Was ist deine persönliche Lebensphilosophie?

Warum arbeitest du? Warum machst du Fotos? Möchtest du das Leben anderer bereichern, mit deiner Arbeit oder deinen Fotos? Arbeitest oder fotografierst du, um deinen Selbstwert zu stärken?

Lewis Hine sagte einmal:Ich fotografiere aus zwei Gründen: Ich möchte Menschen zeigen was geändert werden muss und ich möchte Menschen zeigen was wir wertschätzen müssen.

Ich bin der Meinung, dass wir eine ähnliche Sichtweise annehmen sollten.Für die Fotografie gilt in diesem Fall:

Die Fotografie diente schon immer der Verdeutlichung von Sichtweisen und Weltanschauungen. Sie zeigt uns Motive, Ideen, Sichtweisen und Perspektiven eines anderen Menschen über die Dinge dieser Welt und ermöglicht uns über diese Positionen mit anderen Menschen zu disputieren.

Women are beautiful

In meinem Street Fotoprojekt „Women are beautiful“, welche inspiriert worden ist von Garry Winogrand und seinem gleichnamigen Buch von 1972, versuche ich die die Freiheit der Frau in unserer heutigen modernen Gesellschaft zu dokumentieren. Die Freizügigkeit, die Gleichberechtigung und das Selbstverständnis der Frau ist heute ein anderes als vor knapp 40 Jahren. Im Übrigen war und bin ich sehr überrascht, über die ersten Reaktionen, von vereinzelten Veröffentlichungen dieser Bilderserie. Es scheint immer noch Herren und Damen in unserer Gesellschaft zu existieren, welche eine Frau als ihren privaten Besitz verstehen und mit meinen Fotografien gar nicht einverstanden sind. Die Damen und Herren der sogenannten Schöpfung fühlen sich angegriffen und verteidigen ihren Besitz, sie haben große Probleme die genutzten Freiheiten der Frau in der Öffentlichkeit zu akzeptieren. Es sind im wesentlichen eher Männer, welche sich über meine Fotografien brüskieren, mit Vorurteilen nicht sparen, um Verbote und Regeln einzufordern. 

Überwachung

Das Fotoprojekt „Überwachung“ zielte auf die künstlich erzeugten Gefahren auf dem Marienplatz ab, welche nicht vorhanden waren und auch nicht aufzufinden waren. Dennoch wurde eine Videoüberwachung auf dem Marienplatz in Schwerin installiert. Ohne dass es zu einer Zunahme von „Sicherheit“ gab.    
Ich nutze meine Fotografien, um Aussagen meiner Rezipienten zu provozieren. Diese Aussagen geben mir unmissverständliche Rückmeldungen, über die Sicht- und Denkweise des Schweriner Bürgers und seiner Lebens- und Denkweise. Auf diese Weise werden meine Fotografien und die Aussagen der Betrachter eine soziologische Untersuchung über die Gesellschaft in Schwerin.
Hierbei ist sehr auffällig, dass die Gesellschaft meiner Heimatstadt extrem konservativ ausgerichtet ist. Gefühlt befindet sich in ihrer Weltanschauung in den rechtsradikalen Ansichten aus den Jahren der Wende Zeit 89- 98. Diese Menschen sind heute erwachsen und haben an ihrem Menschenfeindlichen Weltbild gar nichts verändert. Heute sind es keine doofen Kids auf der Straße, sondern Erwachsene und dem dazugehörigen Verhalten.
Auf diese Weise wird die Fotografie zu einem faszinierenden Werkzeug, um soziologische Analysen vorzunehmen. Wir erhalten eine Kritik, über die visuellen Eindrücke der Fotos, könne diese analysieren und Rückschlüsse auf die Gesellschaft ziehen. Besonders unbedarfte und oberflächliche Menschen mögen bestreiten, dass es von einer phänomenalen Egalität ist, was wir uns ansehen. Sie sind davon überzeugt, dass die Fotografie den Lauf der Welt nicht beeinflusst. Ich möchte dem nicht unbedingt und all umfassend widersprechen.

Du kannst deine Betrachter auch zu Tode langweilen ohne, dass sie es merken!

Eine Fotografie zum Thema „Fashion-Beauty-Make-Up“>TFP Fotograf zeigt seine Fotografien auf einer Fotoplattform, welches letztlich ein „schönes Mädchen, lehnend am Baum“ zeigen, sind tatsächlich egal. Insgesamt meine ich, die üblichen Fotoplattformen und ihre Motive, welche in ihrer Wirkung sehr ähnlich sind, sie sind schön anzusehen, aber es ist egal, ob wir sie nicht gesehen haben. Die dazugehörigen Fotografen definieren sich über „Likes“ und „Follower“ und tragen zur allgemeinen Ruhe bei, welche wie die Sedierung vor großen Operationen wirken. Verantwortungslos finde ich allerdings ihr Verhalten, denn die Mittel der Sedierung machen abhängig und vernebeln und verzerren die Realität und nur eine weitere Versorgung mit dem Betäubungsmittel, macht das Leben erträglich. Wenn ein Fotograf von dieser Taktik seiner zur Bedienung seiner Kunden abweicht, wird er schnell zum Ziel von heftigen Angriffen. 

