Warum ist eine Beschäftigung mit Kunst sinnvoll?

Eine Beschäftigung mit Kunst inspiriert uns, unsere eigene Kunst zu erschaffen.

Meine lieben Freunde,

ein einfaches Konzept und eine einfache Idee:

Deine Intention in der Beschäftigung mit der Kunst sollte nicht von Begründungen getrieben sein, welche für dein Umfeld den Anschein erwecken lässt, dass du dich als „kultiviert“ darstellst. Die Beschäftigung mit Kunst, sollte dich Selbst inspirieren, erweitern und ermächtigen deine eigene Kunst und Fotografien  zu erschaffen.

Hierzu einige Gedanken:

Wir alle haben mehr als genug Freunde und Bekannte, welche gerne Reisen. Auf diesen Reisen fühlen sich viele dieser Touristen getrieben vom Gedanken möglichst viel „Kultur“ zu konsumieren. Es äußert sich in einem Marathon von Museums- und Galerie besuchen. Wir sehen ein Wettlauf zu den Sehenswürdigkeiten und eine Bilderflut von „Selfies“ aus dem Urlaub, damit wir Daheimgebliebenen sehen, wo unsere Bekanten und Freunde im Urlaub waren. Eine „echte“ Beschäftigung mit der „Kultur“ findet jedoch nicht statt, es ist eher das ersichtliche Ausleben der eigenen „Konsumkultur“ mit dem faden Beigeschmack der „Leistungskultur“ (schließlich will man so viel, wie möglich in kurzer Zeit erleben).

Die Dimension des Aktivismus

Nicht wenige sind eher vom Gedanken des Aktivismus getrieben. Es wird mit allen Mitteln versucht zu verhindern, dass der Eindruck erweckt wird weniger gesehen und erlebt zu haben, als der „Facebook“-Freund und damit weniger aktiv, weniger interessant und weniger relevant zu sein.

Dabei ist alles!

Insgesamt bleibt eine richtige Beschäftigung auf der Strecke. Oft wird als Grund angeführt, dass wir uns nur einmal im Leben in der „Sixtinischen Kapelle“ in Rom befinden würden oder im Louvre in Paris. Da diese beiden Städte mehr als nur eine „Sehenswürdigkeit“ besitzen, werden wir quasi getrieben vom Gedanken, alles in möglichst kurzer Zeit zu „sehen“.
Eine echte tiefere Beschäftigung, der Müßiggang und der tiefe zufriedenstellende Genuss von unglaublichen Kulturgütern, ist gar nicht vorgesehen.
Vielleicht ist es ein Ansatz an dieser Stelle, in seinen Konsumdruck etwas nachzulassen und sich mehr Zeit zu nehmen, sich für eine kleine Auswahl der Sehenswürdigkeiten und kulturellen Artefakte zu entscheiden, mit dem Ziel sie richtig „Sehen“ zu können und damit auch zu verstehen. Schaut in euch selbst nach und versucht zu ergründen, was eure Motivationen im Urlaub sind. 

  • Versucht ihr möglichst viel in kurzer Zeit zu sehen oder versucht ihr euch möglichst ernsthaft mit einer anderen „Kultur“ in einem fremden Land zu beschäftigen?
  • Worin beruht eure Begründung in dem Sinn, sich mit einer fremden Kultur zu beschäftigen?
  • Wo liegt der Unterschied zwischen den beiden Optionen, welche Vorteile ergeben sich, wenn wir bedenken, dass wir nur „einmal im Leben“ dort hinkommen?
  • Weshalb ist es völliger Blödsinn, in ein fremdes Land zu fahren und die Club-Anlage nicht zu verlassen?

Wir kommen auf eine Frage, welche viel zu selten hinterfragt wird:

Warum wir uns überhaupt für Kunst, Fotografie oder Kultur interessieren sollten?

Nicht wenige nennen, an dieser Stelle, die Inspiration als Grund. Wozu wurden wir den inspiriert?

Zum Selfie machen!

