8 Gründe, warum du als Fotograf nicht überleben kannst!

Liebe Fotofreunde, Nerds und FB-Instagram Fotografen,

folgender Beitrag ist extra für euch und besteht aus selbstgemacht schmerzhaften Erfahrungen. Dieser Beitrag soll euch helfen, dieselben Fehler zu begehen, wie ich es seiner Zeit tat.

Du hast den Sprung in die Selbständigkeit als Fotograf gewagt oder überlegst ernsthaft es zu tun?
Leider läuft es nicht so, wie du es dir vorgestellt hast?

Trotz vieler dankbarer Kunden benötigst du nach wie vor Finanzspritzen von deinen Eltern oder anderswo, damit du über die Runden kommst?
Dein Unternehmen kommt nicht richtig in Gang oder will keine Fahrt aufnehmen?
Dich beschleicht das Gefühl, dass du keine Chancen hast, dass du eher mit einer Wand redest als mit einem verständnisvollem Kunden, der dich wirklich ernst nimmt? Du fühlst dich leicht verarscht und nicht ernst genommen?

Folgende Fehler können dafür die Ursache sein:

Für dein Angebot existiert keine Nachfrage.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass jeder frisch gebackene Fotograf, von sich fest überzeugt ist, dass gerade seine Fotografien die Welt verändern werden.

Ist dies realistisch?

Es ist egal, wie deine Antwort ausfällt. Es ändert nichts an der Tatsache, dass du eine gründliche Analyse des Fotomarktes versäumt hast. Viele haben absolut keine Ahnung davon, ob noch ein Portrait-Hochzeitsfotograf im unteren Preissegment in der Heimatstadt benötigt wird. Oft wird übersehen, dass wesentlich mehr dazu gehört ein TFP-Model-Fotograf zu sein z.B. ein Modemagazin als Auftraggeber. NEIN, du wirst nicht im Internet von einem Modemagazin entdeckt, um dann die großen Werbeetats zu fotografieren. Du kannst sehr wahrscheinlich mit diesem Druck und den 200.000 Euro nichts vernünftiges anstellen, um die Magazine zufrieden zu stellen. Es wurde auch nicht recherchiert, wie gut die bereits anwesenden Fotografen, über die Runden kommen und womit. In der Regel lebt der größere Teil der Fotografen nicht von der Fotografie, sondern von Nebenleistungen, welche die Fotografie auch anbietet. Ganz ehrlich, deine Fotografien werden den Markt nicht revolutionieren. Auch du wirst sehr wahrscheinlich nicht davon leben können.

Die Realität sieht sehr hart aus.

Der respektlose Kritiker

Ist ja schön, das sie fotografieren! Aber ich helfe ihnen. Die Frage ist nur: „Tun sie es? Oder soll ich…?“

Der Fotomarkt ist voll mit Fotografen und Preisdrückern. Das Überleben in diesem überlaufenden Markt ist wirklich ein Kunststück. Und NEIN, du und deine Fotografien werden nicht reichen, um diesen Trend zu unterbrechen und du wirst eher auch kein Shootingstar. Mit Glück wirst du ein wenig mit Ruhm bekleckert, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass du eine Eintagsfliege bleibst und um Ruhm und Anerkennung auf den sozialen Netzwerken angewiesen bist.

Der Normalfall sieht einen Businessplan vor, der zu oft im stillen Kämmerlein und im Geheimen fabriziert wird. Gerade dein Erfolgsrezept der Fotografie sollte großer Geheimhaltung unterliegen und muss wie das Rezept von Coca-Cola gehütet werden. Meist basiert dieses Pamphlet aus Mutmaßungen und unrealistischen Wunschdenken des Fotografen. Nicht selten gehen diese Papiere völlig am Markt vorbei und sind sichtbare Wissenslücken über Kunden, dem Markt und den Mitbewerbern.

Ist die mangelnde Nachfrage dein Problem?

Dann sollte die erste Frage sein:

Gibt es für deine Fotografien überhaupt genug Kunden? Gibt es für deine Fotografien überhaupt einen gewinnbringenden Markt?

