Definiere dich selbst

Mein lieber Freund,

du bist bereits einzigartig!

Warum verschwendest du Energie, Ressourcen und Zeit, um anders zu sein?

Du bist du!

Niemand auf dieser Welt hat:

  • dieselben Lebenserfahrungen
  • dieselben Weltanschauungen
  • dieselben sozialen Beziehungen
  • dieselben Lebensphilosophie

wie du selbst!

Wir Menschen sind idiosynkratische Wesen

Dies bedeutet, dass du als Fotograf, Künstler und Mensch eine einzigartige Individualität besitzt. Sie macht dich zu der Person, die du heute bist. Es bedeutet auch, dass du ein Recht hast, dich selbst zu definieren. Hierfür benötigt man mitunter eine große Portion Mut.

Du bestimmst allein:

  • was deine Ziele im Leben sind.
  • wie du diese erreichst
  • mit welcher Geschwindigkeit, du sie erreichst.

Wenn du dich gar nicht um deine Ziele kümmerst, dann werden andere Person es für dich machen.

Die Definition deiner Selbst

Mach dir keine Sorgen darum, was andere über dich denken.

Eigentlich ist es schön, wenn Menschen denken. Es passiert viel zu selten, dass Personen über andere Personen gründlich und vernünftig nachdenken. Nicht selten schneiden wir persönlich, nicht besonders gut ab. Entweder man ist ein Angeber, ein Nichtsnutz oder man wird als ahnungslos betitelt.

Der größere Teil, der dich umgebenden Menschen, neigt dazu etwas Negatives als etwas Positives zu denken. Für viele Menschen ist es einfacher.

Es ist einfacher alles abzuwerten, um sich selber aufzuwerten.

Erwarte keine Lobgesänge, wenn du anfängst, dich selber zu definieren.

Sei ehrlich zu dir selbst. Zensiere dich unter keinen Umständen. Untersuche deine Schwächen und arbeite an diesen, wandle sie in Stärken um. Erkläre anderen Menschen, was du gelernt hast, erkläre die Vorteile dieses „neuen“ Wissens. Nimm dabei keine Rücksicht. So erkennst du schnell die Menschen, von denen du dich trennen solltest und musst. Ich nenne diese Menschen „Peifen“. Sie existierten in jedem menschlichen Leben. Sie möchten gerne über dich bestimmen. Sie möchten bestimmen was und wie du dein Leben definieren solltest.

Es ist noch gar nicht lange her, da wurde mir gesagt, dass ich diesen Blog und meine Fotografie aus Verzweiflung betreiben würde.

Ich muss meinen „Freunden“ an dieser Stelle widersprechen.
Sie haben nicht mal im Ansatz, den selben Zugang zur Fotografie, zur Philosophie und zum Leben, wie ich ihn habe. Ich betreibe meinen Blog und meine Fotografie, weil ich es kann und ich Spaß daran habe, mein „Wissen“ mit euch zu teilen.
Heute bin ich mir sicher, dass einige meine sogenannten „Freunde„, bei jedem einzelnen Blogartikel und jeder einzelnen veröffentlichten Fotografie ein klein wenig mehr abkotzten. Diese „Freunde“ würde so gerne sehen, dass ich etwas anderes mache, dass ich aufgebe und hinschmeiße, damit sie danach sagen kann: „Siehste! Dies habe WIR vorher gewußt!“.
Sie hatte mich auch schon gebeten, mein Niveau runter zu senken, damit solche Menschen wie meine „Freunde“ mir folgen können.

Ich sehe das gar nicht ein und zitiere:

Fotos sind mein Leben und die Fotografie ist mein Leben.

Bruno Bisang

Ich sehe und definiere mich, als Philosoph, Fotograf und Flaneur.

Ich bin Philosoph:
Er befindet sich auf der Lebenslangen suche zur Weisheit. Er liebt es die Welt und die menschliche Existenz zu ergründen, zu deuten und zu verstehen.
Die Beschäftigung mit der Philosophie, ermöglicht es mir ein „schöneres“ und „besseres“ Leben zu führen. Die Philosophie ermöglicht es mir ein glücklicheres, mutigeres und aufregenderes Leben zu führen. Die gewonnenen Weisheiten verhelfen zu mehr Demut, zu mehr Bescheidenheit und mehr Dankbarkeit. Das Zusammenspiel aller Faktoren macht es mir möglich täglich ein besserer und sehr gelassener Mensch zu werden.

