Die Kultur des Unkultivierten

Nehme dich in acht vor Menschen, die einen Unterschied erkennen zwischen einem gut gemachten Tee, einer liebevoll bereiteten Mahlzeit und der Betrachtung einer Fotografie oder gar Kunstwerken.
Diese Menschen nehmen dir, die Möglichkeit der Menschlichkeit.

Die Kultur des Nichtstuns, der Müßiggang, der Tiefen und in aller Stille vorgenommenen Wahrnehmung von Genuss, ist dem toxischen Menschen völlig fremd. Ihm ist nichts gut genug, er ist nie zufrieden, denn er weiß sehr genau, dass ihm sehr viel Besseres zusteht.

Eine kultivierte Form des Genusses von Schönheit, bleibt dem toxischen Menschen ein unverständliches Geheimnis. Den Grund hierfür finden wir in seiner groben Unkultiviertheit und der schlichten Weigerung des Erlernens von Kulturtechniken. Der toxische Mensch ist nämlich nicht in der Lage, aus sich selbst heraus einen stabilen Selbstwert zu erschaffen, er ist hoffnungslos abhängig von Bestätigungen seiner Umwelt. Genussvolle Menschen erinnern den toxischen Menschen an seine Defizite, in der Genügsamkeit, im Glücklichsein und in der Wertschätzung eines schönen Augenblickes.

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Bis heute zeugt es von Kultiviertheit, in den richtigen Augenblicken des Lebens zu schweigen, dankbar zu sein, abzuwarten und zu Genießen oder gewissen Situationen oder Augenblicken einfach fernzubleiben.

Dem toxischen Menschen sind diese Verhaltensformen zuwider, sie sind laut, stören die Ruhe und sind nicht in der Lage auch nur 15 Minuten den Mund zuhalten.

Leider wurde die Kultur des toxischen Menschen zu einem Massenphänomen.

Zufriedenheit als Provokation

Heute gilt der zurückgezogene und zufriedene Mensch, welcher nicht dem ständigen ruhelosen und zur Schau gestellten Aktivismus zum Opfergefallen ist, als nicht akzeptierbare Provokation.

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Der zurückgezogene und zufriedene Mensch ist mühelos in der Lage, sich an einem öffentlichen Ort zu begeben und dort in aller Würde in Stille zu verweilen. Währenddessen reden sie kein unnötiges wirres Zeug und vermeiden das mittlerweile typische Dröhnen und Lärmen.
Sie sind einfach an einem öffentlichen Ort und verweilen in aller Stille, vielleicht lesen sie ein Buch, vielleicht schreiben sie eins, vielleicht genießen sie die Schönheit des Augenblicks in aller Stille, vielleicht sind sie in Gedanken und erfreuen sich an der Schönheit der Natur. Nichts an ihrem Verhalten ist ruhe und rastlos, nichts an ihnen strahlt Unzufriedenheit aus und ihnen würde es nicht einfallen andere Menschen mit Lärm und dröhnen zu stören.

Trotzdem und viel zu oft werden gerade diese Menschen als Problem identifiziert und es wird sehr viel unternommen, um sie aus ihrer inneren Ruhe zu bringe.

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Vielleicht finden wir den Grund dafür, in ihrer Ausgeglichenheit, in ihrer Zufriedenheit, in ihrer tiefen Empfindung eines Glücks, dass keine externe Bestätigung benötigt?
Eventuell werden sie als Provokateure empfunden, weil sie dieser Welt mehr Gutes tun, gerade weil sie nichts schlechtes oder unnützes von sich geben oder davon berichten?
Vielleicht sind sie Provokant, weil sie die Stille und Ruhe suchen und dem toxischen Menschen systematisch aus dem Weg gehen?
Vielleicht ist ihre Genügsamkeit, ein nicht aushaltbarer Zustand für den toxischen Massenmenschen?

Der größte Feind des glücklichen Menschen

Der größte Feind des glücklichen Menschen, ist und bleibt der unkultivierte und unzufriedene toxische Massenmensch.