Noch häufiger hört man die Antworten „weil es interessant ist“ oder „man lernt etwas über die Geschichte“. Rom in 8 Stunden und am nächsten Tag Paris in 6 Stunden, klingt nach großem Interesse und die Geschichte der beiden Städte, ist wirklich nicht so komplex, dass sie in 45 min komplett verstanden und verinnerlicht werden könnte.
Ich möchte an dieser Stelle keinen Menschen kritisieren, welche sich zu diesen oberflächlichen Interessen und Betrachtungen verleiten lassen. Für mich klingt diese kurzweilige Freizeitbeschäftigung, welche gerne getrant wird als „das Interesse an abdere Kultur“, wie das Vorheucheln eines „kultivierten“ Menschen, der an nicht anderes interessiert ist, als sich mithilfe seiner Konsumkultur ganz einfach mit Eindrücken sinnlos vollstopft.

Dies wird nicht aus Interesse getan, sondern ganz allein des Konsumierens wegen und des sich Selbstdarstellens im Internet . Sonst nichts weiter.

Ich stelle sogar die These auf, dass die Mehrheit der Menschen nicht mal mit den Begriffen der Kunst und Kultur differenziert umgehen können. Ihr Wissen hierzu reicht von hier bis zum Ende der eigenen Fußspitzen und nicht weiter. Man erkennt es an den Antworten auf die Frage:

Warum ist es wichtig,

  • Kunst zu sehen?
  • sich mit Kunst zu beschäftigen?
  • Kunst zu studieren?
  • Kunst zu erfahren?

Ich höre schon die Begründung, welche wie ein flehender Aufschrei klingt, dass das Individuum zu sehr mit seiner Arbeit beschäftigt sei, dass ein für eine Selbstreflexion und das Philosophieren und damit verbundene Hinterfragen des eigenen Lebens und der eigenen Kultur schlicht das fachliche Wissen fehle. Und doch finden sich sehr viele Menschen, unter diesen gebeutelten Seelen, welche sich selbst autorisieren, und ermächtigen Kritiken und Kommentare über Kunst zu machen, ohne einen Hauch von Wissen über die eigene Kultur und dessen Kultivierung.

Seid doch bitte so mutig und beantwortet bitte folgende Fragen:

  • Warum bist du an Kunst interessiert?
  • Welchen funktionalen Nutzen zieht man aus der Beschäftigung mit der Kunst?
  • Existiert „gute“ und „schlechte“ Kunst?
  • Was macht Kunst „gut“ oder „schlecht“?
  • Bist du der Meinung: Ich, sei ein Künstler?
  • Wenn dem so ist, halte ich mich für einen „guten“ oder „schlechten Künstler? Kannst du deine Meinung über mich begründen?

Mein Verständnis von Kunst ist liegt sehr nahe bei dem Verständnis von Joseph Beuys. Er war der Meinung: „Jeder Mensch ist ein Künstler!“ Zur Erklärung, jeder Mensch, der seine Umwelt aktiv nach seinen subjektiven Wünschen gestaltet, ist ein Künstler. Er verwandelt, etwas Natürliches in etwas künstlich Geschaffenes. Wahre Kunst ist erreicht, wenn ein Mensch es schafft, Kunst zu erschaffen, welche andere Menschen inspiriert durch Kunst die Gesellschaft zu verbessern.

150 Gramm Fett in einer Butterdose

Kommen wir zurück zur Frage:

Warum ist eine Beschäftigung mit Kunst sinnvoll?

Meine Antwort hierzu:

„Eine Beschäftigung mit der Kunst befähigt uns, uns selbst durch sie zu inspirieren, um letztlich unsere eigene Kunst zu erschaffen.“

Als Kinder waren wir aller Erschaffer. Wir waren glücklich Dinge zu erschaffen und hatten Spaß daran, dass andere sich an unseren Werken begeisterten. Es gab uns einen gewissen Grad an Kontrolle über unser eigenes Leben und ausreichend Lebensfreude.

Sei also nicht traurig, wenn jemand anderes deine Kunst als „schlecht“ betitelt. Es ist allein wichtig, ob dir deine Werke selbst gefallen. Denn es ist in unserer heutigen Leistungsgesellschaft gar nicht möglich etwas zu erschaffen, dass anderen Menschen reicht, dass es ihnen gefällt. Der Fokus liegt allein an deiner eignen Herausforderung, deiner eigenen Weiterentwicklung und deiner eigenen Freude am Leben. Wenn du es schaffst andere Menschen zu motivieren es dir gleich zu tun, dann hast du alles richtig gemacht.

Um es abschließend in einem letzten Satz zu sagen:

Wenn du fotografierst (wie viele andere Menschen auch), dann bist du bereits ein Künstler.

Gruß Herr Rausch