Ich bin Fotograf:
Ich mag es mich visuell auszudrücken und dokumentiere gerne mein Leben und das Leben anderer Menschen. Die Fotografie macht es mir möglich anderen zu vermitteln, was ich als „schön“, „interessant“ oder „hässlich“ definiere. Ich untersuche mein ästhetisches Verständnis und setze es im Verhältnis zu anderen. Um die Ästhetik ergründen zu können, ist es nicht unwichtig sich mit der Philosophie zu beschäftigen, denn die Ästhetik ist ein sehr wichtiges Thema der Philosophie.

Ich bin ein Flaneur:
Es ist ein Mensch, der bei dem Spazierengehen schaut und das Leben genießt. Manchmal sieht es ein wenig planlos aus, wenn er flaniert, er ist aber nur auf der Suche nach einem neuen oder anderen „schönen“ ästhetischen Eindruck.

Mach dir keine Sorgen was andere über dich sagen

Es kann sein, dass du Kritiken ausgesetzt wirst, welche Behaupten du seiest, protzig, überheblich, egoistisch oder ahnungslos. Diese Aussagen relativieren sich schnell, wenn man sich dem Wort „Toleranz“ und seiner Bedeutung auf philosophischem Wege nähert.

Toleranz ist der Gemütszustand der Gelassenheit, wenn Grenzen überschritten werden

Vermeide die Pfeifen in deinem Leben, sie helfen dir im Leben nicht weiter.

Ich selber musste mir auf meinem Weg in die Depression und letztlich in den „Burn-out“ so einiges anhören. Ich solle mich zusammenreißen, ein wenig mehr anpassen, das gewisse Extra geben, ich solle toleranter sein und nicht nur an mich und meine Gesundheit denken. Ich sollte weniger egoistisch sein und viel mehr Akzeptanz zeigen. Wenn ich heute zurückblicke, dann erkenne ich sehr viele Menschen, welche sich an mir, meinem Leben und meiner Persönlichkeit bedient haben. Es waren Parasiten, die ihren Wirt befallen und sich bis zu seinem Zusammenbruch von ihm ernährten. Als ich nämlich zusammengebrochen war, verließen mich all diese Parasiten.

Du wirst sicher kritisiert werden, wenn du anfängst, dich selber zu definieren.

Von Beuys sagte dazu:

 Der Pöbel hat schon immer kritisiert.

In dem Augenblick, an dem du anfängst, dich selber zu definieren, beginnst du dich von anderen Menschen zu differenzieren. Nicht wenige Menschen definieren ihr Leben, durch ihre berufliche Tätigkeit und das daraus resultierende Einkommen. Sie können ohne weiteres andere Menschen gut und richtig beurteilen, solange sich der andere Mensch ungefähr in derselben Kategorie bzw. Schublade des Lebens befindet.  Schwierig wird es für dein Umfeld, wenn es andere Kategorien und Schubladen werden. Aus diesem Grund, wird man versuchen dich in die altbekannte Kategorie oder Schublade zu drücken, um dich von dort aus beurteilen zu können. Glaub mir, einige wenige werden dies auf sehr brutale Arte und Weise machen.

Diskutiere nicht mit diesen Menschen!

Lehnt Einladungen bei Andersgesinnten und philosophisch Ungebildeten ab! Sollte es unumgänglich sein, sich mit solchen Menschen zu umgeben, dann nehmt niemals deren Benehmen für euch selbst an. Es sollte euch bewusst sein: Wer sich mit Ungebildeten umgibt und engen Kontakt mit ihnen pflegt, muss mindestens ebenso ungebildet sein.

Dort wirst du keine Chance haben, du kannst nicht gewinnen. Sie wollen dich nur aufhalten.

Hiermit weise ich dich daraufhin:

Andere Menschen achten darauf, ob du dich an die Regeln der „Herde“, deren Normen und deren gesellschaftlichen Toleranzgrenzen hältst. Sie werden immer wieder versuchen, dich in ihre jeweilige Kategorie bzw. Schublade zu stecken.

Das ist Kunst!
Gesehen in den Deichtorhallen Hamburg!

Diese Menschen maßen sich an, über dein Leben frei bestimmen zu dürfen!

Was ist Anmaßung?

Eine Anmaßung ist es, wenn jemand anderes unberechtigt einen Anspruch auf etwas erhebt.

Schaue dich in deinem Leben genau um. Analysiere, wer wirklich Anspruch auf die Definitionen deiner Ziele und deiner Wege und deines Lebens haben sollte. Nicht selten sind es zu viele Menschen, welche sich einfach selbst dazu ermächtigten und es sich dadurch anmaßen.


Wenn du anfängst, dein eigenen fotografischen Stil zu finden und zu prägen, wenn du beginnst, deine Leidenschaft oder deine Vision zu verfolgen, dann tauchen schnell „Pfeifen“ in deinem Leben auf. 

