Eine Frage der Schönheit

Das Schöne beginnt zu Hause!

Es ist der Vorgang den Joseph Beuys schon beschrieb, als er sagte:

Jeder Mensch ist ein Künstler!

Schließlich ist es so, dass ein jeder versucht seine eigene Wohnung möglichst „schön“ einzurichten. Die dabei entstehenden Improvisationen, die kleinen Makel, die entstandenen Verpflichtungen und Rechte, ergeben in ihrer Gesamtheit, dass individuelle Verständnis von Ästhetik und bilden das Verständnis von einem schönen Leben als Mensch, seines Erschaffers wieder. Museen, Galerien, Kunstwerke und die Kunstszene übernehmen hierbei ein eher unwichtige bis nichtige Rolle, ihr Einfluss auf das Schöne in den heimischen Vierwänden ist so gering, dass wir es als nichtig bezeichnen können. Das Internet, dass mit seinen Manipulationstechniken und seiner Reichhaltigkeit an Informationen vom schönen Leben, rund um die Uhr bis in die Schlafzimmer der Menschen vorgedrungen ist, ist in seiner Wirkungsweise viel mächtiger als angenommen. Ein jeder, der im Besitz eines Smartphones mit Internetzugang ist, kann sich diesen Manipulationstechniken und Algorithmen nicht entziehen. Der Skeptiker mag noch so Zweifeln, die immer ausgeklügelteren Techniken und Programme werden letztendlich jeden einzelnen Menschen erreichen. Es ist auf lange Sicht nicht möglich, sich diesem zu entziehen.

Eine Auswirkung dieser Techniken ist eine spürbare Zunahme des Druckes auf sogenannte kreative Berufsgruppen oder der gesellschaftlichen Klasse der Intellektuellen und/oder Kreativen. Damit sie überleben, wurden sie gezwungen sich als Dienstleister für eine Konsumgesellschaft zu sehen und umzuwandeln. Diese Konsumgesellschaft ist allerdings in ihrem Hunger nach immer neuen Sensationen nicht zu frieden zustellen, deshalb befindet sie sich auf einer immerwährenden Jagd nach neuen Sensationen und monumentalen Momenten. Dem Kreativen ist es auf diese Weise unmöglich, etwas auch nur ansatzweise Schönes erschaffen zu können, da sich die ruhelose Masse sehr schnell langweilt und mit neuen Erlebnissen versorgt werden möchte.

_MG_7613

Das Dilemma der Kreativen

Die Kreativen mögen vielleicht ein besonders geschultes Empfinden für Schönheit erlernt haben. Es ist für sie ein natürlicher und universeller Drang, etwas Schönes zu vollbringen, dennoch sind sie gegenüber der milieuspezifischen Geschmacksunterschiede in der digitalisierten Welt schutzlos ausgeliefert. Ihre einzige Chance besteht in dem Zwang darauf sich auf sehr kleine Zielgruppen zu spezialisieren.
Die Zunahme der Vielfallt in der Kunst seit den 70er Jahren, führte dazu, dass unsere Gesellschaften reichhaltiger und bunter wurden. Dennoch führte genau diese Zunahme von Vielfallt zur Zersplitterung unserer Gesellschaft, welche aus verschiedenen Interessengruppen mit jeweils eigenen Statussymbolen und Identifikationssymbolen ausgestattet ist. Gleichzeitig kämpft jede einzelne Gruppe, sehr vehement, um mehr Anerkennung und Prestige gegen andere Gruppierungen. Diese Kämpfe zwischen den Gruppierungen und ihren Interessen haben heute mit Schönheit, formvollendete Diskussion, Demokratie und Vielfallt rein gar nichts mehr zu tun.

20150316-_MG_6475

Das Wesentliche der Schönheit

Das wesentliche der Schönheit, wird heutzutage leicht übersehen.

  • Schönheit ist nicht aggressiv, sie ist erhaben.
  • Schönheit ist heilsam.
  • Schönheit ist die gespeicherte Emotion im Augenblick der Fertigstellung.
  • Schönheit macht sprachlos und still. Sie bedeutet tiefe Ruhe für Körper und Geist.

In Opposition zur Schönheit steht das Vulgäre, das Gewöhnliche und Ordinäre.

Es ist laut, sucht die Zerstreuung, ist immer rast- und ruhelos.

Es eröffnet allen Menschen, welche nicht mit sich und der Welt im Einklang sind, Tor und Tür, für das Formlose, das Unschöne, Ungehobelte und unkultivierte Verhalten, welches alles abwertet, entwertet und abtötet.

