahrheit, Wissen, gut und böse subjektive und individuelle Kategorien sind, welche keine allgemeinen gültigen Regeln hervorbringt. Dies lässt diese Menschen zu sehr engstirnigen Persönlichkeiten werden. Ihnen fehlt jegliche Fähigkeit, ihr eigenes Wissen zu hinterfragen und an wirkliche Weisheit zu gelangen.

Unsere Gesellschaft ist eine vom Narzissmus geprägte Gesellschaft geworden.

Und das obwohl wir alle so fürchterlich tolerant sein sollen, aber möglichst wenig unterschiedlich. Hinzukommt, dass eine Bezeichnung als „Egoist“ in unserer Gesellschaft als etwas „böses“ dargestellt wird. Schliesslich sollen wir alle selbstlos sein und auch so handeln. Das gesteckte Ziel der maximal-toleranten Gesellschaft verfehlen wir zunehmend und akzeptieren stillschweigend. Ich meine die Beschränkungen des persönlichen Lebens, auf dem Arbeitsplatz genauso wie in der Öffentlichkeit, durch Zunahme von Kontrolle und Bewertungen.

An einem egozentrischen Leben ist nichts Schändliches, solange es vorbildlich und nachahmenswert für andere ist.

Noch besser wird es, wenn du es in einer besonders noblen Art verstehst tolerant zu sein.  Aber eine besonders vorbildliche Lebensführung aus egoistischen Gründen heraus, ist gerade in unserer Gesellschaft, als besonders verdächtig eingestuft. Anscheinend hat man selbst nichts davon und andere schon gar nicht.

Das Leben eines vorbildlichen Fotografen

Bedeutet zum Beispiel:

  • Das die eigenen Laster, die eigenen Ansichten und Erkenntnisse nicht automatisch für den Rest der Welt gültig sind.
  • Was für dich als Fotograf sinnvoll und gut ist, nicht unbedingt für den Rest der Welt auch sinnvoll und gut ist.

Das Fazit:

Sei kein negativer oder pessimistischer Mensch! Verkneife dir wirklich den kleinlichen Bullshit. Sei ein friedvoller, großzügiger, vorbildlicher, gebildeter, kultivierter und motivierender Mensch. Helfe anderen dabei ihre Träume zu erreichen. Nur so wirst du ein wirklich guter und wichtiger Fotograf mit vorzüglichem Ruf.

Eurer Herr Rausch