Sie werden sage:

  • Du bist zu teurer!
  • Du bist es nicht wert!
  • Mich interessiert es nicht wovon du lebst!
  • Das ist doch keine Kunst, es ist nicht mal Fotografie!
  • Das fotografiert man nicht!
  • Du darfst das nicht!
  • Was bildest du dir eigentlich ein?
  • Ich muss dir gar nichts beweisen!

(Schon mal überlegt warum man solche Pfeifen nicht leiden kann? Liegt wohl an ihren sympathischen Aussagen)

Du erkennst sie schnell an ihrem überheblichen Auftreten, nicht selten neigen sie zu protzen und kritisieren dich auf ungerechtfertigte Weise. Oft stellen sie sich als moralisch überlegen dar und neigen dazu dich herablassend zu behandeln. Diese Menschen verspüren eine Frustration, wenn sie bemerken, dass andere ihrer Leidenschaft folgen und diese verwirklichen. Eine Pfeife möchte auch gerne seiner Leidenschaften folgen, kann es aber aus verschiedenen Gründen nicht. Entweder fehlt ihr der Mut, die Fähigkeit und das Wissen, manchmal sogar die ganze Leidenschaft „für etwas“.  Diese Pfeifen werden versuchen, dich in deiner Entwicklung zu stoppen. Sie werden dich mit Fragen, Relativierungen und Behauptungen konfrontieren, sodass du selbst aus dem Beantworten, dem noch besser Begründen und dem Gegenargumenten nicht mehr raus kommst. Eine Pfeife sitzt dabei ganz ruhig, auf dem Stuhl und lässt dich rudern, laufen, reden und machen. Aber zufriedenstellen wirst du diese Pfeife niemals. Diese Menschen befinden sich in ständiger Evaluierung zu dir. Falls es dir besser gehen sollte als ihnen selbst, werden sie mit allen Mitteln versuchen, dir dieses Gefühl von „Wohlsein“ zu nehmen. Schließlich darfst du niemals „besser“ sein, als eine durchschnittliche Pfeife. Sie fühlen sich nämlich schnell wie ein Versager und gönnen anderen Menschen deren Erfolge nicht. Falls du mit einer Pfeife an der Seite etwas erreichen solltest, dann wird sie versuchen deinen Erfolg auf sich umzubuchen, schließlich hat sie dich ja dazu getrieben, nur gemacht (im Sinne von erschaffen) hat sie rein gar nichts. Du warst der Macher und die Pfeife ist der Nutznießer. Falls du eine Pfeife nicht an deinem Erfolg teilhaben lässt, wird dieser Erfolg dir schnell madig gemacht, denn nur mit der Hilfe einer Pfeife, wärest du erfolgreicher gewesen. Der Erfolg und sehr wahrscheinlich deine Person werden schnell relativiert und es wird versucht dich ins Abseits zu drängen.

Stelle dich also darauf ein, wenn du anfängst, deine Leidenschaft zu erkennen und zu verfolgen, dann wirst du diese Pfeifen anziehen, wie ein Leuchtturm in der Nacht der Schiffe anzieht. Sie werden kommen und Du kannst nichts dagegen machen.

Trenne Erfolg von deinem Einkommen

Es ist nicht schlecht sich vom Gedanken zu verabschieden, sein Leben über den Beruf und sein Einkommen zu definieren. Dies ermöglicht dir eine ungeahnte Freiheit. Ab diesem Augenblick kannst du alternativ als Pizzabäcker, Barista oder als Callcenteragent tätig sein und es Job nennen. Deine Arbeit verfolgst du, ausschließlich in dem verfolgen deiner Leidenschaft.
Wir kennen Albert Einstein als großen Physiker, er war Angestellter in einem Patentamt. Für uns ist er einer der wichtigsten Wissenschaftler unserer Zeit. Die Tätigkeit im Patentamt und das Erledigen seines stupiden Jobs ermöglichten ihm, genug mentale Reserven, um Gedankenexperimente zu machen und die größten Geheimnisse des Universums zu entdecken.
Der Philosoph Spinoza war Brillenmacher. Vivian Maier war Kindermädchen. Harrison Ford war Kulissenbauer.

Definiere dein Leben als Fotograf (auch wenn du gerade kein Geld damit verdienst)

Wenn du deiner Leidenschaft folgst, dann folgst du deiner Berufung. Wenn man seiner Berufung folgt, wird daraus der Beruf. Wenn dies die Fotografie ist, dann lasse es deinen Beruf werden. Fühle dich niemals gezwungen, deine Tätigkeit zum Erwerb deines Einkommens als Beruf zu definieren.
Zum Vergleich:

„Guten Tag. Ich bin Herr Rausch. Ich bin Fotograf und arbeite nebenbei in einer Fotogalerie.“

oder

„Guten Tag. Ich bin Herr Rausch. Ich arbeite in einer Fotogalerie und bin nebenbei Fotograf.“

Erkennt ihr den Unterschied zwischen den beiden Aussagen? Wie stellt ihr euch vor?