28

Die Antagonisten des Schönen

Die Antagonisten des Schönen sind toxische Menschen, mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, die ihr Umfeld mit ihren Aussagen und ihrem Verhalten langsam, aber sicher vergiften.

Sie leiden an verschiedenen Kontrollzwängen, sind getrieben von destruktiven Gedanken und ihr zerbrechliches Ego verhindert und zerstört systematisch die Schönheit des Lebens. Sie sind herablassend, verletzend und gehässig, sie arbeiten überaus manipulativ und halten sich selbst für besonders erhaben. Sie ermächtigen sich selbst, ohne weitere Befragung des Umfeldes, um ohne ersichtlichen Grund für die Allgemeinheit zu sprechen.
Ihre Herzen sind versteinert und ohne Mitgefühl, ihre Gesichter sind vom Hass zerfressen. Geifernd und mit verzerrter Mine fordern sie in ihrer unerschöpflichen Gier nach Anerkennung das Schöne der Öffentlichkeit zu entziehen, es in Schubladen zu verstecken, es zu verbieten und zu reglementieren, am liebsten ist ihnen die Zerstörung des Schönen.
Es sind Symptome einer kranken Seele, welche niemals genug positive Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte und in der Gier nach Liebe und Zuneigung wild um sich schlägt und alles ablehnt, was vom Antagonisten und seinen Begehren ablenkt. Letztlich sind es verkümmerte Seelen, welche sich selbst nicht nähren und erhalten können, bis sie letztlich komplett verkümmert ein tristes Leben in Selbstmitleid verbringen. Es sind Menschen, die kein Ende in der Bekundung ihres Leids finden und einen ersten Schritt zur Beendigung dessen vehement ablehnen. Ihre Selbstwahrnehmung ist darauf ausgerichtet, jegliche Diskussion, jegliche Konsensfindung und jegliches eigenes Bewegen mit allen Mitteln abgelehnt wird, weil es als bedrohlich empfunden wird.

_MG_0198

Erkennungsmerkmale des toxischen Menschen

  • Sie bedienen sich der willkürlichen Schlussfolgerung:
    Sie bildet das klassische Fundament für das Vorurteil.
    Die beabsichtigte oberflächliche Betrachtung der Dinge dieser Welt und ihre willkürlichen Schlussforderungen daraus, führen zu einer fehlerhaften Interpretation ihrer Umwelt, dies macht eine alternative Sichtweise auf ihre Umwelt unmöglich.
  • Sie neigen zur Übergeneralisierung und magnifizieren:
    Aus den willkürlichen Schlussfolgerungen werden für den toxischen Menschen allgemeingültige Regeln abgeleitet. Ihre oberflächliche Betrachtungsweise und ihre getroffenen Rückschlüsse auf das Wahrgenommene werden generalisiert. Es entstehen große Schwierigkeiten, wenn auf Grund von vereinzelten oberflächlichen Erfahrungen generelle und absolute Aussagen getroffen werden, in der Philosophie wird diese Problemstellung als „Induktionsproblem“ beschrieben.
  • Sie leiden an dichotomes Denken:
    Der toxische Mensch kennt nur zwei Kategorien, innerhalb dessen er denken kann.
    Beim sogenannten „schwarz-weiß-denken“ schiebt der toxische Mensch alles was nicht, als reinweiß (positiv) erkannt werden kann in die schwarze (negative) Kategorie. Diese Handlungsweise verstärkt die Jagd nach dem Sensationellem und Monumentalem und belässt den toxischen Menschen in einer immerwährenden Rast- und Ruhelosigkeit, welche sich in großer Unzufriedenheit äußert.
  • Sie leiden an Überpersonalisierung:
    Der toxische Mensch sieht sich selbst als der Ursprung und Quelle des Schönen.
    Selbst wenn es zu schönen Ereignissen, Umständen, Dingen und Vorfällen kommt, an denen sie keinen Anteil haben, sehen sich toxische Menschen immer als Ursache dafür. Je nachdem wie sehr das egozentrische Weltbild des toxischen Menschen ausgeprägt ist, können massive Wahrnehmungsfehler entstehen, welche bis zur Wahnvorstellung reichen.
  • Sie leiden an einer selektiven Wahrnehmung:
    Einzelne Wahrnehmungen, Ereignisse, Dinge und Begebenheiten werden vom toxischen Menschen nur in eine von ihm bestimmte Richtung erinnert und in das Weltbild des toxischen Menschen passend eingefügt. Widersprechendes oder Abweichendes, Wahrnehmungen, welche nicht in die fest vorbestimmte Sicht- und Denkweise passen, werden selektiert, gefiltert, übersehen, gelten als große nicht ernstzunehmende Ausnahmefälle oder werden von vornherein vehement abgestritten.

