Wie wir uns mit der Fotografie ausdrücken.

Ausdruck:

  1. Wort, Bezeichnung, Terminus, Wendung
  2. sprachlicher Stil, Ausdrucksweise
  3. Aussagekraft, künstlerische Gestaltung
  4. äußeres, sichtbares Zeichen, in dem sich eine innere Beschaffenheit oder Struktur widerspiegelt; Kennzeichen
  5. Miene, [Gesichts]zug o. Ä., der Widerspiegelung einer psychischen Verfassung, einer Gemütsbewegung, Einstellung u. a. ist
  6. (Mathematik) durch eine spezielle Zeichenreihe dargestellte Aussage.

Quelle: https://www.duden.de/node/646524/revisions/2000138/view

Für uns Menschen ist es immens wichtig sich ausdrücken zu können.

Wir verfügen dabei über viele Ausdrucksweisen, welche uns beigebracht werden. Menschen sind soziale Wesen und von ihrer Form des Ausdrucks abhängig, da sie sich nur über ihre Ausdruckweise mit ihrer Umwelt in kommunikativen Kontakt treten können. Wenn uns unsere Möglichkeiten des Ausdrucks genommen werden, führt dies zu einer kognitiven Dissonanz. Wir fühlen uns dann unwohl, ungehört, missverstanden und uninteressant. Nicht selten fehlt uns der Mut, Dinge anzusprechen oder wir werden überhört. Ein dauerhaftes Gefühl des nicht gehört Werdens, führt zu Traurigkeit, Einsamkeit und Depression. 

Heute sprechen wir, über den kreativen Ausdruck mit Hilfe der Fotografie. 

Als Fotografen drücken wir uns mit unseren Fotografien aus.

Wenn wir uns genauer mit gesehenen Fotografien beschäftigen, dann erhalten wir sehr viele Auskünfte, über den Fotografen, sein handwerkliches Geschick, seine Möglichkeiten sich kreativ auszudrücken und wir erhalten Auskünfte, über seine Fähigkeit, wie er sein innerstes in eine Bildsprache übersetzt, welche eine Form des sich Ausdrückens ist. Hierbei wird gerne übersehen, dass die eigene Ausdruckweise, ähnlich wie ein Muskel ist, wir können unsere Ausdruckweise also trainieren. Um einen Einstieg, in die Verbesserung der eigenen Ausdruckweise zu kommen, ist eine Beschäftigung mit Kunst, Philosophie und Literatur unumgänglich. Diesbezüglich rate ich aber von trivialer Literatur ab und empfehle eher anspruchsvolle Kost. Nur die Beschäftigung mit diesen drei Formen von kulturellem Ausdruck geben uns genug Möglichkeiten, unseren eigenen Horizont der Ausdrucksweise zu erweitern und zu trainieren. Nur die Erweiterung dieses Horizontes, geben uns die Möglichkeit siegreich aus einer Debatte zu gehen oder einen neuen komplexen Inhalt schnell und effizient zu verstehen und zu verarbeiten. Wir formen unsere Ausdrucksweise, dabei selbst zu besserem Verständnis zusammen und werden dadurch in kleinen Schritten ein Mensch mit vorbildlichen Ausdrucksformen.

Wann hast du dich das letzte mal, mit den alten Meistern der Fotografie auseinander gesetzt?

Es ist ein Irrglaube, wenn man denkt, dass allein der Name reicht, um ein Meister der Fotografie zu werden. Die alten Meister haben sehr viel Zeit in ihrem fotografischen Ausdruck investiert, es ist ihre Bildsprache, ihr fotografische Ausdruck, der bis heute wahrlich meisterhaft ist. Durch die Beschäftigung mit Kunst, Kultur, Philosophie erhalten wir neue Kompetenzen, welche wir uns erst aneignen müssen. In unserem Freundes- und Bekanntenkreis kennen wir genug Menschen, welche von sich selbst so überzeugt sind, dass sie keine neuen Kompetenzen gebrauchen können. Sie lehnen das Erlernen von neuen Dingen strikt ab und berufen sich auf ihr angeborenes Talent.

Mir tun diese Menschen ein wenig leid.

Schließen sie doch jedwede Erweiterung und Verbesserung ihres Charakters kategorisch aus und können sich auf diese Weise nicht an die Gegebenheiten, der sich ständig im Wandel befindenden Anforderungen der Zeit anpassen. Unsere ungenaue und dekadente Ausdrucksweise in Bild, Wort und Schrift zeugen davon, dass wir unendlich weitentfernt sind, von einer ausreichend guten Ausdruck.

Prüfer unser im Prüffeld Geheiligt werde dein Name. Dein Qualitätssiegel komme. Dein Wille geschehe, wie im Plan, so auch in der Produktion. Unser täglich Schaltschrank gib uns heute. Und vergib uns unsere Fehler, wie auch wir vergeben unserer Nachlässigkeit. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Wie können wir an unserem fotografischen Ausdruck, unserer Bildsprache arbeiten?

  1. Du hast einen schlechten Tag im Büro gehabt, vielleicht hast du dich zu Hause geärgert?

    Mach einen Spaziergang und nimm deine Kamera mit. Fotografiere ausschließlich das was dich ganz allein interessiert. Es trainiert dich, in der Kompetenz des Abschaltens und du entwickelst einen Fokus auf das Schöne im Leben, welches oft abweichend zu Erwartungen anderer Menschen ist. Du hast ein Recht darauf, deinen eigenen Kopf zu haben, du bist ein Individuum und niemand hat das Recht dir vorzuschreiben, wie die Dinge dieser Welt zu sehen sind. Es hilft dir, bei der Suche deiner eigenen schöpferischen Kraft als Fotograf.
  2. Fotografiere ausschließlich das, was dich allein interessiert!

    Mach keine Fotos, damit du anderen gefällst, dies funktioniert nicht. Es liegt an dem Kreativitätsdispositiv unserer Zeit und du wirst niemals irgendwelche Grenzwerte eines „gut genug“ erreichen. Der Grund warum du etwas fotografierst und wie du etwas fotografierst, muss nicht unmittelbar für andere erkenntlich sein. Es reicht völlig aus, wenn du allein weißt, warum du etwas fotografiert hast.
  3. Lege mehr Zeit in die Auswahl deiner Fotos.

    Genieße den Prozess der Auswahl. Schwelge in Erinnerungen, welche die Fotografie in dir auslöst. Dies macht die Nachbearbeitung in Photoshop oder Lightroom zu einer wundervoll verbrachten Zeit. Nur du und deine Fotografien, deine Erinnerungen, deine eigenen Interessen und sonst nichts. Für alles andere solltest du dich fürstlich entlohnen lassen!
  4. Lerne von Kindern!

    Beobachte Kinder, wenn sie spielen. Sie sind ständig kreativ, sie zerstören gnadenlos, alles was ihnen keinen Spaß mehr macht und bauen es wieder auf.

Habe Spaß an deiner Fotografie!

Zeige mir das Schöne deiner Welt!

Viele liebe grüße eurer Herr Rausch