Vermeide den Fehler, der panischen Preissenkung bei gleichzeitiger Zunahme von Leistungen.

Ich wiederhole es gerne nochmal:

Die Realität sieht nämlich noch härter aus, als du es dir eingestehen möchtest.

  • Der Markt ist komplett verstopft mit ausreichend vielen „gratis“-Fotografen.
    Es existieren mehr als genug günstige Fotografen, welche die Fotografie nicht als Lebensunterhalt betreiben. Sie betreiben ein Hobby, auf sehr hohem Niveau und belächeln deine Bemühungen.

Allerdings sind die Hobby-Fotografen nicht in der Lage irgendeinen Wert in ihre Fotografen zu legen. Wenn du also anfängst und deine Fotografien mit einem Wert versiehst, dann werden als erstes die Hobby-Fotografen meckern und dir unterstellen, dass du übergeschnappt bist.

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Die Sparte „billig, schnell und gut“ solltest du getrost den Hobby-Fotografen überlassen. Sie müssen, können und wollen nicht von ihrer Fotografie leben. Insgesamt erhältst du in diesem Segment auch keine gut bzw. ausreichend zahlende Kunden.

Wenn du dich als Fotograf durchbeißen möchtest, solltest du die obere Preisklasse anstreben.
Es bedeutet für dich, dass du ohne wenn und aber nur die beste Qualität an Fotoausrüstung, Fotoerzeugnissen und Service anbietest und beanspruchst. Gehe keine Diskussionen ein und lasse dich auf keinen Fall im Preis drücken! Nur so umgehst du nervenaufreibende Diskussionen.

Die mit Abstand beste Möglichkeit ist, die sozialen Netzwerke, deine Freunde und deine zukünftigen Kunden zu befragen, was sie wirklich benötigt:

  • Hat deine Zielgruppe ein echtes Interesse daran, dass du als Fotograf überlebst?
  • Womit begründet deine Zielgruppe deine „mutmaßlich“ zu hohen Preisvorstellungen?
  • Was schlägt dir deine Zielgruppe vor, um eine einvernehmliche Preisfindung zu gestalten?

Trenne dich ohne weitere Diskussionen und ohne große Worte von Menschen, welche dir raten, dass du über einen anderen Job oder eine andere Arbeit die Wünsche des Kunden und seine unhaltbaren Preisvorstellungen zu subventionieren hast. Wir haben alle nicht zu verschenken. Du kannst gerne nebenbei Arbeiten gehen, um ein Einkommen zu generieren, dies sollte aber für dich allein sein und nicht, um Kunden zu subventionieren.

Deine Preise sind falsch kalkuliert!

Es ist durchaus denkbar, dass du als Fotograf mit deinen Fotografien sehr gut ankommst und volle Auftragsbücher hast. Es kann sogar zu Wartelisten kommen, trotz allem ist es dir nicht möglich von dem generierten Einkommen zu überleben.

  • Hast du schon in Betracht gezogen, dass du viel zu günstig bist?
  • Hast du schon mal überlegt, dass es deinen Kunden im Grunde egal bist, ob du von deiner Arbeit überleben kannst?

Sobald etwas mehr als 10 Euro kostet, bist du nicht mehr talentiert, nicht besonders einzigartig und serviceorientiert genug. Es soll sogar vorkommen, dass dir Egoismus vorgeworfen wird, weil du eine Bezahlung für deine Arbeit verlangst. Meist kommt es von Kunden, welche grundsätzlich frei und ohne Bezahlung, aus reiner Selbstlosigkeit gerne Arbeiten und mehr Arbeiten als andere. 

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Nicht selten neigen die frisch gebackenen Fotografen dazu ihre Leistungen unter ihrem Selbstwert zum Niedrigpreisig anzubieten. Gründe hierfür finden wir in einem hart umkämpften Markt mit sehr viel billiger Konkurrenz.
Viele begeben sich in den Preiskampf mit Billiganbietern, um möglichst schlechtzahlende Kunden und ihre überhöhten Erwartungen zu befriedigen.

Leider geht diese Rechnung viel zu selten auf!