Der toxische Mensch ist von der positiven Kraft seiner destruktiven Gedanken so sehr überzeugt, dass er sich selbst problemlos als Schöpfer des Schönen erkennt. Dabei ist ein toxischer Mensch weder kreativ, noch besitzt er eine besondere Gabe. Denn um etwas zu zerstören, zu kritisieren oder zu entwerten benötigt man gar keine besonderen Fähigkeiten, welche beherrscht werden müssen. Jeder noch so stumpfe Trottel, ist in der Lage ohne weiteres etwas Schönes zu zerstören. Die Unfähigkeit überhaupt Schönes zuerkennen, versucht er mit den rationalen Argumenten der „Vernunft“ zu begründen, diese „Vernunft“ dient ihm auch zur Legitimierung seiner unendlichen Zerstörungswut. Allein für den toxischen Menschen ist das Mittel der Gewalt ein Mittel der Vernunft.

IMG_20170528_0020

Das langsame Gift der toxischen Menschen

Wer diese Welt mit Missgunst, unsachlicher Kritik, Aggressionen, Ausgrenzungen und Diffamierungen willentlich und wissentlich überzieht, wer daran arbeitet unsere Welt, ihre Vielfältigkeit und ihre Menschen zu zerstören, wer versucht die Freiheit einzuschränken und die Schönheit des Lebens auf diesen Planeten streng reglementieren will, ist nicht weiter als eine kleine, ungeliebte, gescheiterte Existenz, welche als Mensch nicht unreflektierter und unkultivierter sein kann. Gemessen an Nächstenliebe und Empathie, welche uns als Mensch viele Jahrtausende das Leben auf diesen Planeten sicherte, sind diese Existenzen, in der Hierarchie des Menschseins, noch unter den „Untätigen“- Mitläufern anzusiedeln, denn diese haben es zumindest geschafft sich bis zur Zurückhaltung zu entwickeln.

Auf diese Weise wird der Antagonist des Schönen zum modernen Troglodyten, wie ihn Aristoteles vor über 2000 Jahren in seinem Höhlengleichnis beschrieb.

Der rast und ruhelose Massenmensch

Die permanente Rast- und Ruhelosigkeit des Antagonisten, wurde zu einem Massenphänomen.

Wer gönnt sich heute noch Momente der Ruhe?

Der Massenmensch lenkt sich mit oberflächlichen Aktivitäten ab, dies tut er, um sich als möglichst beschäftigter und interessanter Mensch darzustellen.
Dieser Drang der Selbsdarstellung, die deskrutiven Gedanken, sowie die ständige Selbstüberschätzung des toxischen Massenmenschen, lassen Kreative zum Opfer, der unendlichen Gier nach Anerkennung des Toxischen Menschen werden. Natürlich sind diese sehr viel besser in allen Belangen, as der Kreative, als Beweis werden Followerzahlen und Likes geführt.
Für den toxischen Menschen ist eine Arbeitsleistung nur dann erkenntlich, wenn sie unter großen Mühen, großer Qual und mit sehr großen Anstrengungen vollbracht wird. Sonst gilt es allenfalls als wertloses Hobby.

Die Ängste des toxischen Menschen

Der Kreative, welcher aus sich heraus, aus seiner inneren Ruhe heraus und ohne Zwang Schönes erschafft, ist dem toxischen Menschen abschreckend unheimlich. Denn es schürt Ängste, dass die eigenen halbherzigen, oberflächlichen Aktivitäten nicht genügen. Ausserdem ist es dem toxischen Menschen nicht verständlich, dass der Prozess des Erschaffens allein dem Zweck der Schönheit dienen soll, der nicht unittelbar vermaktet oder konsumiert werden kann.

Der toxische Mensch reagiert mit Wut und Ablehung auf versuche, ihn nicht als Zentrum des Schönen zu sehen. So transformiert er seine Ängste in eine zerstörerische Wut, welche augenscheinlich an ein wild um sich schlagendes Kleinkind erinnert. Der etwas weiterentwickelte toxische Mensch versucht seine Wutausbrüche zu katalysieren, indem er sich immerwährend mit leichten und seichten Beschäftigungen und dessen Bewertungen ablenkt.

Viele Grüße eure Magnifizenz Herr Rausch