Ich möchte darauf Hinweisen, dass es von Grund auf falsch ist, sich über Geld zu definieren.

Wir Leben in einer verrückten Gesellschaft, die darauf aus ist, dass alles, was man mit Leidenschaft verbindet, auch monetarisiert werden soll und muss. Viele verbinden das „Geld verdienen“ mit Legitimität, Seriosität und Erfolg.
Schnell offenbart sich dieses Denken in den oft gehörten Aussagen:

„Du bist Fotograf? Kann man davon Leben?“

„Verdienst du etwa Geld mit deiner Fotografie?“

„Du fotografierst und was machst du beruflich?“

Das Problem in unserer modernen Welt ist ein relativ dummes. Es wird erwartet, dass du mit deiner Leidenschaft Geld verdienst, damit sie eine Leidenschaft bleiben darf.

Ich habe mittlerweile begriffen:

Menschen, die diese Fragen stellen, sind nicht daran interessiert, dass irgendein Fotograf von seiner Arbeit leben kann.

Vincent van Gogh verdiente zu Lebzeiten keinen einzigen Cent, er starb völlig verarmt. Erst nach seinem Tod monetarisierten andere seine reichlich vorhandenen Werke und verdienten sich dumm und dösig. Er hatte zu Lebzeiten keine Menschen gefunden, die seine Arbeiten wertschätzen wollten. Nach der heutigen Logik erübrigt sich der Anspruch auf legitime Kunst und Arbeit auf seine Werke.

Ein guter Künstler bildet seine eigenen Kritiker aus.Dies taten schon die alten Griechen wie der Tragiker Euripides und auch Picasso.

Lasse dich also nicht von jedem daher gelaufenen Hans und Franz kritisieren. Ignoriere sie einfach. Am besten ist es, wenn du dich dafür bezahlen lässt, um ihren unwichtigen Aussagen ein kurzes Gehör zu verschaffen. Meist sind ihre eigenen Kritiken so wertlos, dass sie selber nicht bereit sind, ihre eigene Kritik mit einem spürbaren Wert zu unterlegen. Ein weiteres Paradox, die geäußerte Kritik soll gar nicht helfen, ein gezahlter Obolus (ich nenne es Schmerzensgeld) würde dir aber helfen. Bei nicht wenigen Menschen entsteht hier eine kognitive Dissonanz, die eher davon getrieben ist dich aufzuhalten, als in irgendeiner Weise zu helfen. Viele würden lieber sterben, bevor sie dir auch nur einen Euro bezahlen oder dich in anderer Weise wertschätzen. 

Ich bin mir mittlerweile sehr sicher, wie ich meinen Wert in meinem Freundeskreis als Fotograf ermittel. Das Bloggen hat mir dabei geholfen. Es gibt tatsächlich sogenannte „Freunde„, die mit mir über einen, ich wiederhole EINEN, Euro diskutieren wollen und den sterbenden Schwan aufführen, um ihn nicht bezahlen zu müssen. Sie sprechen von „Life-Style“-Verlust und davon wie sehr ich die Menschen ausbeute, weil ich ein unendlich egoistischer Mensch bin. Und dann habe ich auf der anderen Seite meine Leute, die mich, meine Fotografien, meinen Blog und meinen Rat wertschätzen.

Ich weiß von mir, dass ich in bestimmten Bereichen wesentlich egoistischer sein sollte und die Ausbeutung ist auch nicht mein Ziel. Aber ich mag den „sterbenden Schwan“, vor allem im Film „Black Swan“ mit Natalie Portman. Er erinnert mich an eine wundervolle Freundin, welche ich sehr geliebt habe. Ich sah diesen Film mit ihr zusammen, es war eine wundervolle Zeit. Ich danke der Dame an dieser Stelle für diese wundervolle Erinnerung.

An dieser Stelle fällt mir auf, dass ich ein wenig vom Thema abgekommen bin. Ich denke, diese Analyse war nötig, um sich in Zukunft besser selbst definieren zu können. 

Definiere dich in Zukunft selbst!


Mach es wie ich und rufe deine eigenen Preise auf. Natürlich wollen dich alle in jeglichem „Wert“ deiner Selbst drücken. Lass es niemals zu, dass andere über dich die Macht bekommen, was du und deine Arbeit wert ist. Dann wird man dich nämlich bis zum letzen Atemzug ausbeuten und du wirst alles verlieren.

Bis zum nächsten Mal!

Herr Rausch