Wenn du, zu oft schlecht bezahlte Aufträge annimmst, musst du mehr Arbeiten, um auf denselben Umsatz zu kommen. Es bedeutet, dass es wesentlich länger dauert, bis du in den Gewinnbereich kommst. Es bedeutet, dass du ein Weichling bist und kein Rückgrat besitzt. Es geht sehr schnell und du kommst in einen Teufelskreis, bei dem du für den Kunden immer weniger wert bist, weil du bereit bist dich selbst auszubeuten, um einen Kunden zufriedenzustellen, der dich und deine Arbeit nicht ausreichend wertschätzt. Schnell wirst du viel mehr Zeit verbringen schlecht zahlende Kunden zu betreuen und zu beruhigen, als nötige Zeit für andere schöne Dinge im Leben.

Mein Tipp:

Nimm deinen berechneten Stundensatz (der ist in der Regel viel zu niedrig und dies ist dir selbst sehr bewusst) und multipliziere ihn mit 2,5. So bist du bequem in der Lage auch mal Prozente zu geben, ohne gleich in Existenzangst zu verfallen.

Du hast keine Strategie

Einen großen Fehler, den viele Fotografen machen, ist das Fehlen jeglicher Strategie.

Es wird sinnlose Bildproduktion betrieben, um den irgendeinen Kunden von seiner Genialität mit aller Gewalt zu überzeugen. Wie sonst erklärt sich die Bilderflut im Internet von all den professionellen Fotografen, welche auf der Suche nach Kunden sind.

Sicherlich ist es richtig, dass Trommeln zum Geschäft gehört, ABER dies machen alle anderen Mitbewerber genauso. Wo liegt da deine Strategie?

Das Motto:
Irgendwie wird irgendwer sich die veröffentlichten Inhalte schon ansehen, um endlich entdeckt zu werden.

Funktioniert nicht im Internet.

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Gerne wird übersehen, dass genau diese Strategie, ohne klares Ziel, ohne klare Aussage, ohne klare Botschaft und ohne ROI (Return of Investment), von der Mehrheit aller die umgebenden Mitbewerber betrieben wird.

Natürlich kannst du dich der romantischen Vorstellung hingeben und auf Resonanz eines Galeristen oder eines Kurators hoffen. Diese haben allerdings wirklich besseres zu tun, als sich den endlosen Strom von Bildchen anzusehen, der stark von der Zahlungsfähigkeit der Produzenten und dem Algorithmus des Betrachters beeinflusst wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kurator oder ein Galerist eines bedeutenden Hauses sich deiner annimmt tendiert gegen NULL. Du musst da schon selbst hingehen und Ihnen dein Portfolio zeigen. Vielleicht geht ja auch einer deiner Freunde hin und zeigt ihm dein Portfolio? Vielleicht setzt sich ja einer deiner Freunde im realen Leben für dich ein?

Anstatt irgendwie irgendwas zu machen und irgendwelche Kunden zu erreichen oder anzusprechen, anstatt auf „Likes“ und Follower zu setzen, die sich auch nicht für dich einsetzten werden, was viel anstrengender ist als das vergeben eines „Likes“, solltest du dir ernsthafte Gedanken machen, wer deine Zielgruppe von Kunden ist und wie du diese Zielgruppe ansprichst und letztlich erreichst. Am dringendsten solltest du dir aber Gedanken machen, wie du an gut und fair bezahlende Kunden rankommst.

 

Du muss dir eine Strategie einfallen lassen!

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Ich habe vor einiger Zeit eine Seite gewählt, welche mir die Möglichkeit einer Paywall geboten hat. Ich werde die Angriffe und Anfeindungen meiner sogenannten Freunde und Unterstützer nicht vergessen. Denn alles was über einen Euro hinaus ging, war ihnen schlicht weg zu teuer. Es dauerte ein wenig und war ein langwieriger Prozess, bis sich endlich eine klare Front von Unterstützern und Antagonisten gebildet hat. Ich gebe offen zu, dass es wirklich bescheiden läuft mit meiner Paywall, aber ich kann auch genau sagen, wem ich einen Euro oder mehr wert bin und wem nicht. Mir stellt sich gar nicht mehr die Frage, was mir meine Freunde wert sein sollen, denen meine Arbeiten, meine Leidenschaft absolut nichts wert sind. Ein Geburtsrecht auf gratis existiert nicht in dieser Welt und ich sehe es auch nicht ein, mit meinem Job den Geiz meiner sogenannten Freunde zu subventionieren.