Da die Betrachtung der Fotografie in Betrachter etwas zurücklässt, dass nicht unbedingt angenehm ist. Dabei ist sind es solche Fotografien, welche tatsächlich genutzt worden sind, um die Sklaverei in den USA abzuschaffen. Es existiert tatsächlich eine Macht in der Fotografie, welche die Gesellschaft beeinflusst und ändert. Ich erinnere hierbei, an die Fotomontagen verschiedener politischer Parteien, welche die Bildsprache nutzen, um die Wähler zu beeinflussen. Die Funktionen und Regeln sind dieselben, für Werbeagenturen, PR- Presse, Film und Fernsehen und auch für den kleinen Hobby Fotografen in einer kleinen Provinzstadt gelten.

Es existieren Bilder des Klimawandels, der Umweltverschmutzung und viele mehr, welche wir uns mit Absicht nicht ansehen, damit wir unser Leben nicht ändern müssen. Wir schauen uns wesentlich lieber „schönes Mädchen am Baum“ an. Fotografen, die ihre Kamera als Werkzeug nutzen, um die Gesellschaft auf eine nötige Änderung hinzuweisen, wie Phillips Jones Griffith sind vom Ausstreben bedroht. Dieser Fotograf war ein Kriegsfotograf, der die amerikanische Öffentlichkeit erreicht und sie zum Umschwung in der Kriegshaltung gegen Vietnam bewegte. 

     
Was hat dies alles mit der eigenen Lebensphilosophie zu tun?

Jeder Mensch, unabhängig seines Glaubens, seiner Herkunft und seiner Ziele, kann ausschließlich nur so Fotografieren, wie es seiner eigenen Sicht- und Denkweise und damit seiner Lebensphilosophie entspricht. Wenn wir Fotografen den Auslöser betätigen, dann präsentieren unter jeglichen Umständen, immer nur unsere eigene und persönliche Version der Wirklichkeit. Denn wir können nur das Fotografieren, was für uns in unserer Wahrnehmung wesentlich ist.

  • Es ist die alleinige Entscheidung des Fotografen, ob er etwas fotografiert oder nicht.
  • Es ist seine alleinige Entscheidung, ob er veröffentlicht oder nicht.
  • Es ist seine alleinige Entscheidung, wo er veröffentlicht und wo er nicht veröffentlicht.
  • Es ist seine alleinige Entscheidung, mit wem er seine Fotografien bespricht oder nicht.


    Es liegt nicht in der Entscheidung des Fotografen, wie der Betrachter auf deine Sichtweisen reagiert.

Der Fotograf bestimmt und entscheidet das Thema und den Zeitpunkt, er wählt die Gruppe der Betrachter und die Art der Veröffentlichung aus. Sonst kein anderer Mensch auf dieser Welt.

Viele übersehen die Macht der Fotografie

Denn sie ist ein universelles Mittel der Kommunikation. Jeder Mensch ist in der Lage eine Fotografie zu verstehen, denn sie benötigt nicht das gesprochene Wort. Auf diese Weise wird die Fotografie zu einem Spiegel deiner Seele. Da der Fotograf nur in der Lage ist Dinge zu zeigen, welche nach seiner eigenen Wahrnehmung wesentlich sind. 

Was möchtest du uns mit deinen Fotografien sagen?

Das du besonders offen, experimentierfreudig, liberal und demokratisch bist. Vielleicht geht es dir besonders gut, bist besonders fröhlich oder hast eine besonders schmackhafte Mahlzeit? Eventuell bist du auch besonders engstirnig, bist rechthaberisch und klein geistig? Vielleicht ängstlich? Oder du bist ein besonders unterwürfiger Mensch und fotografierst ausschließlich nur Dinge auf die Art und Weise, wie andere Menschen sie sehen möchten, um endlich geliebt zu werden?

Ich fotografiere, weil ich wissen möchte wie es in deiner Seele aussieht. Ich möchte erfahren, wie deine Persönlichkeit aussieht. Dies gelingt mir auf Grund deiner Aussagen und deinem Verhalten gegenüber meinen Fotografien, meinem Blog und meiner Person.

Warum machst du Fotos?

Viele liebe Grüße Herr Rausch