Der Massenmensch ist vulgär, er schätzt das Ordinäre, er handelt triebgesteuert und unüberlegt. Er ist ein Diener des Bösen und Hässlichen, er entwertet alles und jeden in seiner Umgebung. Er baut auf den Verlust unserer Sprachfertigkeiten und nennt es „hip“ und modern, wenn der Freund ein „Digga“ ist. Er setzt auf die Zerstörung des kultivierten Ausdrucks, er ist nicht in der Lage die formvollendete Kritik zu formulieren, dass Interesse daran ist ihm auch völlig fremd. Sein Interesse liegt auch nicht in der Konsensfindung durch Diskussion, sondern einzig allein im Verfassen von Dekreten und Erlassen. So zerstört der toxische Massenmensch, jegliche gesellschaftliche Kulturform. Auf diese Weise wird der Massenmensch zur Bedrohung der Demokratie, der Kunst, der Literatur und der Wissenschaft, indem er die Freiheiten des Individuums mit Forderungen nach Reglementierungen torpediert.

Wer alles angreift, wer all das hasst, was unsere Gesellschaft ausmacht, wer darauf stolz ist etwas zerstört zu haben, der ist im höchsten Maße unkultiviert und vulgär.

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Es gehen große Gefahren von diesen unkultivierten Massenmenschen aus, denn ihr brennender Wille zur Zerstörung von Kulturgütern, Kulturformen und freiheitlichen und demokratischen Grundsätzen bedrohen zunehmend unsere Gesellschaft.

Aufgrund der liberalen Rücksichtnahme von Entwicklungsgehemmten, Ungebildeten und ewig Gestrigen, kommt es zunehmend dazu, dass Denk- und Sprechverbote eingeführt werden, um den ungestümen und triebhaften Massenmenschen nicht unnötig zu verärgern und zu reizen. Durch diese Einschränkungen der Denk- und Sprechweise, wird es verhindert, dass über Dinge offen gesprochen werden kann. Wenn wir Menschen etwas nicht offen ansprechen können, wird es zu einem imaginären Problem, alles was imaginär ist, ist nicht real existent.

Ich könnte dieses Beispiel an einer höchst toxischen und zersetzenden Rechtskonservativen Partei deutlich machen, die daran interessiert ist, dass sie keine Rassisten und Nationalsozialisten in ihrem Reihen hat. Sie geht gegen solche Aussagen auch anwaltlich vor, deshalb bleibe ich bei einem kleineren sehr anschaulichen Beispiel.

Die menschliche Fähigkeit anderen Menschen ein Kompliment zu machen, sicherte über viele Jahrtausende unsere Existenz auf diesen Planten. Es sind die Fähigkeiten des Nett seins, der gemeinschaftlichen Freude und des Feierns und Anfeuerns. Uns müssten problemlos mehr als genug Komplimente für andere Menschen einfallen.

Nimm einen Zettel und einen Stift zur Hand.
Schreibe die ersten drei Buchstaben des Alphabetes auf den Zettel und schreibe zu den jeweiligen Buchstaben, innerhalb von 60 Sek., mindestens fünf passende Komplimente.

Aus unserer ausgeklügelten Sprache sind mittlerweile wertlose Codes und Emoji´s geworden. Da wir solche Wörter wie ansprechend, attraktiv, anheimelnd, ansprechend und allerliebst nicht mehr in unserem Sprachgebrauch haben.


Wir hinterlassen stattdessen ein „Like“ und schreiben „nice“, eventuell ein „love it“. Das inflationäre vergeben von „Likes“ und Emoji´s lässt sie bedeutungslos, wertlos und ohne jede Substanz werden. Es ist nicht unmöglich massenweise „Likes“ zu generieren, ihre Quantität sagt allerdings überhaupt nichts über den tieferen Wert des Inhalts aus. Als bedeute die Zuneigung von 1,5 Mio. Zerstreuten und oberflächlichen Idioten mehr, als die sichtbare und spürbare Reaktion eines einzelnen achtsamen und interessierten Menschen.

Viele Grüße eure Magnifizenz Herr Rausch