Konzentriere dich also auf die fair zahlenden Kunden, erschlage sie nicht mit „Bildchen“ und Botschaften wie:“ Heute hatte ich einen wunderbaren Tag mit der Laura. Danke für das wunderbare TFP-Shooting.“ Es zeigt, dass du zwar ein fleißiger Fotograf bist, aber es nicht hinbekommst, deine Kunden zum bezahlen zu bewegen. Damit hast du sämtliche Ansprüche von Professionalität verwirkt.
Setzte doch mal auf hochwertigen Content, biete deinen Kunden einen echten Mehrwert an, wenn er sich deinen Stuff ansieht.

Frage dich selbst, was soll dein Beitrag beim Kunden bewirken?

  • Möchtest du möglichst viele Leser für deinen Newsletter gewinnen?
  • Möchtest du dich als Experte in einer bestimmten Nische positionieren?
  • Möchtest du der billigste Fotograf bei Instagram, Facebook und Co sein?

Mit einem klaren Ziel kannst du systematisch eine Strategie ausarbeiten. So verhinderst du, dass du Zeit, Geld und Energie an falscher Stelle verschwendest.

Der Vorteil für den Kunden ist nicht klar genug formuliert

Deine persönliche Marketinganalyse hat eindeutig ergeben, dass du eine ausreichende Nachfrage für deine Fotografie generieren kannst. Trotzdem läuft dein Unternehmen zum heulen schlecht, dabei hast du genug Follower und „Likes“.

Vielleicht hast du es einfach versäumt, dem Kunden zu erklären, was genau der Vorteil ist, wenn du als Fotograf gebucht wirst? Warum verdammt, soll er gerade dich bezahlen, wenn der Kunde, überall woanders den gleichen Kram bekommt und das auch noch für lau.

Schau dir deine eignen Aktionen und Handlungen an, schaue dir deine Bilder an und beantworte mit Hilfe deiner eigenen Informationen diese eine Frage:

Warum soll der Kunde gerade dich beauftragen?

Wenn du hier keine klaren Antworten generieren kannst, wie soll der Kunde es können?

  • Welche Vorteile sind für den Kunden klar und eindeutig ersichtlich?
  • Was unterscheidet dich und deine Fotografie von allen anderen Mitbewerbern?
  • Was macht dich einzigartig?
  • Wie sieht dein Alleinstellungsmerkmal genau aus?

Deine Kunden möchten keine endlos langen Preislisten absuchen, sie interessieren sich nicht für dein Mittagessen, dass du bei FB postest und ihnen ist es egal, welches Model du am Wochenende mal wieder gratis fotografiert hast.

Welche Bedürfnisse und Wünsche des Kunden möchtest du bedienen und lösen?

Kurz:
Welches Problem kannst du für deine Kunden lösen? Warum ist deine Lösung besser? Wie erreichst du letztlich diese Lösung?

Wenn du diese Fragen in deinen Kundengesprächen, auf deiner Webseite und den sozialen Netzwerken klar und deutlich beantworten kannst, dann bist du schon einen wesentlichen Schritt weiter als viele deiner Mitbewerber.

Dir fehlt eine klare Position im Markt

Wenn du keine klare Position beziehst und schwammig vor dich hin lamentierst, dann gehen all deine Unternehmungen mit Sicherheit schief.

Es existieren keine Ausnahmen, es existiert keine Rücksichtnahme im Netz, es ist absoluter Nonsens, wenn du daran glaubst, dass gerade, das Netz dich mit Menschlichkeit und Offenheit aufnehmen wird. Es ist blanker IRSINN, wenn du daran glaubst, dass du es schaffst ALLE mit deinen Fotografien zu überzeugen.

Du kannst es vergessen sich als „Fotograf für Frauen“ zu präsentieren oder „Fotograf für alle Themen dieser Welt“. Es wird sich niemand angesprochen fühlen, weil es generell nichts sagend ist. Der Kunde möchte genau wissen, wo du stehst, wie du zu etwas stehst und warum.

