Der Fotograf als Künstler

Warum können Fotografen keine Künstler sein?

Im Gegensatz zum Maler, zum Bildhauer oder Poeten kann der Fotograf keine neuen Werke erschaffen. Die Fotografie ist dazu verurteilt, nur Dinge festhalten zu können, die auf dieser Welt bereits existieren. Während ein Bildhauer, ein Poet oder ein Maler, währender der Erschaffung seines Werkes eingreifen kann und es sofort verändern kann, ist dies dem Fotografen erst möglich, wenn er die Fotografie schon erschaffen hat. Hinzu kommt, dass das Fotografieren, mit der zeitgenössischen Technik keine große Herausforderung mehr ist, es entsteht immer ein Bild. Das Fotografieren oder die Erschaffung eines Bildwerkes ist somit auch keine große Kunst, wenn wir es ins Verhältnis der Anfänge der Fotografie setzen. Selbst die Bearbeitung via Photoshop und Lightroom benötigt heute kein besonderes Wissen mehr.All diese Faktoren sprechen dafür, dass sich Joseph Beuys mit seiner Behauptung:„Jeder Mensch ist ein Künstler!“ durchgesetzt hat.Er meinte mit dieser Aussage nicht, dass ein jeder Mensch ein Maler, ein Bildhauer oder ein Poet ist.Heute darf und kann sich jeder Mensch Künstler nennen und auch Fotokünstler. Eine Kamera, ein paar Stunden Youtube, ein Zeitschriften Abo, sowie einige grundlegende Schritte von Bearbeitungssoftware reichen aus, um möglichst laut in die Umwelt zu schreien:

„Holt mich hier raus, ich bin ein Fotokünstler!“

Das schwarze Quadrat auf weißem Grund

Der uns bekannte Fotokünstler…


fühlt sich berufen, seine Person und seine Werke als „Kunst“ zu verkünden und anzupreisen. Wer genau hinschaut, erkennt wesentliche Unterschiede zwischen einem echten Künstler und einem „Künstler“, der sich eher wie ein Beamter verhält. Der große Unterschied ist, zwischen den beiden Künstlern ist, dass der Beamte seine Umwelt mit Verboten, Forderungen, Regelungen, Reglementierungen und Tabus versorgt und sehr viel Spaß daran hat, andere Menschen und ihre Sichtweisen einzuschränken. Nie im Leben würde der Beamte auf die Idee kommen, sein Gegenüber in irgendeiner Weise weiterzuhelfen und zu unterstützen. Die Beamten unter den Künstlern, haben einen sehr eingeschränktes Verständnis von Freiheit in der Kunst, natürlich ist ihr alleiniges Verständnis, als einzig „Richtig und Wahre“ Verständnis von Kunst, Freiheit, Leben und sogar Demokratie.
Ein Fotograf, der in irgendeiner Weise erfolgreich war, wird sich nämlich auf seinen Erfolg versteifen und sein „Wissen“ als Erfolgsrezept anpreisen, dies hat gewissermaßen wiederum zur Folge, dass er seinen Stil, sein Rezept nicht weiter verändern darf und kann. Sonst wäre es nämlich vorbei mit seinem Erfolg als „Künstler“. Hier ist auch einer der Gründe zu erkennen, warum so viele Fotografen stöhnen und heulen, sie bemerken nicht, dass ihre Rezepte nicht funktionieren und schauen voller Neid auf andere, deren Rezepte vermeidlich besser funktionieren. Anstatt sich selbst weiterzuentwickeln und dazu zulernen, wird mit Diffamierung, Beleidigungen, Verboten und Tabus gearbeitet, um sich in seinem Turm der Weisheit möglichst nicht zu bewegen.

Der Turm der Weisheit

Diese Weisen setzen auf die Einschränkung der Sichtweisen und auf die Einschränkung der Kunst, der Meinungsäußerung und der Sichtweise an sich. Nur sie allein sind in der Lage „wahre“ Kunst zu erkennen, dabei schränken sie die Freiheit der Kunst und des Künstlers absichtlich ein, um ihr Monopol zu wahren.

Ein wahrer Künstler macht folgende Aussage:

Das ist Kunst! Es ist mir egal was der Pöbel dazu sagt! Er kann eh nichts anderes als kotzen.

Die Wahrheit der Fotokunst

Es müsste eigentlich bekannt sein, dass wirklich Niemand auf dich zu kommt und dich zum Künstler ernennt. In meiner Heimatstadt ist dies gar nicht möglich und vorgesehen. Meine Mitmenschen würden sich eher Füße und Arme amputieren lassen, um den vermeidlichen Künstler als Spinner zu deklarieren.
Dabei ist es für mich persönlich kaum vorstellbar, dass sich eine Person in meinem Umfeld überhaupt ernsthaft mit Kunst beschäftigt.

Wie kann jemand der sich überhaupt nicht mit Kunst und Kultur beschäftigt, dann darüber bestimmen, was Kunst und Kultur sei?

Der größte Teil der mit Bekannten, besteht aus dem ungebildeten Pöbel, welcher sich unter „Kunst“ zwar die „völlige Freiheit“ vorstellt, aber ausschließlich nur, wenn sie genau den eingeschränkten und wertlosen Werturteilen des Pöbels entspricht. Der Pöbel wünscht sich nämlich nichts anderes als einen weiteren Dekorationsartikel, für das Wohnzimmer, der den eigenen wertlosen Weltanschauungen entspricht.

Das Fazit:

Du kannst sehr lange darauf warten, dass du die Genehmigung anderer erhältst, dass du dich als „Künstler“ selbst erkennen darfst.
Ich neige sogar dazu und sage:
Es ist unmöglich.

Ein paar Ratschläge für die Zukunft:

  • Mache dich nicht abhängig vom Werturteil dritter.
  • Erkläre deine Werke zur Kunst! Überlasse den „Wissenden“ die Beweislast, was echte Kunst wäre und lasse sie an der Unmöglichkeit des Nachweises verzweifeln. Lasse sie heulen, schluchzen, freveln und schimpfen.
  • Du benötigst von niemanden die Legitimierung oder Genehmigung, für deine Werke oder deine Sichtweisen.

Dafür musst du allerdings stark und unabhängig sein.

Gruß eurer Herr Rausch