Du bist gezwungen eine klare Position in der Fotografie zu beziehen!

 

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Der Kunde hat ein Recht darauf zu erfahren wofür deine Fotografie steht, warum du es so siehst und weshalb gerade hier der Vorteil für deinen Kunden ist.
Nur so erreichst du folgende Ziele:

  • Du bleibst in den Köpfen deiner Kunden
  • Du kannst deine Wunschkunden gezielt erreichen
  • Du unterscheidest dich sichtbar und spürbar von all deinen Mitbewerbern

Überlege genau, was dich und deine Fotografie einzigartig macht. Zeige keine Hemmungen und verbalisiere diese Unterschiede, präsentiere dich und deine Persönlichkeit. So erfährt der Kunde, mit wem er es zu tun hat.

Dir fehlt ein klares Ziel

Um als Fotograf erfolgreich zu werden benötigst du ein klares Ziel. Ziele geben dir eine gewisse Orientierung und erleichtern es dir deinen Erfolg bemessen zu können.

Dies gilt ganz besonders für deine Finanzen. Wenn deine Fotografie nicht profitabel wird, dann kann es daran liegen, dass du gar nicht das Ziel der Profitabilität verfolgst. Du spielst einfach zu oft und impulsiv mit Rabatten und Preissenkungen und Ausnahmen rum, dass du am Ende selbst nicht mehr weißt, was deine Arbeit eigentlich kosten müsste.
Ohne zu wissen wo du finanziell überhaupt hinwillst, wird es schwer für dich irgendetwas zu planen, zu organisieren und zu finanzieren.
Klare Ziele helfen dir den Fokus auf das Wesentliche zu halten, sie geben dir einen Rahmen, in dem sich deine Fotografie bewegt und es hilft wieder die richtigen Kunden für deine Fotografien zu finden. Es ist sogar denkbar, dass Kunden dich auf diese Weise finden könnten!

Ziele geben dir die Möglichkeit eine Strategie entwickeln zu können.

Polaroid SNAP

Polaroid SNAP

Ich habe vor zwei Jahren angefangen mit dem Bloggen, meine Themen sind die Fotografie, Philosophie, Soziologie, Psychologie und Kunst. Es verging sehr wenig Zeit, da haben sich die für mich wertlosen Bildergucker und wertlosen Kritiker bei mir abgemeldet. Dafür kann heute mit Sicherheit sagen, dass meine Kunden sich mit meinen Themen auskennen und nicht nur heiße Luft produzieren, die auf irgendwelchen haltlosen Ahnungen und nachgeplapperten Meinungen besteht. Anhand dieser Ausrichtung bin ich nun in der Lage Ziele, Strategien und alles andere zu entwickeln.

Die da wären:

  • Ich bin der teuerste Fotograf in meiner Heimatstadt.
  • Ich bin der umstrittenste Fotograf in meiner Heimatstadt.

Diese zwei Ziele geben mir eine ungeahnte Freiheit für mich und meiner Fotografie. In einem sehr konservativen Kaff wie Schwerin, sind die Messlatten nicht mal sehr hoch angesetzt, so dass es zumindest in Schwerin nicht mal eine unlösbare Aufgabe war, diese beiden Ziele zu erreichen und zu halten. „Likes“ und Facebook-Fame sind mir herzlich egal und interessieren mich nicht hauptsächlich. Insgesamt finde ich die sozialen Netzwerke zum Kotzen oberflächlich und kurzlebig, dass jegliche Aufwendung von Energie in diesen Zirkus völlige Zeitverschwendung ist. Denn ein „Like“ von Facebook bezahlt nicht mein Strom, er zahlt keine Miete, keine Kamera und ermöglicht auch keine Neuinvestitionen. Facebook und Instagram sind in meinen Augen völliger Quatsch und dienen nur zu gleichmäßigen Verdummung von eh schon nicht sehr intelligenten Menschen.

Du versuchst alles selbst zu machen!

Ein typischer Fehler, von neuen Fotografen, ist es alles selbst machen zu wollen. Sie basteln sich ihre Webseite quasi über Nacht zusammen, erledigen ihre Buchhaltung selbst, erledigen am liebsten selbst das Verkaufsgespräch, entwickeln ihre Kenntnisse in Grafik-Design selbst, machen sich in der Rechtslage selbst kundig, sie kümmern sich selbst um die Akquise, betreuen sämtliche sozialen Netzwerke, bearbeiten ihre Fotografien vom letzten TFP-„Auftrag“, Drucken am liebsten selbst, ganznebenbei beantworten sie ihre Emails selbst, kümmern sich um ihre Familie, schreiben Angebote und besuchen die Oma, sie machen ein TFP Shooting nachdem anderen und gehen selbstverständlich einen anderen Beruf nach, sonst können sie sich all das nicht finanzieren.

Irgendwie hat es, für Außenstehende den Eindruck, dass keiner der einzelnen Positionen irgendwo völlig richtig und vernünftig vollzogen wird, weil wirklich alles mit schrecklichem Halbwissen betrieben wird.

Kommt es dir etwa bekannt vor?

Am Anfang mag es noch eine logische Konsequenz sein, da das Budget sehr klein ist. Aber sollte es ein Zustand auf Dauer bleiben?
Langfristig ist es zermürbend, ermüdend und anstrengend, wenn alles immer nur schnell und halbherzig, ohne das nötige Wissen erledigt wird. Am Ende landet man in der Selbstausbeutung mit hohem Stresslevel bei geringem bis gar keinem Einkommen.

Ist es wirklich so, dass dein Media Markt Drucker bessere Ergebnisse liefert als eine professionelle Druckerei? Oder hast du etwa zu niedrig kalkuliert, dass eine Weitergabe an eine Druckerei deinen Profit auf Null reduziert?
Dein eigentliches Kerngeschäft „die Fotografie“ wird schnell zu einer Belastung und du riskierst deine Gesundheit. Zu guter Letzt halten dich deine Freunde für einen erfolglosen Idioten.

Mein Rat:

Gebe Aufgaben ab! Traue dich deine Freunde zu fragen, ob sie dir helfen können! Nur deine echten Freunde, die welche an dich glauben, mit dir durch dick und dünn gehen, werden dir helfen. Den Rest schießt du einfach in den Wind!
Frage Fotografen, die wirklich im Geschäft sind, ob sie Tipps für dich parat haben. Besorge dir Mentoren, die dich anleiten. Mache Schritt für Schritt. Imperien werden nicht innerhalb von 24 Stunden gebaut, es braucht eine lange Zeit dafür. Es ist gar nicht schlimm, wenn du nicht mit allem von Anfang an fertig bist. Gebe dir selbst Zeit für eine Entwicklung. Es ist völlig unmöglich, sich mit Mitte zwanzig hinzustellen und zu behaupten: „ICH KANN ALLES!“

Hol dir richtige Unterstützung

Trenne dich von Menschen, die dir zwar Hilfe anbieten, es sich aber bei Lippenbekenntnissen bleibt. Spreche mit Fachleuten und nicht mit Facebook-Nutzern über dein Portfolio. Verlasse dich nicht auf Meinungen von deinen Freunden, deiner Familie oder Instagram-Spinnern. Es sind keine Fachleute, sie haben keine Expertise und kennen sich mit Nagellack sehr gut aus.
Wenn du auf Erfolgskurs kommst, solltest du dir im Klaren sein, dass du nicht nur auf Gegenliebe stoßen wirst. Der Neid ist eine ekelhafte Eigenschaft des Menschen, er wird dafür sorgen, dass du angegriffen wirst. Nicht jeder gönnt dir deinen Erfolg, dies wird sehr merkwürdige Erlebnisse bereiten. Sicher ist nur, dass du ohne diese Antagonisten keinen Erfolg haben wirst, ihr Widerstand sollten dein Motor sein. Es ist sogar gratis Werbung für dich.

 

Vielen lieben Dank für das Lesen bis hier hin!

 

Eure Magnifizenz Herr Rausch

2 Gedanken zu “8 Gründe, warum du als Fotograf nicht überleben kannst!

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